WWK Arena

Augsburg  •  30.660 Plätze
Stadt
Augsburg
Adresse
Bürgermeister Ulrich-Straße 90
Kapazität
30.660 Plätze
Rasenart
Naturrasen
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Heimverein
FC Augsburg
1. Bundesliga
Die Geschichte des Stadions

Baugeschichte & Eröffnung

Die WWK Arena entstand als komplett neu geplantes Fußballstadion für den FC Augsburg im Süden der Stadt zwischen den Stadtteilen Göggingen und dem Universitätsviertel an der Bundesstraße 17. Nach einem Architektenwettbewerb, den das Büro Titus Bernhard Architekten aus Augsburg gewann, begann die Bauzeit im November 2007; ausführendes Bauunternehmen war die HBM Stadien- und Sportstättenbau GmbH aus Neuss in Zusammenarbeit mit BAM Deutschland AG. Die Arena wurde als reines Fußballstadion ohne Leichtathletikanlage errichtet und am 26. Juli 2009 eröffnet.

Die Baukosten von rund 45 Millionen Euro wurden über mehrere Quellen finanziert: 25 Millionen Euro brachte eine private Investorengruppe um den damaligen FCA-Präsidenten Walther Seinsch auf, der Freistaat Bayern beteiligte sich mit 5 Millionen Euro, und weitere 15 Millionen Euro wurden über Kredite finanziert, für die die Stadt Augsburg eine Bürgschaft von 12 Millionen Euro übernahm. Zusätzlich investierte die Stadt Augsburg rund 13,5 Millionen Euro in die Infrastruktur rund um das Stadion, darunter 7 Millionen Euro für Außenanlagen und rund 2.500 Parkplätze. Am 14. November 2022 gab der FC Augsburg bekannt, das ursprüngliche Stadiondarlehen vollständig zurückgezahlt zu haben.

Architektur

Das von Titus Bernhard Architekten entworfene Stadion zeichnet sich durch ein um acht Meter unter das Straßenniveau abgesenktes Spielfeld aus, wodurch die Außenhülle des Gebäudes kleiner ausfallen konnte und die Energieeffizienz deutlich verbessert wurde. In der ersten Bauphase verfügt die Arena über 19.060 Sitzplätze und 11.034 Stehplätze sowie 520 Logenplätze und 46 Rollstuhlplätze, insgesamt rund 30.660 Plätze; eine zweite, planerisch vorgesehene Ausbaustufe könnte das Stadion auf eine Vollbestuhlung mit rund 39.880 Plätzen oder durch Umwandlung von Sitz- in Stehplätze auf bis zu 49.000 Plätze erweitern. Mit Baukosten von rund 1.300 Euro pro Sitzplatz galt die Arena im Vergleich als vergleichsweise kostengünstig realisiert.

Ursprünglich war eine gläserne Fassade vorgesehen; aus Kostengründen wurde diese Ende Juli 2008 zugunsten einer Aluminium-Rohr-Konstruktion aufgegeben, worauf sich alle Projektbeteiligten im Februar 2009 einigten. Eine ebenfalls geplante Photovoltaik-Fassade wurde ebenfalls verworfen, und der FC Augsburg wurde 2011 von einer ursprünglich vereinbarten Fassadenpflicht entbunden. 2016 kündigte der neue Namenssponsor WWK an, bis zum Frühjahr 2017 eine beleuchtete Außenfassade aus einem Geflecht aluminiumeloxierter Einzelstäbe mit LED-Beleuchtung zu errichten; seit September 2017 erstrahlt diese Fassade in den Farben Rot, Grün und Weiß und leuchtet nach Heimsiegen des FC Augsburg in Grün. Ein herausragendes technisches Merkmal ist die frühzeitig realisierte Klimaneutralität der Arena, die als eines der ersten CO2-emissionsfreien Fußballstadien weltweit gilt: Sechs jeweils 40 Meter tiefe Erdwärmesonden mit Wärmetauschern versorgen die Anlage über ökologische Wärmepumpen, ergänzt durch einen Bioerdgas-Kessel für Spitzenlastzeiten. Für dieses Energiekonzept erhielten der FC Augsburg, die Lechwerke AG und die Stadtwerke Augsburg den zwölften KUMAS-Umweltpreis, und die Arena wurde 2011 als einer der „365 Orte im Land der Ideen” ausgezeichnet. Für ihre gestalterischen Leistungen erhielt die Arena zudem 2018 den Langner-Stiftungspreis der Stadt Augsburg und 2019 den Red Dot Award in der Kategorie „Best of Best”.

Umbauten & Modernisierungen

Nach der Fertigstellung 2009 blieb die grundlegende bauliche Struktur der Arena weitgehend unverändert, jedoch wurde das Erscheinungsbild 2016/2017 durch die neue, LED-beleuchtete Außenfassade grundlegend verändert. 2019 wurden die Businessbereiche des Stadions umfassend modernisiert und aufgewertet. Kontinuierlich erweitert wurde außerdem das umgebende Trainingsgelände bis Ende 2018 um eine Geschäftsstelle, drei Rasentrainingsplätze, ein Funktionsgebäude mit Fanshop und Fankneipe, eine Lagerhalle sowie eine permanente Sprintstrecke für die Nachwuchsförderung.

Seit der Saison 2024/25 führt der FC Augsburg das Catering in der WWK Arena in Eigenregie durch, nachdem dieser Bereich zuvor extern vergeben war. Die ursprünglich vorgesehene zweite Ausbaustufe zur Erhöhung der Zuschauerkapazität auf bis zu 39.880 vollbestuhlte beziehungsweise 49.000 gemischte Plätze wurde bislang nicht umgesetzt.

Namensgeschichte

In der Planungsphase vor 2009 war das Projekt zunächst unter dem Arbeitstitel Augsburg Arena bekannt. Zur Eröffnung im Juli 2009 erhielt das Stadion durch die impuls Finanzmanagement AG die Bezeichnung impuls arena, die bis 2011 Bestand hatte. Von 2011 bis 2015 trug das Stadion den Namen SGL arena, benannt nach dem Kohlenstoffprodukte-Hersteller SGL Carbon SE.

Seit der Saison 2015/16 ist die WWK Versicherungsgruppe Namensgeber der Arena, die seither offiziell WWK ARENA heißt. Der ursprüngliche Sponsorenvertrag war auf zehn Jahre angelegt und wurde im Januar 2019 vorzeitig bis zum Jahr 2030 verlängert.

Zuschauerrekord & Kapazität

Bereits kurz nach der Eröffnung setzte die Arena einen bemerkenswerten Zuschauerrekord im Frauenfußball: Am 29. Oktober 2009 verfolgten 28.367 Zuschauer das Länderspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen die USA, zum damaligen Zeitpunkt die zweithöchste je in Deutschland bei einem Frauenfußballspiel erzielte Zuschauerzahl. Die reguläre Kapazität der Arena liegt in ihrer ersten Ausbaustufe bei rund 30.660 Plätzen (19.060 Sitzplätze, 11.034 Stehplätze, 520 Logenplätze, 46 Rollstuhlplätze).

Bei der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2011 sowie der U-20-Weltmeisterschaft der Frauen 2010 gehörte die Arena zu den regelmäßig gut besuchten Spielorten, wobei insbesondere das Spiel Frankreich gegen Deutschland bei der U-20-WM 2010 mit 26.273 Zuschauern – begünstigt durch einen „Wandertag” Augsburger Schulen – als eine der höchsten Zuschauerzahlen der Anlage in dieser Zeit gilt.

Bedeutende Spiele & Ereignisse

Bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung war die Arena internationaler Austragungsort: Am 7. August 2010 fand hier das Finale um den deutschen Fußball-Supercup (DFL-Supercup) statt, das der FC Bayern München gegen den FC Schalke 04 für sich entschied. Am 30. September 2008 – noch vor Fertigstellung des Baus – war die Arena als einer von neun Spielorten für die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 ausgewählt worden; während des Turniers trug sie offiziell den Namen „FIFA Frauen-WM-Stadion Augsburg”, wofür bauliche Anpassungen zur Erlangung der FIFA-Zulassung erforderlich waren. Bereits zuvor, 2010, war die Arena einer von vier Austragungsorten der U-20-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen.

Ein Herren-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft fand am 29. Mai 2016 statt, als Deutschland in einem Benefizspiel gegen die Slowakei mit 1:3 verlor; die Partie war geprägt von einer 38-minütigen Halbzeitpause aufgrund eines schweren Unwetters über Augsburg.

Sonstige Nutzung

Die WWK Arena wird regelmäßig auch für Konzerte und andere Großveranstaltungen genutzt, wie sie unter anderem über die Plattform der Stadt Augsburg und lokale Eventkalender beworben werden; die genaue Historie einzelner Konzerttermine ist öffentlich jedoch weniger systematisch dokumentiert als bei älteren Bundesliga-Standorten.

Am 1. August 2015 wurde anlässlich eines Freundschaftsspiels gegen den FC Toulouse ein Denkmal für den ehemaligen Nationalspieler Helmut Haller vor der Arena enthüllt. Die über zwei Meter hohe und rund fünf Tonnen schwere Bronzestatue des Bildhauers Wolfgang Auer zeigt Haller in einer charakteristischen Schussposition; die FCA-Fans sammelten für die Finanzierung rund 25.000 Euro durch Spenden, Versteigerungen und den Verkauf von Sondermerchandise. Das Stadiongelände ist über eine eigene Straßenbahnanbindung erschlossen und liegt nur etwa 40 Meter von der Bundesstraße 17 entfernt; die Zufahrtsstraße wurde nach dem früheren FCA-Funktionär Kurt Bösch benannt.

Das Stadion heute

Die WWK Arena ist bis heute die Heimspielstätte des FC Augsburg und gilt architektonisch wie energetisch weiterhin als vorbildlich, insbesondere wegen ihrer frühzeitig realisierten Klimaneutralität durch Erdwärmenutzung. Nach der vollständigen Tilgung des ursprünglichen Stadiondarlehens im November 2022 ist der Verein wirtschaftlich unabhängiger von den ursprünglichen Finanzierungsstrukturen. Der Namenssponsoring-Vertrag mit der WWK Versicherungsgruppe läuft nach der Verlängerung von Januar 2019 noch bis zum Jahr 2030. Seit der Saison 2024/25 betreibt der FC Augsburg das Catering im Stadion in Eigenregie. Die markante, seit 2017 LED-beleuchtete Fassade sowie das Haller-Denkmal prägen bis heute das äußere Erscheinungsbild der Arena im Augsburger Süden.

Recherchiert: 09.09.2026
Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026 05:11 Uhr