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Leihgeschäft Fußball: Wie Leihen funktionieren und was du wissen musst

Ein Leihgeschäft im Fußball ermöglicht Vereinen und Spielern Flexibilität. Erfahre, wie Leihen funktionieren, wer das Gehalt zahlt, welche Regeln gelten und warum sie für die Kaderplanung entscheidend sind.

Leihgeschäft Fußball: Wie Leihen funktionieren und was du wissen musst

Verhandlungen sind entscheidend für erfolgreiche Leihgeschäfte im Profifußball.

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Das Leihgeschäft im Fußball ist ein unverzichtbares Instrument für Vereine und Spieler geworden, um sowohl sportliche als auch wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Im Kern ermöglicht es einem Spieler, temporär für einen anderen Verein zu spielen, während er vertraglich noch an seinen Stammverein gebunden ist. Diese Praxis bietet Flexibilität in der Kaderplanung, Chancen für junge Talente und finanzielle Entlastung für Klubs, die Spieler abgeben oder Lücken füllen wollen.

📊 Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Leihgeschäft ist die temporäre Überlassung eines Spielers an einen anderen Verein unter Beibehaltung des Arbeitsvertrags mit dem Stammverein.
  • Die FIFA hat die Regeln seit Juli 2024 verschärft: Ein Verein darf maximal sechs Spieler verleihen und sechs Spieler ausleihen, ausgenommen U21-Profis und Eigengewächse.
  • Die Laufzeit einer Leihe beträgt mindestens eine Wechselperiode und maximal ein Jahr.
  • Die Kosten für das Gehalt des Spielers werden individuell zwischen den Klubs vereinbart und können komplett, anteilig oder gar nicht vom Leihverein übernommen werden.
  • Leihgeschäfte dienen der Spielpraxis für Talente, der Kaderoptimierung und der finanziellen Entlastung oder Flexibilität der beteiligten Vereine.
  • Häufig beinhalten Leihen eine Kaufoption oder Kaufpflicht, die dem Leihverein das Recht oder die Pflicht einräumen, den Spieler dauerhaft zu verpflichten.

Was ist ein Leihgeschäft im Fußball?

Ein Leihgeschäft im Fußball ist eine vertragliche Vereinbarung, bei der ein Spieler für einen bestimmten Zeitraum von seinem Stammverein an einen anderen Klub ausgeliehen wird. Während dieser Zeit erbringt der Spieler seine Arbeitsleistung für den Leihverein, steht ihm also im Training und in Pflichtspielen zur Verfügung. Der ursprüngliche Arbeitsvertrag zwischen dem Spieler und seinem Stammverein bleibt dabei vollständig bestehen und ruht lediglich für die Dauer der Leihe. Rechtlich gesehen ist es eine vorübergehende Überlassung der Arbeitskraft, die es dem Spieler ermöglicht, anderswo Spielpraxis zu sammeln oder dem Leihverein, seinen Kader kurzfristig zu verstärken, ohne direkt hohe Ablösesummen investieren zu müssen. Es ist also kein dauerhafter Transfer im eigentlichen Sinne, sondern eine temporäre Verschiebung.

Warum nutzen Vereine Leihgeschäfte so häufig?

Leihgeschäfte sind aus verschiedenen Gründen ein unverzichtbares Werkzeug in der modernen Kaderplanung. Für den abgebenden Stammverein bieten sie die Möglichkeit, jungen Talenten Spielpraxis auf höherem Niveau zu verschaffen, die im eigenen Kader (noch) nicht ausreichend zum Zug kommen. Das steigert den Marktwert des Spielers und bereitet ihn auf eine spätere Rolle im eigenen Team oder einen gewinnbringenden Verkauf vor. Zudem können Vereine überzählige Spieler oder Profis mit hohem Gehalt temporär abgeben, um die Gehaltskosten zu senken und Spielern eine Perspektive zu bieten. Der aufnehmende Leihverein profitiert wiederum von einer kostengünstigen Kaderverstärkung. Oftmals können sie Spieler verpflichten, die sie sich als direkten Kauf nicht leisten könnten oder die nur für eine bestimmte Übergangsphase benötigt werden, beispielsweise um verletzungsbedingte Ausfälle zu kompensieren oder eine Schwachstelle im Kader zu beheben. Dies bietet eine große Flexibilität, die insbesondere in engen finanziellen Lagen oder bei unklaren Entwicklungen auf dem Transfermarkt von Vorteil ist.

Wie lange darf ein Spieler ausgeliehen werden?

Die Dauer eines Leihgeschäfts ist durch die Regularien der FIFA klar definiert. Ein Leihvertrag muss sich mindestens auf die Zeit zwischen zwei Wechselperioden beziehen, darf also nicht kürzer als ein halbes Jahr sein. Die maximale Dauer ist auf ein Jahr festgelegt. Das bedeutet, ein Spieler kann für eine ganze Saison ausgeliehen werden, in der Regel vom Sommer- bis zum Sommer-Transferfenster des Folgejahres. Längere Leihen sind nur in Ausnahmefällen und unter bestimmten Bedingungen möglich, aber in der Regel nicht vorgesehen. Die Idee dahinter ist, dass sowohl der Spieler als auch der Verein eine klare Planungsgrundlage haben und keine unendlichen Leihen ohne echte Perspektive entstehen. Eine vorzeitige Beendigung eines Leihvertrags ist nur mit Zustimmung aller drei Parteien – des abgebenden Vereins, des aufnehmenden Vereins und des Spielers – möglich.

Wer zahlt das Gehalt bei einer Fußball-Leihe?

Die Frage, wer das Gehalt eines Spielers während eines Leihgeschäfts übernimmt, ist ein zentraler Verhandlungspunkt und kann sehr unterschiedlich geregelt werden. Es gibt im Wesentlichen drei Modelle, die zwischen den beteiligten Vereinen vereinbart werden:
  1. Der Stammverein zahlt das gesamte Gehalt: Dies kommt häufig vor, wenn der Stammverein einen Spieler unbedingt loswerden möchte, um Gehaltskosten einzusparen, oder wenn der Spieler bei seinem Leihverein weniger verdient.
  2. Der Leihverein zahlt das gesamte Gehalt: Dieses Modell wird oft angewendet, wenn der Leihspieler eine sofortige und wichtige Verstärkung darstellt und der Leihverein die finanziellen Mittel dazu hat.
  3. Gehaltsaufteilung: Die häufigste Variante ist eine prozentuale Aufteilung des Gehalts zwischen Stamm- und Leihverein. Zum Beispiel übernimmt der Leihverein 50 % oder 70 % des Gehalts, der Rest wird weiterhin vom Stammverein getragen.
Die genaue Aufteilung hängt von vielen Faktoren ab, darunter dem Marktwert des Spielers, seinem aktuellen Gehalt, der Dringlichkeit des Wechsels für beide Klubs und der sportlichen Bedeutung des Spielers für den Leihverein. Oftmals wird zusätzlich eine Leihgebühr fällig, die der Leihverein an den Stammverein zahlt. Diese Gebühr kann symbolisch sein oder eine beträchtliche Summe erreichen, die die finanziellen Konditionen des Leihgeschäfts weiter beeinflusst. Mehr Details zu den finanziellen Aspekten von Spielerleihen findest du auch auf Bundesliga.com.

Welche verschiedenen Leihmodelle gibt es?

Im modernen Fußball haben sich verschiedene Formen von Leihgeschäften etabliert, die Vereinen und Spielern unterschiedliche Perspektiven bieten. Jedes Modell hat seine eigenen Implikationen für die Zukunft des Spielers und die Kaderplanung der Klubs.
LeihmodellBeschreibungTypische Anwendung
Standard-LeiheSpieler wird für einen festen Zeitraum ausgeliehen und kehrt danach zum Stammverein zurück.Spielpraxis für Talente, kurzfristige Kaderauffüllung.
Leihe mit KaufoptionLeihverein hat das Recht, den Spieler nach der Leihe zu einem vorher festgelegten Preis fest zu verpflichten.Risikominimierung für den Leihverein, Testphase für Spieler.
Leihe mit KaufpflichtLeihverein MUSS den Spieler nach der Leihe fest verpflichten, sobald bestimmte Bedingungen (z.B. Klassenerhalt, Anzahl der Spiele) erfüllt sind.Definierte Zukunft des Spielers, oft bei finanziell angespannten Situationen des abgebenden Vereins.
Leihe mit RückkaufoptionStammverein hat das Recht, den Spieler zu einem späteren Zeitpunkt zu einem festen Preis zurückzuholen, auch wenn er bereits verkauft wurde.Absicherung für den Stammverein bei Verkauf von Talenten, um sie später zurückzuholen (siehe Lukasz Poreba beim HSV).
Die Ablösesummen und Bedingungen für Kaufoptionen oder -pflichten werden bereits bei Vertragsabschluss der Leihe festgelegt. Besonders die Rückkaufoption ist ein interessantes Instrument, um Talente nicht komplett zu verlieren, aber ihnen dennoch die nötige Spielpraxis andernorts zu ermöglichen.

Wie viele Spieler darf ein Verein ausleihen? Die FIFA-Regeln seit 2024/25.

Die FIFA hat in den letzten Jahren die Regularien für Leihgeschäfte immer wieder angepasst, um eine übermäßige Anhäufung von Spielern bei wenigen Top-Klubs zu verhindern und die Förderung von Nachwuchsspielern zu stärken. Seit der Saison 2024/25 gelten strengere Obergrenzen für die Anzahl der Spieler, die ein Verein verleihen oder ausleihen darf. Aktuell (Stand: 24. Juni 2026) darf ein Klub maximal sechs Spieler an andere Vereine verleihen und gleichzeitig maximal sechs Spieler von anderen Vereinen ausleihen. Diese Regelung gilt für Spieler über 21 Jahren. Spieler, die zum Zeitpunkt des Leihbeginns 21 Jahre oder jünger sind, sowie Spieler, die als Eigengewächse des Klubs gelten, sind von dieser Obergrenze ausgenommen. Das ist eine wichtige Änderung im Fußballregelwerk, die darauf abzielt, die Kaderplanung transparenter zu machen und Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken. Die vollständigen Statuten und die genaue Definition von Eigengewächsen und Altersstichtagen findest du auf der offiziellen Seite der FIFA.

Ist eine Leihe ein Transfer? Die rechtliche Einordnung.

Rein rechtlich gesehen ist ein Leihgeschäft kein dauerhafter Transfer, da der Spieler weiterhin vertraglich an seinen Stammverein gebunden bleibt. Der Spieler wechselt lediglich temporär den Arbeitgeber im sportlichen Sinne. Aus verbandsrechtlicher Sicht, insbesondere im Hinblick auf die Registrierung bei nationalen und internationalen Verbänden (wie DFB oder FIFA), wird die Leihe jedoch oft wie ein Transfer behandelt. Das bedeutet, dass der Spieler im Rahmen der Transferfenster umgemeldet werden muss und alle damit verbundenen Formalitäten zu erfüllen sind. Auch die Rückkehr des Spielers zum Stammverein nach Ablauf der Leihe wird als eine Art „Rück-Transfer“ betrachtet, der ebenfalls die üblichen Registrierungsprozesse durchläuft. Dies ist wichtig für die Einhaltung der Spielberechtigungen und die Vermeidung von administrativen Problemen.

Vorteile und Nachteile von Leihgeschäften für Spieler und Klubs

Leihgeschäfte bieten sowohl für Spieler als auch für Vereine eine Reihe von Vorteilen, bergen aber auch potenzielle Nachteile. Für Spieler: Vorteile: Erhalt von Spielpraxis, Entwicklungsmöglichkeiten, Wechsel in eine stärkere Liga, neue Impulse durch andere Trainer und Spielsysteme (Taktik & Spielsysteme). Nachteile: Eingewöhnung in neues Umfeld, fehlende Konstanz bei häufigen Wechseln, Unsicherheit über die Zukunft nach der Leihe, Gefahr des Scheiterns in einem neuen Team. Für abgebende Klubs: Vorteile: Förderung junger Talente, Reduzierung von Gehaltskosten, Steigerung des Marktwerts von Spielern, Möglichkeit zur späteren Rückkehr oder gewinnbringendem Verkauf. Nachteile: Verlust der Kontrolle über die Entwicklung des Spielers, Risiko von Verletzungen oder schlechten Leistungen im Leihverein, Schwierigkeiten bei der Integration nach Rückkehr. Für aufnehmende Klubs: Vorteile: Kostengünstige Kaderverstärkung, Schließen von Kaderlücken, Zugriff auf Spieler, die sonst unerreichbar wären, Risikominimierung bei der Verpflichtung (z.B. Leihe mit Kaufoption). Nachteile: Spieler ist nur temporär verfügbar, keine langfristige Bindung, Integrationsaufwand für kurze Zeit, mögliche Abhängigkeit vom Stammverein des Spielers.
⚽ FNW-Einordnung

Als Gründer von fussball-nachschlagewerk.de verfolge ich die Entwicklung von Leihgeschäften seit vielen Jahren sehr genau. Man sieht oft, wie ein gut platziertes Leihgeschäft die Karriere eines Spielers wiederbeleben kann oder einem Verein die nötige Verstärkung für den entscheidenden Schritt gibt. Für den HSV waren Leihen in der 2. Bundesliga immer wieder ein wichtiges Instrument, um den Kader zu optimieren, ohne das Budget zu sprengen. Manchmal klappt es wie bei Amadou Onana, der nach seiner Leihe direkt für viel Geld verkauft werden konnte, manchmal weniger gut. Es bleibt ein Balanceakt zwischen sportlichem Nutzen und wirtschaftlichem Risiko, aber die Flexibilität, die Leihen bieten, ist für viele Klubs heutzutage einfach unverzichtbar.

Häufige Fragen

Wie funktionieren Leihen im Fußball?

Ein Leihgeschäft im Fußball ist eine temporäre Überlassung eines Spielers von seinem Stammverein an einen anderen Klub. Der Spieler wechselt für einen festgelegten Zeitraum, meist eine Saison, zum Leihverein, wo er Spielpraxis sammelt und zur Verfügung steht. Sein ursprünglicher Arbeitsvertrag mit dem Stammverein bleibt dabei bestehen. Die Bedingungen, wie Gehaltszahlungen oder eventuelle Kaufoptionen, werden individuell zwischen den drei Parteien (Spieler, Stammverein, Leihverein) ausgehandelt. Es ist ein flexibler Weg, Kader anzupassen und Spieler zu entwickeln.

Wie lange darf ein Spieler ausgeliehen werden?

Die FIFA-Regularien legen fest, dass ein Spieler für mindestens eine Wechselperiode und maximal ein Jahr ausgeliehen werden darf. Das bedeutet in der Praxis oft eine Leihe über die Dauer einer kompletten Fußballsaison. Eine vorzeitige Beendigung oder Verlängerung einer Leihe über die maximale Dauer hinaus ist nur unter sehr spezifischen Bedingungen und mit der Zustimmung aller drei beteiligten Parteien möglich. Diese Begrenzung soll sowohl den Spielern als auch den Vereinen eine gewisse Planungssicherheit geben.

Wie viele Spieler darf ein Verein ausleihen?

Seit der Saison 2024/25 gibt es eine klare Obergrenze für Leihgeschäfte im Fußball, die von der FIFA eingeführt wurde. Ein Verein darf maximal sechs Spieler an andere Klubs verleihen und gleichzeitig auch maximal sechs Spieler von anderen Klubs ausleihen. Diese Beschränkung gilt für Spieler, die älter als 21 Jahre sind. Jüngere Spieler (U21) und Eigengewächse des Vereins sind von dieser Regelung ausgenommen, um deren Entwicklung nicht zu behindern und den Klubs weiterhin die Möglichkeit zu geben, Talente zu fördern.

Ist eine Leihe ein Transfer?

Ein Leihgeschäft ist im juristischen Sinne kein dauerhafter Transfer, da der Spieler nicht vollständig den Verein wechselt, sondern lediglich temporär seine Arbeitsleistung für einen anderen Klub erbringt. Sein ursprünglicher Vertrag beim Stammverein bleibt bestehen. Aus verbandsrechtlicher Sicht, etwa bei der Registrierung von Spielern bei nationalen Verbänden wie dem DFB oder internationalen wie der UEFA, wird eine Leihe jedoch wie ein Transfer behandelt und muss innerhalb der offiziellen Transferfenster abgewickelt werden.

Was bedeutet Rückkaufoption im Fußball?

Eine Rückkaufoption ist eine vertragliche Klausel, die es dem ursprünglichen Stammverein ermöglicht, einen Spieler, den er zuvor verkauft hat, zu einem späteren Zeitpunkt zu einem fest definierten Preis zurückzukaufen. Diese Option wird oft in Verkaufsverträge eingebaut, wenn ein Verein ein vielversprechendes Talent abgibt, aber sich die Möglichkeit offenhalten möchte, den Spieler zurückzuholen, falls er sich stark entwickelt. Sie bietet dem abgebenden Verein eine Absicherung und dem Spieler eine klare Perspektive, auch wenn er den Verein verlässt.

Fazit

Fazit: Leihgeschäfte sind aus dem modernen Fußballgeschäft nicht mehr wegzudenken. Sie bieten eine Win-Win-Situation für viele Beteiligte: Spieler erhalten die nötige Spielpraxis, Talente können sich entwickeln, und Vereine können ihre Kader flexibel gestalten, ohne hohe Ablösesummen zu riskieren. Die zunehmende Regulierung durch die FIFA zeigt jedoch, dass die Balance zwischen Flexibilität und sportlicher Integrität gewahrt bleiben muss. Wer die Mechanismen hinter einem Leihgeschäft Fußball versteht, blickt mit größerem Wissen auf die täglichen Meldungen und die komplexen Entscheidungen der Vereinsverantwortlichen.

Herausgeber: Maik Möhring Media · fussball-nachschlagewerk.de · mm@maik-moehring.ch

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

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