Fußballregeln Aktualisiert

Gelbe und Rote Karten: Fußballregeln einfach erklärt

Gelbe und Rote Karten im Fußball einfach erklärt: Wann es Gelb, Gelb-Rot oder Rot gibt, welche Vergehen zählen, plus Sperren, Geschichte und Rekorde.

Gelbe und Rote Karten: Fußballregeln einfach erklärt

Fußballregeln: Gelbe & Rote Karten – Fußballregeln einfach erklärt

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Gelbe und Rote Karten sind die wichtigsten Disziplinarmittel im Fußball: Gelb ist eine Verwarnung, Gelb-Rot folgt auf die zweite Verwarnung, und Rot bedeutet den sofortigen Platzverweis. Eingeführt wurden die Karten bei der WM 1970, seitdem regeln sie weltweit einheitlich, wann die Grenze des fairen Spiels überschritten ist. Hier erklären wir dir die Regeln zu Gelben und Roten Karten einfach und verständlich – welche Vergehen zu welcher Karte führen, welche Sperren drohen, woher das System stammt und welche kuriosen Rekorde es gibt.

📊 Das Wichtigste in Kürze
  • Gelb = Verwarnung, Gelb-Rot = Platzverweis nach der zweiten Verwarnung, Rot = sofortiger Platzverweis.
  • Die Karten wurden 1970 bei der WM in Mexiko eingeführt – die Idee stammt von Schiedsrichter Ken Aston.
  • In der Bundesliga führt die 5. Gelbe Karte zu einer Sperre, bei der WM reichen zwei Gelbe in verschiedenen Spielen.
  • Das Regelwerk (IFAB) kennt sieben verwarnungswürdige und mehrere feldverweiswürdige Vergehen.
  • Eine Rote Karte bedeutet Unterzahl: Das Team spielt mit einem Spieler weniger weiter.
  • Die diskutierte Blaue Karte (Zeitstrafe) ist bis heute nicht offiziell im FIFA-Regelwerk verankert.

Wann gibt es eine Gelbe Karte?

Eine Gelbe Karte ist eine Verwarnung. Der Schiedsrichter zeigt sie, um einem Spieler unmissverständlich klarzumachen, dass sein Verhalten nicht regelkonform war. Das Regelwerk des International Football Association Board (IFAB) nennt sieben verwarnungswürdige Vergehen:

  • unsportliches Verhalten (etwa ein taktisches Foul)
  • Reklamieren oder Protest gegen Entscheidungen des Schiedsrichters
  • wiederholtes Verstoßen gegen die Spielregeln
  • Verzögern der Spielfortsetzung
  • Nichteinhalten des vorgeschriebenen Abstands bei Eckstoß, Freistoß oder Einwurf
  • Betreten, Wiederbetreten oder absichtliches Verlassen des Spielfelds ohne Erlaubnis
  • Betreten des Schiedsrichter-Review-Bereichs oder übertriebenes Einfordern einer Karte bzw. des Videobeweises

Mehr zu den Grundlagen findest du in unserem Überblick zu den Fußballregeln einfach erklärt.

Welche Folgen hat eine Gelbe Karte?

Eine einzelne Verwarnung hat zunächst keine direkte Konsequenz über das laufende Spiel hinaus – sie wird aber gezählt. In der Bundesliga muss ein Spieler nach der fünften Gelben Karte ein Spiel aussetzen; diese Regelung gilt in dieser Form seit der Saison 1993/94. Bei einer Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft reichen bereits zwei Gelbe Karten in verschiedenen Partien für eine Sperre. Die Gelbsperre selbst ist eine deutsche Erfindung der späten 1970er Jahre (mehr dazu im Geschichts-Abschnitt).

Was ist die Gelb-Rote Karte?

Die Gelb-Rote Karte wird gezeigt, wenn ein bereits verwarnter Spieler ein zweites verwarnungswürdiges Vergehen begeht. Sie führt zum Platzverweis – das Team spielt in Unterzahl weiter –, zieht in Deutschland aber nur eine Sperre für das nächste Spiel nach sich. Sie unterscheidet sich damit von der direkten Roten Karte, die in der Regel härter geahndet wird. In der Bundesliga gibt es die Gelb-Rote Karte seit der Saison 1991/92.

Wann gibt es eine Rote Karte?

Eine direkte Rote Karte bedeutet den sofortigen Platzverweis ohne vorherige Verwarnung. Der Spieler muss das Feld verlassen, sein Team spielt mit einem Mann weniger weiter, und es folgt mindestens eine Spielsperre – bei schweren Vergehen auch mehr. Das IFAB-Regelwerk listet folgende feldverweiswürdige Vergehen:

  • grobes Foulspiel
  • Tätlichkeit gegen eine andere Person
  • Anspucken einer anderen Person
  • Verhindern eines Tores oder einer klaren Torchance durch absichtliches Handspiel (gilt nicht für den Torwart im eigenen Strafraum)
  • Verhindern einer klaren Torchance durch ein Foul – die sogenannte Notbremse
  • beleidigende, anstößige oder verletzende Äußerungen oder Gesten
  • eine zweite Verwarnung im selben Spiel (Gelb-Rot)

Im Volksmund heißt die Rote Karte übrigens „Arschkarte“ – der Begriff geht auf die Anfangszeit zurück, als Schiedsrichter die Rote Karte in der Gesäßtasche trugen.

Gelb, Gelb-Rot und Rot im Überblick

Diese Tabelle fasst die drei Kartenarten und ihre Folgen zusammen:

KarteBedeutungFolge
GelbVerwarnungwird gezählt; 5. Gelbe = Sperre (Bundesliga)
Gelb-Rotzweite VerwarnungPlatzverweis + 1 Spiel Sperre
Rotdirekter FeldverweisPlatzverweis + mindestens 1 Spiel Sperre

Woher kommen die Karten im Fußball?

Den Anstoß gab ein chaotisches Viertelfinale der WM 1966 zwischen England und Argentinien, bei dem unklar blieb, wer verwarnt oder des Feldes verwiesen worden war. Der englische Schiedsrichter Ken Aston entwickelte daraufhin die Idee eines Farbsystems – inspiriert von einer Verkehrsampel: Gelb als Warnung, Rot als Stopp. Bei der WM 1970 in Mexiko kamen die Karten erstmals offiziell zum Einsatz. Die erste Gelbe Karte der WM-Geschichte sah der sowjetische Spieler im Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Mexiko.

In der Bundesliga wurde die Gelbe Karte am 12. Januar 1971 zum ersten Mal gezeigt – sie traf den Duisburger Hannes Linßen. Die Rote Karte für eine Notbremse gibt es seit der Saison 1990/91, und seit 2019/20 können auch Trainer und andere Teamoffizielle auf der Bank Gelb und Rot sehen.

Wer hat die Gelbsperre „erfunden“?

Die automatische Sperre nach mehreren Gelben Karten geht auf eine Kultfigur zurück: Walter Frosch vom FC St. Pauli. In der Zweitliga-Saison 1976/77 sammelte der bärbeißige Verteidiger laut DFB-Statistik 18 Gelbe Karten – ein Rekord, der den Verband zum Handeln bewog. Die populäre Zahl von 27 Karten ist dabei Folklore: Recherchen des St.-Pauli-Museums kamen auf 18 bis 19. So oder so führte der DFB ab der Saison 1979/80 die Gelbsperre ein, zunächst nach der vierten, später nach der fünften Verwarnung.

Welche kuriosen Karten-Rekorde gibt es?

Rund um Gelbe und Rote Karten haben sich einige skurrile Rekorde angesammelt:

RekordWertJahr
Schnellste Rote Karte (Amateurspiel)ca. 2 Sekunden (Lee Todd)2000
Drei Gelbe für einen Spieler in einem WM-SpielJosip Šimunić (Schiri-Fehler)2006
Rote Karten in einem Spiel (5. Liga Argentinien)ca. 36 (Massenschlägerei)2011
Meiste Platzverweise der Bundesliga-Geschichteje 5 Rote (u. a. Nowotny, Boateng)Karriere-Wert

Der englische Amateurspieler Lee Todd flog 2000 nach rund zwei Sekunden vom Platz, weil er sich über den lauten Anpfiff lautstark beschwerte. 2006 zeigte Schiedsrichter Graham Poll dem Kroaten Josip Šimunić bei der WM versehentlich dreimal Gelb, ehe er ihn vom Feld stellte. Und den geteilten Rekord für die meisten Platzverweise der Bundesliga-Geschichte hält Jens Nowotny mit je fünf Roten Karten gemeinsam mit Spielern wie Jérôme Boateng, Vedad Ibišević, Fernando Meira und Torsten Wohlert – wohlgemerkt über die gesamte Karriere, nicht in einer Saison.

Gibt es neben Gelb und Rot noch andere Karten?

Diskutiert wird seit Jahren die Blaue Karte als Zeichen für eine zehnminütige Zeitstrafe („Sin-Bin“) bei kleineren Vergehen. Das IFAB genehmigte im Februar 2024 eine Testphase, offiziell und verbindlich im FIFA-Regelwerk verankert ist die Blaue Karte aber bis heute nicht. Im österreichischen Jugendfußball wird eine Blaue Karte bereits genutzt, um eine Zeitstrafe anzuzeigen. Trainer wie Jürgen Klopp äußerten sich skeptisch. Mehr zu Schiedsrichter-Signalen findest du in unserem Beitrag Gelb, Rot & Co – was Schiris wann zeigen sowie in der Regel zum Vorteil im Fußball.

Häufige Fragen zu Gelben und Roten Karten

Wie viele Gelbe Karten führen zu einer Sperre?

In der Bundesliga führt die fünfte Gelbe Karte zu einer automatischen Sperre für das nächste Spiel. Bei Weltmeisterschaften und Europameisterschaften reichen schon zwei Gelbe Karten in verschiedenen Partien für eine Sperre. Zwei Gelbe Karten innerhalb desselben Spiels ergeben dagegen eine Gelb-Rote Karte und damit den sofortigen Platzverweis.

Was ist der Unterschied zwischen Gelb-Rot und Rot?

Die Gelb-Rote Karte folgt auf die zweite Verwarnung im selben Spiel und zieht in Deutschland nur eine Sperre für das nächste Spiel nach sich. Die direkte Rote Karte wird bei schweren Vergehen wie grobem Foulspiel oder einer Tätlichkeit ohne vorherige Verwarnung gezeigt und kann mehrere Spiele Sperre bedeuten. Beide führen zum Platzverweis und damit zur Unterzahl.

Wann wurden Gelbe und Rote Karten eingeführt?

Gelbe und Rote Karten wurden 1970 bei der Weltmeisterschaft in Mexiko erstmals offiziell eingesetzt. Die Idee stammt vom englischen Schiedsrichter Ken Aston, der sich von einer Verkehrsampel inspirieren ließ. In der Bundesliga wurde die Gelbe Karte erstmals am 12. Januar 1971 gezeigt.

Gibt es eine Blaue Karte im Fußball?

Eine Blaue Karte als Zeichen für eine zehnminütige Zeitstrafe ist diskutiert und seit 2024 in einer Testphase, aber nicht offiziell im FIFA-Regelwerk verankert. Im österreichischen Jugendfußball wird sie bereits eingesetzt. Im Profifußball ist sie bislang nicht verbindlich eingeführt.

Was passiert nach einer Roten Karte?

Nach einer Roten Karte muss der Spieler das Feld sofort verlassen, und seine Mannschaft spielt mit einem Spieler weniger weiter. Zusätzlich folgt mindestens eine Spielsperre; bei besonders schweren Vergehen wie einer Tätlichkeit kann die Sperre auch länger ausfallen und vom Sportgericht festgelegt werden.

Fazit

Fazit: Gelbe und Rote Karten sind seit 1970 das klare, sprachunabhängige Signalsystem des Fußballs. Gelb verwarnt, Gelb-Rot und Rot stellen vom Platz – welche Karte fällt, hängt vom Vergehen ab. Wer die sieben verwarnungs- und die feldverweiswürdigen Vergehen kennt, versteht fast jede Schiedsrichter-Entscheidung auf dem Platz.

Herausgeber: Maik Möhring Media · fussball-nachschlagewerk.de · mm@maik-moehring.ch · Quellen: IFAB Laws of the Game (Regel 12), DFB / fussball.de.

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

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