Vonovia Ruhrstadion

Bochum  •  27.559 Plätze
Stadt
Bochum
Adresse
Castropher Straße 145
Kapazität
27.559 Plätze
Rasenart
Naturrasen
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Heimverein
VfL Bochum 1848
2. Bundesliga
Die Geschichte des Stadions

Baugeschichte & Eröffnung

Die Geschichte des heutigen Vonovia Ruhrstadions reicht bis in das Jahr 1911 zurück, als der SuS Bochum 08 eine Wiese außerhalb der damaligen Bebauung der Stadt im Stadtteil Grumme an der Castroper Straße pachtete. Nach dem Verpächter wurde das Gelände umgangssprachlich lange als „Dieckmanns Wiese“ bezeichnet. Das erste offizielle Fußballspiel an diesem Standort fand am 8. Oktober 1911 vor 500 Zuschauern statt.

Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte der Ausbau zu einem modernen Stadion: 1921 errichtete der TuS 1848 Bochum an der Castroper Straße ein Stadion mit Platz für etwa 50.000 Zuschauer. Bereits 1922 war die Anlage so weit etabliert, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft hier am 2. Juli 1922 ein Freundschaftsspiel gegen Ungarn bestritt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Stadion auch für Massenveranstaltungen genutzt; am 24. Juli 1932 hielt Adolf Hitler dort im Reichswahlkampf eine Rede, zu der je nach Quelle zwischen 30.000 und 100.000 Besucher gekommen sein sollen. In den folgenden Jahren fanden weitere Parteiveranstaltungen im Stadion statt. Das letzte Spiel vor Kriegsende wurde am 17. September 1944 ausgetragen; danach beschlagnahmte die britische Militärregierung das Gelände zunächst. Das erste Nachkriegsspiel konnte der VfL am 22. März 1946 gegen Union Gelsenkirchen im Stadion austragen.

Architektur

Der Stadionkorpus des Ruhrstadions wird von 38 sichelförmigen Trägern getragen; für den Bau wurde Sichtbeton verwendet. Die Architekturplanung des Umbaus zum heutigen Ruhrstadion Ende der 1970er Jahre wurde vom städtischen Hochbauamt Bochum – heute Bauordnungsamt – ausgeführt, wodurch die Anlage bis heute eine funktionale, unverwechselbare Grundstruktur besitzt.

Umbauten & Modernisierungen

In den 1950er Jahren entstand am Stadion eine Sitzplatztribüne mit 2.700 Plätzen, von denen 1.300 überdacht waren. Nach dem Aufstieg des VfL Bochum in die Bundesliga 1971 wurde eine Flutlichtanlage installiert, die am 7. Oktober 1972 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach erstmals zum Einsatz kam.

Der bis dahin größte Umbau erfolgte zwischen März 1976 und Juli 1979; der Verein trug seine Heimspiele währenddessen auf einer Baustelle aus. Am 21. Juli 1979 wurde das Stadion unter dem neuen Namen Ruhrstadion Bochum mit einem 3:0-Sieg gegen die SG Wattenscheid 09 eingeweiht. Die ursprüngliche Kapazität des neuen Ruhrstadions betrug 49.522 Zuschauer.

Vor der Saison 1997/98 wurde die Westtribüne, die zuvor eine reine Stehplatztribüne war, zu einer Sitzplatztribüne umgebaut. Zur Saison 2012/13 lag die Kapazität bei 29.299 Plätzen, davon 16.174 Sitz- und 13.125 Stehplätze. Seit August 2003 verfügt der VfL Bochum zudem über ein fünfstöckiges Stadioncenter hinter der Nordtribüne, das Räumlichkeiten für die Betreuung von rund 1.250 VIPs bietet; im Erdgeschoss befinden sich ein Fanshop sowie die Gastronomie „8zehn48“.

Zum Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am 18. März 2022 wurde die Zuschauerkapazität auf 25.000 Personen beschränkt, zu Beginn der Saison 2022/23 wurde sie neu auf 26.000 Personen festgelegt. Am 10. April 2024 stellte die Stadt Bochum gemeinsam mit einem Architekturbüro und dem VfL Bochum bei einer Informationsveranstaltung Pläne für eine Stadionsanierung vor. Ziel ist es, die Zuschauerkapazität auf 27.500 Plätze zu erhöhen, was zugleich den am derzeitigen Standort möglichen Höchstwert darstellt; zudem soll ein eigener Vorplatz entstehen und die technischen und sanitären Anlagen erneuert werden.

Namensgeschichte

Seinen bis heute bekannten Namen Ruhrstadion Bochum erhielt die Spielstätte am 21. Juli 1979 bei der Wiedereröffnung nach dem großen Umbau der späten 1970er Jahre. Ab der Saison 2006/07 trug das Stadion für rund zehn Jahre den Namen des Energieunternehmens Rewirpower, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Bochum: Der ursprünglich auf fünf Jahre geschlossene Vertrag zwischen Verein und Unternehmen wurde 2011 bis 2016 verlängert, die Umbenennung selbst wurde jedoch vom Großteil der Bochumer Fanszene kritisiert.

Nach Vertragsende trug die Spielstätte ab dem 1. Juli 2016 für wenige Tage lediglich den schlichten Namen „Stadion Bochum“. Anfang Juli 2016 gaben der VfL Bochum, Vonovia und die Stadt Bochum auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt, dass das Stadion künftig den Namen des Wohnungsunternehmens Vonovia in Verbindung mit dem traditionsreichen und bei den Fans beliebten Namen Ruhrstadion tragen werde. Am 26. August 2016 wurde die Nordwestseite des Stadions als erste der vier Ecken mit dem neuen Namensschriftzug versehen. Der 2021 eigentlich auslaufende Vertrag wurde bereits im November 2020 um weitere fünf Jahre bis in den Juni 2026 verlängert.

Zuschauerrekord & Kapazität

Mit seiner Wiedereröffnung 1979 bot das Ruhrstadion Platz für 49.522 Zuschauer. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde die Kapazität aus Sicherheits- und Komfortgründen mehrfach reduziert: Zur Saison 2012/13 lag sie bei 29.299 Plätzen (16.174 Sitz- und 13.125 Stehplätze), 2022 wurde sie zunächst auf 25.000 und dann auf 26.000 Zuschauer festgelegt. Mit der 2024 angekündigten Sanierung soll die Kapazität künftig auf 27.500 Plätze steigen – nach heutigem Planungsstand der Höchstwert, der am jetzigen Standort erreichbar ist.

Bedeutende Spiele & Ereignisse

Die deutsche Fußballnationalmannschaft spielte insgesamt dreimal im Ruhrstadion: 1981 gegen Finnland (7:1), 1986 gegen Jugoslawien (1:1) und 1993 gegen Ghana (6:1). Das erste internationale Pflichtspiel des VfL Bochum im eigenen Stadion fand am 30. September 1997 im UEFA-Pokal gegen den türkischen Verein Trabzonspor statt und wurde mit 5:3 gewonnen. Bei bisher zwei UEFA-Pokal-Teilnahmen (1997/98 und 2004/05) und insgesamt vier internationalen Heimspielen ist der VfL im eigenen Stadion bei internationalen Pflichtspielen bis heute ungeschlagen.

Das Stadion war zudem Austragungsort der U21-Fußball-Europameisterschaft 2004, unter anderem des Endspiels. Während der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen U20 2010 sowie der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 trug die Spielstätte den neutralen Turniernamen „FIFA Frauen-WM-Stadion Bochum“.

Sonstige Nutzung

Das Ruhrstadion ist seit Jahrzehnten auch eine bedeutende Konzertlocation im Ruhrgebiet. Herbert Grönemeyer, seit 2006 Mitglied des VfL Bochum, gab dort ausverkaufte Open-Air-Konzerte in den Jahren 1985, 1994, 1998, 2003, 2007, 2009, 2012, 2015 und 2019 sowie zuletzt mit vier Konzerten im Juni 2024. Am 11. September 1982 fand im Stadion ein großes Konzertfestival statt, bei dem vor schätzungsweise 200.000 Zuschauern über 200 Künstler auftraten. Weitere große Konzerte gaben David Bowie (15. Juni 1983), Peter Gabriel (1987), das Festival „Monsters of Rock“ (1988) und Die Toten Hosen (2013).

Das Stadion heute

Das Vonovia Ruhrstadion ist bis heute die Heimspielstätte des VfL Bochum 1848 und fasst aktuell rund 26.000 Zuschauer. Der Namensrechtevertrag mit dem Wohnungsunternehmen Vonovia läuft noch bis Juni 2026. Im April 2024 wurden erste konkrete Pläne für eine umfassende Sanierung des Stadions vorgestellt, die neben einer moderaten Kapazitätserhöhung auf bis zu 27.500 Plätze auch einen neuen Vorplatz sowie erneuerte technische und sanitäre Anlagen vorsehen; damit soll das traditionsreiche, seit über einem Jahrhundert am selben Standort an der Castroper Straße genutzte Stadion an heutige Anforderungen angepasst werden.

Recherchiert: 09.09.2026
Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026 05:21 Uhr