Felix Magath und die Entlassung beim FC Bayern: Ende Januar 2007 trennten sich die Münchner von einem Trainer, der ihnen zuvor zwei Doubles beschert hatte – ein auf den ersten Blick paradoxer Rauswurf. Für Magath, einen der erfolgreichsten und zugleich umstrittensten Trainer der Bundesliga-Geschichte, war es weder das erste noch das letzte Kapitel einer außergewöhnlichen Laufbahn. Nur gut zwei Jahre später schrieb er mit dem VfL Wolfsburg Fußballgeschichte. Hier findest du die Hintergründe des Bayern-Aus, seine Titel und die wichtigsten Stationen im Überblick.
- Felix Magath wurde Ende Januar 2007 beim FC Bayern entlassen.
- Zuvor hatte er mit den Bayern 2005 und 2006 jeweils das Double geholt.
- 2009 führte er den VfL Wolfsburg zur ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte.
- 2011 gewann er mit dem FC Schalke 04 den DFB-Pokal.
- Wegen seiner harten Trainingsmethoden trägt er den Spitznamen „Schleifer“.
- Als Spieler gewann er mit dem HSV 1983 den Europapokal der Landesmeister.
Stand: 17. Juli 2026.
Die Entlassung beim FC Bayern 2007
Als Felix Magath im Sommer 2004 beim FC Bayern die Nachfolge von Ottmar Hitzfeld antrat, war die Erwartungshaltung riesig – und Magath lieferte. In seinen ersten beiden Spielzeiten gewann er mit München jeweils das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Umso überraschender kam der Bruch: Nach einer enttäuschenden Hinrunde der Saison 2006/07, in der die Bayern den Anschluss an die Spitze verloren, zog der Vorstand Ende Januar 2007 die Reißleine. Ausgerechnet Hitzfeld kehrte als Nachfolger zurück. Die Entlassung galt vielen als hart, weil sie einen zweifachen Double-Gewinner traf – und wurde später oft als Beleg dafür zitiert, wie schnelllebig das Geschäft selbst bei Erfolg ist. Weitere Trainerwechsel ordnen wir im Bereich Transfers ein.
Vom HSV-Star zum Trainer
Bevor Magath an der Seitenlinie Karriere machte, war er ein herausragender Spieler. Geboren am 26. Juli 1953 in Aschaffenburg, wechselte er 1976 zum Hamburger SV, wo er zur Vereinslegende wurde. Mit dem HSV gewann er mehrere deutsche Meisterschaften und krönte seine Laufbahn 1983 mit dem Europapokal der Landesmeister – im Finale gegen Juventus Turin erzielte er das entscheidende Tor. 43-mal lief er für die deutsche Nationalmannschaft auf. Diese Erfahrung als Führungsspieler prägte später seinen Trainerstil. Mehr über die großen Namen des deutschen Fußballs findest du im Bereich Berühmte Spieler.
Der Triumph mit dem VfL Wolfsburg
Nach dem Bayern-Aus übernahm Magath 2007 den VfL Wolfsburg – und lieferte das Meisterstück seiner Trainerkarriere. In der Saison 2008/09 führte er die Wölfe sensationell zur ersten Deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Mit begeisterndem Offensivfußball und dem kongenialen Sturmduo Grafite und Edin Dzeko überrollte Wolfsburg die Konkurrenz. Für viele ist dieser Titel bis heute die größte Trainerleistung Magaths und eine der größten Überraschungen der Bundesliga-Historie – der Beweis, dass er aus einem vermeintlichen Durchschnittsteam einen Meister formen kann.
Felix Magath: Trainerstationen und Erfolge im Überblick
Die folgende Übersicht zeigt Magaths wichtigste Cheftrainer-Stationen im Profibereich mit den jeweiligen Erfolgen.
| Verein | Zeitraum | Erfolge |
|---|---|---|
| 1. FC Saarbrücken | 1995 | – |
| Hamburger SV | 1995–1997 | – |
| 1. FC Nürnberg | 1997–1998 | – |
| Werder Bremen | 1998–1999 | – |
| Eintracht Frankfurt | 2001 | – |
| VfB Stuttgart | 2001–2004 | Champions-League-Qualifikation |
| FC Bayern München | 2004–2007 | 2× Double (2005, 2006) |
| VfL Wolfsburg | 2007–2009 | Deutscher Meister 2009 |
| FC Schalke 04 | 2009–2011 | DFB-Pokalsieger 2011 |
| VfL Wolfsburg | 2011–2012 | – |
| FC Fulham | 2014 | – |
| Shandong Luneng | 2016–2017 | – |
| Hertha BSC | 2022 | Klassenerhalt |
Auswahl der wichtigsten Cheftrainer-Stationen. Kurzzeitige Engagements und Amateurteams sind nicht vollständig aufgeführt.
Das Image des „Schleifers“
Kaum ein Trainer polarisiert so wie Felix Magath. Sein Spitzname „Schleifer“ geht auf die extrem harten, konditionsbetonten Trainingsmethoden zurück: intensive Laufeinheiten, ein hoher Fitness-Fokus und eiserne Disziplin. Kritiker warfen ihm überharte Methoden und einen autoritären, distanzierten Führungsstil vor, es kam wiederholt zu Konflikten mit Spielern. Befürworter sahen genau darin den Schlüssel zu seinen Erfolgen mit Außenseitern. Unbestritten ist, dass Magath auch ein akribischer Taktiker war, der Gegner genau analysierte und junge Spieler gezielt entwickelte. Diese Doppelrolle aus Antreiber und Stratege macht seine Bilanz bis heute bemerkenswert.
Die Bayern-Entlassung 2007 wirkt im Rückblick wie ein Wendepunkt mit Ansage. Ein zweifacher Double-Sieger, der nach einer schwachen Halbserie gehen muss – das zeigt, wie gnadenlos der Maßstab an der Säbener Straße ist. Für Magath war das Aus aber kein Karriereknick, sondern die Bühne für seinen größten Coup: die Wolfsburger Meisterschaft. Genau diese Fähigkeit, aus Rückschlägen Kapital zu schlagen, macht seine Laufbahn so besonders – und den „Schleifer“ zu einer der prägendsten Trainerfiguren der Bundesliga.
Häufige Fragen
Wann wurde Felix Magath beim FC Bayern entlassen?
Felix Magath wurde Ende Januar 2007 beim FC Bayern München entlassen. Nach einer enttäuschenden Hinrunde, in der die Bayern den Anschluss an die Tabellenspitze verloren hatten, zog der Klub die Reißleine und ersetzte ihn durch Rückkehrer Ottmar Hitzfeld. Bemerkenswert war das Aus, weil Magath in den beiden Jahren zuvor jeweils das Double geholt hatte.
Welche Titel hat Felix Magath als Trainer gewonnen?
Felix Magath gewann mit dem FC Bayern München 2005 und 2006 jeweils das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. 2009 führte er den VfL Wolfsburg sensationell zur ersten Deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Mit dem FC Schalke 04 holte er 2011 den DFB-Pokal. Damit zählt er zu den erfolgreichsten deutschen Trainern seiner Generation.
Warum wird Felix Magath als Schleifer bezeichnet?
Der Spitzname Schleifer geht auf Magaths extrem harte, konditionsbetonte Trainingsmethoden zurück. Er ließ seine Mannschaften intensive Laufeinheiten absolvieren und legte großen Wert auf körperliche Fitness und Disziplin. Kritiker sahen darin überharte Methoden, Befürworter den Schlüssel zu seinen Erfolgen mit vermeintlichen Außenseitern.
Was war Felix Magaths größter Erfolg als Trainer?
Als größter Erfolg gilt die Deutsche Meisterschaft 2009 mit dem VfL Wolfsburg. Mit dem Sturmduo Grafite und Edin Dzeko und offensivem Fußball führte Magath einen Klub zum Titel, dem das kaum jemand zugetraut hatte. Für viele ist dieser Coup die größte Trainerleistung seiner Laufbahn und eine der größten Überraschungen der Bundesliga-Geschichte.
Bei welchen Vereinen war Felix Magath als Spieler aktiv?
Als Spieler ist Felix Magath vor allem mit dem Hamburger SV verbunden, für den er von 1976 bis 1986 spielte. Mit dem HSV gewann er mehrere Meisterschaften und 1983 den Europapokal der Landesmeister, im Finale erzielte er das entscheidende Tor gegen Juventus Turin. Zudem bestritt er 43 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft.
Fazit
Fazit: Die Entlassung beim FC Bayern 2007 war für Felix Magath kein Ende, sondern ein Neuanfang. Der zweifache Double-Gewinner formte in Wolfsburg aus einem Außenseiter einen Meister und schrieb damit Bundesliga-Geschichte. Als „Schleifer“ bleibt er eine der polarisierendsten, aber auch erfolgreichsten Trainerfiguren des deutschen Fußballs. Weitere Hintergründe findest du bei der Bundesliga.
Herausgeber: Maik Möhring Media · fussball-nachschlagewerk.de · mm@maik-moehring.ch
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Quellen & weiterführende Informationen: transfermarkt.de · kicker