Şükrü Saracoğlu Stadium

İstanbul  •  50.530 Plätze
Stadt
İstanbul
Adresse
Recep Peker Caddesi, Kadıköy
Kapazität
50.530 Plätze
Rasenart
Naturrasen
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Heimverein
Fenerbahçe
Süper Lig
Die Geschichte des Stadions

Baugeschichte & Eröffnung

Das Stadion im Istanbuler Stadtteil Kadıköy zählt zu den geschichtsreichsten Sportanlagen der Türkei. Das Gelände, ursprünglich als „Papazın Çayırı“ (Priesterwiese) bekannt und Teil des Besitzes des Sultanspalastes, wurde 1908 von einer Gruppe von Sportbegeisterten um Ziya Songülen und Cemil Topuzlu für den Sportbetrieb erschlossen; am 17. September 1908 fand die offizielle Eröffnung statt. Der Verein Fenerbahçe erwarb das Gelände 1933 vom türkischen Staat und wurde damit zum ersten Fußballklub der Türkei mit einem eigenen Stadion. Nachdem die Anlage 1964/65 abgerissen worden war, entstand über einen Zeitraum von rund 18 Jahren ein kompletter Neubau, der am 19. September 1982 wiedereröffnet wurde. Eine grundlegende Modernisierung erfolgte schließlich zwischen 1999 und 2006 mit Kosten von umgerechnet rund 85 Millionen US-Dollar, im Zuge derer die Tribünen abschnittsweise erneuert wurden: Die neue doppelstöckige Südtribüne wurde 2001 im Rahmen des Derbys gegen Beşiktaş teilweise und im Februar 2002 gegen Galatasaray vollständig eröffnet, bevor Nord- und Osttribüne folgten und die Haupttribüne 2006 als letzter Bauabschnitt fertiggestellt wurde.

Architektur

Für die moderne Gestalt des Stadions zeichnete das Büro AZAKSU Architects verantwortlich. Das Dach wird von Stahlbindern getragen, die auf den Eckbereichen mit vergleichsweise geringerer Zuschauerkapazität aufgelagert sind. Die Haupttribüne verfügt über umfassende Bereiche für Geschäftskunden mit integrierten Parkmöglichkeiten und Gewerberäumen sowie ursprünglich 58 Logen, die im Laufe der Zeit auf 132 Skyboxen ausgebaut wurden. Das Spielfeld misst die standardmäßigen 105 mal 68 Meter und ist mit einem hybriden Rasensystem aus Natur- und Kunstrasenfasern ausgestattet. Die Anzeigetafel arbeitet mit einer LED-Auflösung von 1790 mal 1662 Pixeln. In seiner heutigen Konfiguration bietet das Stadion Platz für rund 47.500 bis 50.530 Zuschauer, je nach zugrunde gelegter Zählweise der Business-Bereiche.

Umbauten & Modernisierungen

Nach der ersten großen Renovierung zwischen 1929 und 1932 folgte, wie beschrieben, der komplette Wiederaufbau nach dem Abriss 1964/65, der sich mit rund 18 Jahren Bauzeit bis 1982 hinzog. Die bislang letzte umfassende Modernisierung fand zwischen 1999 und 2006 statt und brachte dem Stadion seine heutige Gestalt mit durchgehend zweigeschossigen Tribünen und deutlich erweiterten Kapazitäten für Logen- und Geschäftskunden. Seither wurde die Anlage im Rahmen laufender Instandhaltung technisch auf dem aktuellen Stand gehalten, ohne dass eine erneute grundlegende bauliche Umgestaltung dokumentiert ist.

Namensgeschichte

In seiner über hundertjährigen Geschichte hat das Stadion mehrfach den Namen gewechselt. Von der Eröffnung 1908 bis 1915 firmierte die Anlage als „Union Club Field“, anschließend bis 1929 als „İttihat Spor Field“, bevor sie bis 1998 schlicht als „Fenerbahçe Stadyumu“ bekannt war. Am 22. Juli 1998 wurde das Stadion offiziell nach Şükrü Saracoğlu (1887–1953) benannt, einem langjährigen, von 1934 bis 1950 amtierenden Präsidenten Fenerbahçes, der zugleich türkischer Außenminister von 1938 bis 1942 und Ministerpräsident der Türkei von 1942 bis 1946 war. Zusätzlich zum offiziellen Namen erwarb der Konzern Ülker 2015 für zehn Jahre und rund 90 Millionen US-Dollar die Namenssponsoring-Rechte, sodass das Stadion bis zum Ende der Saison 2024/25 im Alltagsgebrauch als „Ülker Stadyumu“ bezeichnet wurde. Seit der Saison 2025/26 trägt die Anlage im Rahmen eines auf zehn Jahre angelegten Vertrags mit dem Molkereikonzern Chobani, der mit rund 10 Millionen Euro pro Saison dotiert ist, den Namen „Chobani Stadyumu“.

Zuschauerrekord & Kapazität

Belastbare, mit konkretem Datum und Gegner dokumentierte Zuschauerrekorde sind für dieses Stadion in öffentlich zugänglichen Quellen nur eingeschränkt verfügbar. Als höchste jemals erreichte Auslastung wird ein Besuch von rund 53.000 Zuschauern genannt, was der historisch höchsten Kapazität entspricht, die das Stadion je hatte, bevor die Zahl der Sitzplätze im Zuge der Modernisierung reduziert wurde. Bereits 1949 galt das Stadion mit einer damaligen Kapazität von rund 25.000 Plätzen als größtes Fußballstadion der Türkei.

Bedeutende Spiele & Ereignisse

Der bedeutendste internationale Höhepunkt in der Geschichte des Stadions war das Finale des UEFA-Pokals 2009 am 20. Mai 2009, bei dem sich Schachtar Donezk mit 2:1 nach Verlängerung gegen Werder Bremen durchsetzte – es war zugleich das letzte Endspiel dieses Wettbewerbs, bevor er in der folgenden Saison in die UEFA Europa League umbenannt wurde. Auch in jüngerer Zeit war das Stadion Schauplatz bedeutender europäischer Pflichtspiele, etwa der Europa-League-Qualifikationspartie zwischen Fenerbahçe und Sturm Graz am 3. August 2017, die auch der türkische Staatspräsident besuchte. Naturgemäß ist das Stadion zudem regelmäßiger Austragungsort der Istanbuler Stadtderbys gegen Galatasaray und Beşiktaş, die zu den intensivsten Fußballpartien der Türkei zählen.

Sonstige Nutzung

Über den Fußballbetrieb hinaus sind aus verlässlichen, öffentlich zugänglichen Quellen keine größeren kulturellen Veranstaltungen wie Konzerte im Stadion belegt; die Anlage dient in erster Linie dem Vereinsfußball von Fenerbahçe.

Das Stadion heute

Das nach Şükrü Saracoğlu benannte Stadion im Stadtteil Kadıköy ist bis heute die traditionelle Heimspielstätte von Fenerbahçe, einem der drei großen Istanbuler Traditionsvereine, und gilt wegen seiner intensiven Fananhänglichkeit als eine der eindrucksvollsten Fußballarenen der Türkei. In der Saison 2024/25 besuchten im Schnitt rund 35.500 Zuschauer die Heimspiele des Vereins. Seit der Saison 2025/26 firmiert die Anlage im Alltagsgebrauch als Chobani Stadyumu, während der historische Name nach Şükrü Saracoğlu offiziell erhalten bleibt.

Recherchiert: 09.09.2026
Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026 05:31 Uhr