Die EM 2000, gemeinsam ausgerichtet von Belgien und den Niederlanden, schrieb Fußballgeschichte und krönte Frankreich als erste Mannschaft, die den Welt- und Europameistertitel gleichzeitig hielt. Während die Équipe Tricolore mit ihrer goldenen Generation triumphierte, erlebte die deutsche Nationalmannschaft ein historisches Debakel, das weitreichende Konsequenzen für den DFB haben sollte. Dieses Turnier war ein Spektakel voller Dramen, überraschender Wendungen und unvergesslicher Momente, das bis heute in Erinnerung geblieben ist.
- Die EM 2000 fand vom 10. Juni bis 2. Juli in Belgien und den Niederlanden statt, der ersten Europameisterschaft mit zwei Co-Gastgebern.
- Frankreich gewann das Finale gegen Italien mit 2:1 durch ein Golden Goal von David Trezeguet in der Verlängerung.
- Deutschland schied als Titelverteidiger bereits in der Gruppenphase mit nur einem Punkt und einem Tor aus – ein historisches Tief.
- Der Franzose Zinedine Zidane wurde zum Spieler des Turniers gekürt und war maßgeblich am Erfolg seines Teams beteiligt.
- Die Niederlande und Portugal zeigten begeisternden Offensivfußball und erreichten jeweils das Halbfinale.
- Insgesamt wurden in 31 Spielen 85 Tore erzielt, was einem Schnitt von 2,74 Toren pro Partie entspricht.
- Das Turnier läutete in Deutschland eine Ära der Reformen im Jugendfußball ein.
EM 2000: Ein Rückblick auf das Turnier der Co-Gastgeber
Die Fußball-Europameisterschaft 2000 war in vielerlei Hinsicht ein wegweisendes Turnier. Es war das erste Mal, dass zwei Länder gemeinsam eine EM ausrichteten: Belgien und die Niederlande. Vom 10. Juni bis zum 2. Juli 2000 boten sie eine stimmungsvolle Kulisse für 16 Nationalmannschaften, die um den begehrten Titel kämpften. Die Europameisterschaften sind seit jeher ein Schauplatz für große Emotionen, und die EM 2000 bildete da keine Ausnahme. Die Qualität des Fußballs war hoch, geprägt von taktischer Raffinesse und individueller Klasse. Doch während einige Teams brillierten, erlebten andere, wie insbesondere Deutschland, eine bittere Enttäuschung.
Das Turnierformat und die Co-Gastgeber Belgien und Niederlande
Das Format der EM 2000 sah vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften vor. Die beiden besten Teams jeder Gruppe qualifizierten sich für das Viertelfinale. Gespielt wurde in insgesamt acht Stadien, vier in Belgien (Brüssel, Brügge, Lüttich, Charleroi) und vier in den Niederlanden (Amsterdam, Rotterdam, Eindhoven, Arnheim). Die kurzen Reisewege zwischen den Spielorten und die fußballbegeisterten Fans in beiden Ländern trugen maßgeblich zur positiven Atmosphäre bei. Die Erwartungen an die Co-Gastgeber waren hoch, doch nur die Niederlande konnten diesen bis ins Halbfinale gerecht werden, während Belgien bereits in der Gruppenphase ausschied.
Die Gruppenphase: Deutschlands Debakel bei der EM 2000
Für die deutsche Nationalmannschaft war die EM 2000 ein Desaster, das in die Fußballgeschichte einging. Als amtierender Europameister und Vize-Weltmeister von 1996 reiste das Team von Trainer Erich Ribbeck mit großen Hoffnungen an. Doch die Realität sah anders aus. In der Gruppe A traf Deutschland auf England, Portugal und Rumänien. Nach einem mühsamen 1:1-Unentschieden gegen Rumänien, bei dem Mehmet Scholl den Ausgleich erzielte, folgte eine 0:1-Niederlage gegen England. Den Tiefpunkt erreichte das Team im letzten Gruppenspiel gegen Portugal, das bereits für das Viertelfinale qualifiziert war und eine B-Elf aufstellte. Deutschland verlor mit 0:3, wobei Sérgio Conceição alle drei Tore erzielte. Dies bedeutete das vorzeitige Aus nach der Gruppenphase mit nur einem Punkt und einem einzigen Tor – ein beispielloser Misserfolg für die deutsche Mannschaft.
Der deutsche Kader bei der EM 2000: Zwischen Anspruch und Realität
Der deutsche Kader bei der EM 2000 setzte sich aus einer Mischung aus erfahrenen Spielern und einigen Talenten zusammen, konnte jedoch die Erwartungen nicht erfüllen. Namen wie Oliver Kahn, Lothar Matthäus, Thomas Häßler und Jens Jeremies sollten für Stabilität sorgen, während Mehmet Scholl und Dietmar Hamann kreative Impulse setzen sollten. Doch die Mannschaft wirkte über weite Strecken ideenlos, langsam und wenig durchschlagskräftig. Die fehlende Harmonie und die Schwierigkeiten im Spielaufbau wurden überdeutlich. Die Aufstellungen von Erich Ribbeck stießen auf Kritik, und die Mannschaft fand während des gesamten Turniers nicht zu ihrer Form. Das Vorrunden-Aus war die logische Konsequenz einer desolaten Leistung.
Der Weg ins Finale: Dramen und Überraschungen
Während Deutschland früh die Heimreise antreten musste, entwickelten sich im weiteren Turnierverlauf spannende Duelle. Im Viertelfinale trafen unter anderem Portugal und die Türkei (2:0), Italien und Rumänien (2:0), sowie die Niederlande und Jugoslawien (6:1) aufeinander. Besonders die Niederlande begeisterten mit ihrem Offensivfußball und deklassierten Jugoslawien förmlich. Im Halbfinale kam es zu zwei echten Krachern: Frankreich traf auf Portugal, und die Niederlande auf Italien. Frankreich setzte sich in einem dramatischen Spiel gegen Portugal mit 2:1 nach Golden Goal durch, wobei Zinedine Zidane den entscheidenden Elfmeter verwandelte. Das andere Halbfinale zwischen den Niederlanden und Italien war ein Elfmeterkrimi, den Italien nach einem torlosen Spiel für sich entscheiden konnte, obwohl die Niederländer zwei Elfmeter in der regulären Spielzeit und drei weitere im Elfmeterschießen verschossen. Dieses Spiel ist bis heute Sinnbild für die Tragik des Gastgebers.
Das packende EM 2000 Finale: Frankreichs Golden Goal gegen Italien
Das Finale der EM 2000 am 2. Juli 2000 im Feijenoord-Stadion in Rotterdam war ein absoluter Klassiker zwischen zwei der besten Mannschaften der Welt: Frankreich und Italien. Italien ging durch Marco Delvecchio in der 55. Minute in Führung und schien den Titel bereits sicher zu haben. Doch Frankreich, angeführt von einem überragenden Zinedine Zidane, gab nicht auf. In der letzten Minute der regulären Spielzeit erzielte Sylvain Wiltord den vielumjubelten Ausgleich. Das Spiel ging in die Verlängerung, und in der 103. Minute war es David Trezeguet, der mit einem fulminanten Golden Goal das 2:1 für Frankreich sicherte. Der Jubel der Franzosen war grenzenlos, während die Italiener fassungslos auf dem Rasen lagen. Frankreich war damit der verdiente EM 2000 Sieger.
Frankreichs goldene Generation: Der Doppelpack nach der WM 1998
Der Triumph bei der EM 2000 war der Höhepunkt einer goldenen Ära für den französischen Fußball. Nur zwei Jahre zuvor hatte die Mannschaft im eigenen Land die Weltmeisterschaft gewonnen. Spieler wie Zinedine Zidane, Thierry Henry, Patrick Vieira, Didier Deschamps, Lilian Thuram und Marcel Desailly bildeten eine Einheit, die sowohl technisch brillant als auch mental extrem stark war. Sie spielten einen begeisternden Offensivfußball, gepaart mit einer soliden Defensive. Trainer Roger Lemerre hatte es geschafft, die Weltmeisterelf weiterzuentwickeln und eine Dominanz zu etablieren, die in dieser Form selten zu sehen war. Der Gewinn des Welt- und Europameistertitels in Folge war ein historischer Erfolg, den bis dahin nur Westdeutschland (1972/1974) und Spanien (2008/2010/2012) erreicht hatten.
EM 2000: Torschützenkönige, beste Spieler und Rekorde
Die EM 2000 bot zahlreiche individuelle Glanzleistungen. Gleich vier Spieler teilten sich den Titel des Torschützenkönigs mit jeweils drei Treffern: Patrick Kluivert (Niederlande), Savo Milošević (Jugoslawien), Nuno Gomes (Portugal) und Vladimír Šmicer (Tschechien). Zum Spieler des Turniers wurde der Franzose Zinedine Zidane von der UEFA ernannt, dessen geniale Pässe und entscheidende Tore das französische Spiel prägten. Auch Luís Figo (Portugal) und Paolo Maldini (Italien) zeigten herausragende Leistungen. Die EM 2000 war nicht nur wegen des Golden Goals im Finale, sondern auch wegen der hohen Spielqualität und der vielen spannenden Partien in Erinnerung geblieben. Die nachfolgende Tabelle gibt dir einen Überblick über die Gruppensieger.
| Gruppe | Gruppensieger | Zweiter | Punkte |
|---|---|---|---|
| A | Portugal | Rumänien | 9 |
| B | Italien | Türkei | 9 |
| C | Spanien | Jugoslawien | 7 |
| D | Niederlande | Frankreich | 9 |
Der offizielle EM 2000 Song: „Campione 2000“ von E-Type
Jedes große Turnier hat seinen Soundtrack, und die EM 2000 war da keine Ausnahme. Der offizielle Song des Turniers war „Campione 2000“ des schwedischen Eurodance-Künstlers E-Type. Der eingängige Refrain „Campione, Campione, Olé, Olé, Olé“ wurde zum Ohrwurm und begleitete die Fans durch das gesamte Turnier. Der Song trug zur festlichen Stimmung bei und ist auch heute noch vielen Fußballfans präsent, wenn sie an die Europameisterschaft vor über 25 Jahren denken. Er symbolisierte die Freude und die Feierlichkeit des Fußballs in Belgien und den Niederlanden.
Die langfristigen Auswirkungen der EM 2000 auf den DFB
Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2000 war ein Schock für den deutschen Fußball und hatte weitreichende Konsequenzen. Es wurde als Weckruf verstanden, der eine umfassende Reform im DFB und bei den Vereinen auslöste. Die Einführung von Nachwuchsleistungszentren bei allen Profiklubs, die Verbesserung der Trainerausbildung und eine stärkere Fokussierung auf die technische Ausbildung junger Spieler waren direkte Reaktionen auf das Debakel. Diese Reformen legten den Grundstein für zukünftige Erfolge, wie den Weltmeistertitel 2014. Die EM 2000 markierte somit einen Wendepunkt für den deutschen Fußball, der aus der Krise gestärkt hervorgehen sollte. Auch wenn die Ergebnisse erst Jahre später sichtbar wurden, war die Erkenntnis klar: Es musste sich grundlegend etwas ändern.
Die EM 2000 ist für mich persönlich ein Turnier der Extreme. Auf der einen Seite steht die nahezu perfekte französische Mannschaft, die mit einer Selbstverständlichkeit den Titel holte und ihre Ära prägte. Zinedine Zidane war in Topform, und das Golden Goal im Finale gegen Italien war die Krönung eines fantastischen Turniers. Auf der anderen Seite ist da das deutsche Debakel, das viele noch heute als Tiefpunkt der jüngeren DFB-Geschichte sehen. Es war ein bitterer Sommer für deutsche Fans, aber rückblickend auch der dringend benötigte Impuls für die Reformen, die den deutschen Fußball wieder an die Weltspitze führten. Die Entscheidung für zwei Co-Gastgeber war damals mutig und hat sich als erfolgreiches Modell für zukünftige Turniere erwiesen.
Häufige Fragen
Wer gewann die EM 2000?
Die EM 2000 wurde von der französischen Nationalmannschaft gewonnen. Im Finale besiegten sie Italien mit 2:1 nach Golden Goal in der Verlängerung. David Trezeguet erzielte den entscheidenden Treffer in der 103. Spielminute. Es war Frankreichs zweiter Europameistertitel und der erste, den sie als amtierender Weltmeister gewannen, was ihre goldene Generation unterstreicht.
Wo fand die EM 2000 statt?
Die EM 2000 war die erste Europameisterschaft, die von zwei Ländern gemeinsam ausgerichtet wurde. Die Co-Gastgeber waren Belgien und die Niederlande. Die Spiele wurden in insgesamt acht Städten ausgetragen: Brüssel, Brügge, Lüttich und Charleroi in Belgien sowie Amsterdam, Rotterdam, Eindhoven und Arnheim in den Niederlanden.
Wie schnitt Deutschland bei der EM 2000 ab?
Die deutsche Nationalmannschaft erlebte bei der EM 2000 ein historisches Debakel. Als Titelverteidiger scheiterte Deutschland bereits in der Gruppenphase. Mit nur einem Unentschieden gegen Rumänien (1:1) und zwei Niederlagen gegen England (0:1) sowie Portugal (0:3) belegte das Team von Erich Ribbeck den letzten Platz in Gruppe A. Es war das schlechteste Abschneiden einer deutschen Mannschaft bei einer EM bis zu diesem Zeitpunkt.
Wer waren die Top-Torschützen der EM 2000?
Bei der EM 2000 gab es vier Torschützenkönige, die jeweils drei Tore erzielten. Dies waren Patrick Kluivert aus den Niederlanden, Savo Milošević aus Jugoslawien, Nuno Gomes aus Portugal und Vladimír Šmicer aus Tschechien. Ihre Treffer trugen maßgeblich zu den Erfolgen ihrer jeweiligen Mannschaften bei und sorgten für spannende Partien im Turnierverlauf.
Welche langfristigen Folgen hatte die EM 2000 für den deutschen Fußball?
Das desaströse Abschneiden bei der EM 2000 wirkte als Katalysator für tiefgreifende Reformen im deutschen Fußball. Der DFB und die Bundesligavereine initiierten die flächendeckende Einführung von Nachwuchsleistungszentren, um die Ausbildung junger Talente zu verbessern. Diese strukturellen Veränderungen legten den Grundstein für eine neue Generation von Spielern, die Deutschland später zum Weltmeistertitel 2014 führen sollte. Die EM 2000 war somit ein schmerzhafter, aber notwendiger Wendepunkt.
Fazit
Fazit: Die EM 2000 war ein Turnier der Kontraste: Frankreichs überragender Triumph und Deutschlands bitteres Vorrunden-Aus. Sie zeigte die Qualität einer goldenen französischen Generation und wurde zum Startpunkt einer dringend benötigten Reform im deutschen Fußball. Das Finale mit dem Golden Goal bleibt unvergessen und unterstreicht die Dramatik und Faszination des europäischen Fußballs.
Herausgeber: Maik Möhring Media · fussball-nachschlagewerk.de · mm@maik-moehring.ch
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Quellen & weiterführende Informationen: UEFA · weltfussball.de
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