Europameisterschaften

EM 1968 in Italien: Ein Titel per Münzwurf für Italien

Die EM 1968 in Italien bleibt unvergessen – nicht nur wegen des Gastgeber-Triumphs, sondern auch durch einen legendären Münzwurf im Halbfinale. Entdecke alle Fakten und den Turnierverlauf.

EM 1968 in Italien: Ein Titel per Münzwurf für Italien

Die Nerven lagen blank bei den Entscheidungen per Münzwurf.

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Die EM 1968 war ein Turnier voller Dramatik und hielt eine ganz besondere Kuriosität bereit: Gastgeber Italien sicherte sich den Titel nicht nur nach einem Wiederholungsspiel, sondern profitierte im Halbfinale sogar von einem legendären Münzwurf, um ins Endspiel einzuziehen. Diese dritte Auflage der Fußball-Europameisterschaft, damals noch als Europapokal der Nationen bekannt, fand vom 5. bis 10. Juni 1968 in Italien statt und schrieb mit ihrem ungewöhnlichen Entscheidungsmodus Geschichte. Für die deutsche Nationalmannschaft war es hingegen ein Turnier zum Vergessen, da sie bereits in der Qualifikation scheiterte.

📊 Das Wichtigste in Kürze
  • Europameister 1968 wurde Gastgeber Italien durch einen 2:0-Sieg im Wiederholungsfinale gegen Jugoslawien.
  • Das Halbfinale zwischen Italien und der Sowjetunion wurde nach einem 0:0 per Münzwurf zugunsten Italiens entschieden.
  • Deutschland scheiterte in der Qualifikation und verpasste die Endrunde, bekannt als „Schmach von Tirana“ gegen Albanien.
  • Die Endrunde fand vom 5. bis 10. Juni 1968 in Italien statt, mit nur vier teilnehmenden Nationen.
  • Die Stadien waren das Stadio Olimpico in Rom, das Stadio San Paolo in Neapel und das Stadio Comunale in Florenz.
  • Dragan Džajić aus Jugoslawien war mit zwei Toren der Top-Torschütze des Turniers.
  • Der EM-Titel war der erste für die italienische Nationalmannschaft.

Die EM 1968 in Italien: Ein Turnier im Umbruch

Die dritte Fußball-Europameisterschaft im Jahr 1968 markierte einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Turniers. Erstmals wurde der Wettbewerb offiziell als „Europameisterschaft“ bezeichnet, nachdem die beiden Vorgänger noch unter dem Namen „Europapokal der Nationen“ firmierten. Italien war dabei nicht nur der Gastgeber der Endrunde, sondern sollte am Ende auch den Titel gewinnen. Das Turnier fand vom 5. bis 10. Juni 1968 statt und war im Vergleich zu heutigen Dimensionen ein kleines Event mit nur vier Teilnehmern: Gastgeber Italien, Jugoslawien, England und die Sowjetunion. Trotz der geringen Anzahl an Spielen bot die EM 1968 höchste Dramatik und unvergessliche Momente, die bis heute in Erinnerung bleiben. Die Entscheidung per Münzwurf im Halbfinale ist dabei sicherlich die bekannteste Anekdote.

Die Qualifikation: Deutschlands „Schmach von Tirana“ und weitere Überraschungen

An der Qualifikation zur EM 1968 beteiligten sich 31 Nationalmannschaften, die in acht Gruppen eingeteilt wurden. Nur die Gruppensieger zogen in das Viertelfinale ein, von wo aus sich die vier Halbfinalisten für die Endrunde in Italien qualifizierten. Für Deutschland endete diese Phase in einem Desaster, das als „Schmach von Tirana“ in die deutsche Fußballgeschichte einging. Die DFB-Elf, damals amtierender Vizeweltmeister von 1966, traf in ihrer Gruppe auf Jugoslawien, Albanien und Zypern. Nach einem vielversprechenden Start mit drei Siegen verspielte Deutschland die Qualifikation am 17. Dezember 1967 mit einem 0:0 gegen den krassen Außenseiter Albanien in Tirana. Dieser Punktverlust ermöglichte es Jugoslawien, die Gruppe zu gewinnen und sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Es war das einzige Mal in der Geschichte, dass Deutschland eine Europameisterschafts-Endrunde verpasste, bis zur EM 1960 und EM 1964 an denen man freiwillig nicht teilnahm. Die „Schmach von Tirana“ bleibt ein dunkles Kapitel für die deutsche Nationalmannschaft und zeigt, dass auch Favoriten stolpern können.

Format und Besonderheiten: Wenige Teams, viel Drama und der Münzwurf

Das Turnierformat der EM 1968 war noch weit entfernt von den heutigen Großveranstaltungen mit 24 Teams. Die Endrunde bestand aus lediglich vier Mannschaften, die in einem K.o.-System um den Titel kämpften. Es gab zwei Halbfinals, ein Spiel um Platz drei und das Finale. Eine Besonderheit, die für heutige Verhältnisse unvorstellbar scheint, war die Regelung bei einem Unentschieden nach Verlängerung im Halbfinale: Es gab kein Elfmeterschießen, sondern ein Münzwurf entschied über den Einzug ins Finale. Genau diese Regelung sollte im Halbfinale zwischen Italien und der Sowjetunion für eine der denkwürdigsten Entscheidungen in der EM-Historie sorgen. Das Finale selbst sah eine weitere Besonderheit vor: Endete das Endspiel nach Verlängerung unentschieden, wurde ein Wiederholungsspiel angesetzt, anstatt auf einen Münzwurf zurückzugreifen. Diese historischen Regeln trugen maßgeblich zum dramatischen Charakter der EM 1968 bei.

Die Halbfinals: Dramatische Entscheidungen

Die beiden Halbfinals wurden am 5. Juni 1968 ausgetragen und lieferten bereits reichlich Spannung:

  1. Italien gegen Sowjetunion (Neapel): Dieses Spiel war der Höhepunkt der dramatischen Entscheidungen. Nach 90 Minuten stand es 0:0, und auch die Verlängerung brachte keine Tore. Die Spieler waren erschöpft, und es musste der Münzwurf entscheiden. Im Kabinentrakt des Stadio San Paolo war es Italiens Kapitän Giacinto Facchetti, der die historische Wahl traf und das Glück auf seiner Seite hatte. Italien zog ins Finale ein, während die Sowjetunion, die bei der EM 1960 noch triumphant gewesen war, ausschied.
  2. Jugoslawien gegen England (Florenz): Im zweiten Halbfinale traf der amtierende Weltmeister England auf Jugoslawien. Die Engländer, gespickt mit Stars wie Bobby Charlton und Gordon Banks, galten als Favoriten. Doch Jugoslawien, angeführt von Dragan Džajić, zeigte eine starke Leistung. Džajić erzielte in der 86. Minute das entscheidende Tor zum 1:0 für Jugoslawien und schockierte den Weltmeister. England musste sich mit dem Spiel um Platz drei begnügen.

Das Spiel um Platz drei fand am 8. Juni 1968 in Rom statt, wo England mit 2:0 gegen die Sowjetunion gewann. Bobby Charlton und Geoff Hurst erzielten die Tore für die Three Lions.

Das Finale: Italien gegen Jugoslawien und der legendäre Münzwurf

Das Finale der EM 1968 zwischen Gastgeber Italien und Jugoslawien war ein packendes Duell, das über zwei Spiele ging. Das erste Finale fand am 8. Juni 1968 im Stadio Olimpico in Rom statt. Jugoslawien ging durch einen Treffer von Dragan Džajić in der 32. Minute in Führung. Italien tat sich lange schwer, konnte aber in der 80. Minute durch Angelo Domenghini ausgleichen. Auch die Verlängerung brachte keine Entscheidung, sodass das Spiel 1:1 endete. Gemäß den damaligen Regeln wurde kein Elfmeterschießen durchgeführt, sondern ein Wiederholungsspiel angesetzt.

Das Wiederholungsspiel fand nur zwei Tage später, am 10. Juni 1968, ebenfalls im Stadio Olimpico in Rom statt. Die italienische Mannschaft, die im ersten Spiel noch unter Druck stand, zeigte sich im zweiten Anlauf deutlich verbessert. Luigi Riva brachte die Azzurri bereits in der 12. Minute in Führung, und Pietro Anastasi erhöhte in der 31. Minute auf 2:0. Diesen Vorsprung verteidigte Italien souverän bis zum Schlusspfiff und krönte sich damit zum Europameister. Der Sieg vor heimischem Publikum war ein großer Triumph für die italienische Nationalmannschaft und eine Genugtuung für die dramatische Halbfinalentscheidung.

Italiens Triumph: Der erste EM-Titel für die Squadra Azzurra

Der Gewinn der Europameisterschaft 1968 war ein historischer Moment für den italienischen Fußball. Es war der erste und bis heute einzige EM-Titel, den die Squadra Azzurra im eigenen Land feiern konnte. Unter der Leitung von Trainer Ferruccio Valcareggi präsentierte sich eine Mannschaft, die zwar nicht immer glänzte, aber über eine enorme kämpferische Stärke und eine starke Defensive verfügte. Spieler wie Kapitän Giacinto Facchetti, Torhüter Dino Zoff, Sandro Mazzola und Gigi Riva wurden zu Nationalhelden. Der Titelgewinn trug maßgeblich dazu bei, das Ansehen des italienischen Fußballs international zu festigen und legte den Grundstein für weitere Erfolge in den kommenden Jahrzehnten. Die EM 1968 ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Turnier mit wenigen Spielen und einem ungewöhnlichen Modus dennoch eine tiefgreifende Wirkung entfalten kann. Für viele Fans ist die Geschichte des Münzwurfs bis heute ein Mythos, der das Turnier unsterblich gemacht hat.

Schlüsselspieler und Top-Torschützen der EM 1968

Obwohl die EM 1968 nur vier Spiele umfasste, gab es dennoch herausragende Spieler, die das Turnier prägten. Der unbestrittene Star und Top-Torschütze war der Jugoslawe Dragan Džajić, der mit seinen zwei Toren – einem im Halbfinale gegen England und einem im ersten Finale gegen Italien – die meisten Treffer erzielte. Džajić, ein begnadeter Linksaußen, war bekannt für seine Dribbelkünste und präzisen Schüsse und wurde als einer der besten Spieler seiner Generation gefeiert. Bei den Italienern glänzten vor allem Luigi Riva und Pietro Anastasi, die im Wiederholungsfinale die entscheidenden Tore schossen. Riva, ein bulliger Mittelstürmer, war zu dieser Zeit einer der gefürchtetsten Angreifer Europas. Auch Kapitän Giacinto Facchetti (Italien), Gordon Banks (England) und Franz Beckenbauer (Deutschland, in der Qualifikation) hinterließen ihre Spuren. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Top-Torschützen der Endrunde:

SpielerNationalitätTore
Dragan DžajićJugoslawien2
Angelo DomenghiniItalien1
Luigi RivaItalien1
Pietro AnastasiItalien1
Bobby CharltonEngland1
Geoff HurstEngland1

Die Stadien und Spielorte der EM 1968

Als Gastgeber der Endrunde stellte Italien drei renommierte Stadien zur Verfügung, die für die geringe Anzahl an Spielen ausreichend waren. Diese Stadien sind bis heute wichtige Schauplätze des italienischen Fußballs und haben eine reiche Geschichte. Hier eine Übersicht der Spielorte:

  • Stadio Olimpico, Rom: Das größte der drei Stadien diente als Austragungsort für das Spiel um Platz drei sowie für beide Finalspiele. Es ist die Heimstätte von AS Rom und Lazio Rom und war bereits Schauplatz zahlreicher großer internationaler Events.
  • Stadio San Paolo, Neapel: Hier fand das dramatische Halbfinale zwischen Italien und der Sowjetunion statt, das per Münzwurf entschieden wurde. Das Stadion ist die Heimspielstätte des SSC Neapel und bekannt für seine leidenschaftliche Atmosphäre.
  • Stadio Comunale, Florenz: In Florenz wurde das zweite Halbfinale zwischen Jugoslawien und England ausgetragen. Das Stadion, heute als Stadio Artemio Franchi bekannt, ist die Heimat der Fiorentina.

Die Wahl dieser Spielorte spiegelte die geografische und kulturelle Vielfalt Italiens wider und bot eine würdige Bühne für die dritte Auflage der Fußball-Europameisterschaft. Obwohl die Zuschauerzahlen im Vergleich zu modernen Turnieren gering waren, trugen die historischen Kulissen zu den unvergesslichen Momenten der EM 1968 bei.

⚽ FNW-Einordnung

Die EM 1968 ist ein wichtiges Puzzlestück in der Entwicklung der Europameisterschaft. Sie zeigt, wie sich das Turnier von einem kleinen, exklusiven Wettbewerb zu dem heutigen Großereignis entwickelte. Der Münzwurf als Entscheidungsfindung mag aus heutiger Sicht kurios wirken, war aber symptomatisch für eine Zeit, in der das Regelwerk noch nicht so ausgereift war wie heute. Für Deutschland war das Scheitern in der Qualifikation eine bittere Erfahrung, die aber auch den Grundstein für eine professionellere Herangehensweise an zukünftige Turniere legte. Insgesamt bleibt die EM 1968 ein faszinierendes Beispiel für die Frühzeit des modernen internationalen Fußballs.

Häufige Fragen

Wer war 1968 Europameister?

Europameister 1968 wurde Gastgeber Italien. Die italienische Nationalmannschaft setzte sich im Finale nach einem Wiederholungsspiel gegen Jugoslawien durch. Das erste Finalspiel endete 1:1 nach Verlängerung, woraufhin ein zweites Spiel angesetzt wurde, das Italien mit 2:0 gewann. Dieser Titel war der erste für die Squadra Azzurra bei einer Fußball-Europameisterschaft und ein großer Erfolg vor heimischem Publikum.

Welchen Platz hatte Deutschland bei der EM 1968?

Deutschland hatte bei der EM 1968 keinen Platz in der Endrunde, da die Nationalmannschaft bereits in der Qualifikation scheiterte. In der Gruppenphase verpasste die DFB-Elf den Gruppensieg, nachdem sie im entscheidenden Spiel gegen Albanien nur ein 0:0 erreichte. Dieses Ergebnis, bekannt als die „Schmach von Tirana“, kostete Deutschland die Teilnahme am Viertelfinale und somit auch an der Endrunde in Italien.

Wie lief die Qualifikation zur EM 1968 ab?

Die Qualifikation zur EM 1968 begann mit einer Gruppenphase, an der 31 Nationalmannschaften in acht Gruppen teilnahmen. Nur die Gruppensieger zogen in das Viertelfinale ein. Dort spielten die acht verbliebenen Teams in Hin- und Rückspielen die vier Teilnehmer der Endrunde aus. Die Besonderheit war, dass Gastgeber Italien ebenfalls die Qualifikation durchlaufen musste, um sich für die eigene Endrunde zu qualifizieren, was sie erfolgreich taten.

Was war das Besondere am Finale der EM 1968?

Das Besondere am Finale der EM 1968 war, dass es über zwei Spiele ausgetragen werden musste. Nach dem ersten Finalspiel zwischen Italien und Jugoslawien, das 1:1 nach Verlängerung endete, wurde kein Elfmeterschießen durchgeführt. Stattdessen sah das damalige Regelwerk ein Wiederholungsspiel vor. Italien gewann dieses zweite Spiel mit 2:0 und sicherte sich damit den Europameistertitel. Dies ist eine Seltenheit in der Geschichte großer Fußballturniere.

Welche Stadien waren bei der EM 1968 in Italien die Spielorte?

Die EM 1968 in Italien wurde in drei verschiedenen Stadien ausgetragen. Die Spielorte waren das Stadio Olimpico in Rom, das Stadio San Paolo in Neapel und das Stadio Comunale (heute Stadio Artemio Franchi) in Florenz. Das Stadio Olimpico in Rom war dabei der Hauptschauplatz, wo sowohl das Spiel um Platz drei als auch beide Finalspiele ausgetragen wurden. Die Stadien boten eine klassische Kulisse für dieses historische Turnier.

Wer waren die Top-Torschützen der EM 1968?

Der Top-Torschütze der Endrunde der EM 1968 war Dragan Džajić aus Jugoslawien. Er erzielte insgesamt zwei Tore, eines im Halbfinale gegen England und ein weiteres im ersten Finalspiel gegen Italien. Weitere Torschützen im Turnierverlauf waren Angelo Domenghini, Luigi Riva und Pietro Anastasi für Italien sowie Bobby Charlton und Geoff Hurst für England. Aufgrund der geringen Anzahl an Spielen gab es keine Vielzahl an Toren.

Fazit

Fazit: Die EM 1968 bleibt ein Meilenstein in der Geschichte des europäischen Fußballs. Nicht nur, weil Italien vor heimischem Publikum triumphierte, sondern vor allem wegen der einzigartigen Dramatik, die durch den Münzwurf im Halbfinale und das Wiederholungsspiel im Finale entstand. Für Fußballfans, die sich für die Fußballturniere und Wettbewerbe der Vergangenheit interessieren, bietet dieses Turnier eine Fülle von Geschichten und Anekdoten. Es zeigt, wie sich der Fußball über die Jahrzehnte entwickelt hat und welche Kuriositäten vergangene Regelwerke bereithielten. Die „Schmach von Tirana“ für Deutschland ist dabei ein mahnendes Beispiel, wie schnell sich das Blatt wenden kann, selbst für vermeintliche Favoriten.

Herausgeber: Maik Möhring Media · fussball-nachschlagewerk.de · mm@maik-moehring.ch

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

Quellen & weiterführende Informationen: UEFA · weltfussball.de

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