Sportpark Ronhof Thomas Sommer

Fürth  •  15.000 Plätze
Stadt
Fürth
Adresse
Laubenweg 60
Kapazität
15.000 Plätze
Rasenart
Naturrasen
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Heimverein
SpVgg Greuther Fürth
2. Bundesliga
Die Geschichte des Stadions

Baugeschichte & Eröffnung

Der Sportpark Ronhof ist eine der ältesten noch genutzten Spielstätten des deutschen Profifußballs. Er wurde am 11. September 1910 auf dem Gebiet der damals noch selbstständigen Gemeinde Ronhof eröffnet, gegenüber dem Fürther Zentralfriedhof. Zur Eröffnung bot eine kleine Holztribüne mit angrenzenden Stehwällen Platz für rund 8.000 Zuschauer.

Bereits 1911 wurde die Tribüne um Kabinen- und Duschräume erweitert, wodurch sich die Kapazität auf 10.000 erhöhte, und 1919 erlaubten höhere Erdwälle und breitere Stehstufen sogar bis zu 25.000 Zuschauer. Im April 1945 wurde die Tribüne bei einem Luftangriff getroffen und brannte aus; erst am 20. Mai 1951 konnte eine neue Haupttribüne eingeweiht werden, die bis ins Jahr 2016 Bestand hatte. Die SpVgg Greuther Fürth trägt damit seit ihrer Gründung des Platzes 1910 ununterbrochen ihre Heimspiele an diesem Standort aus und gehört zu den deutschen Vereinen mit der längsten Verbundenheit zu einer einzigen Spielstätte.

Architektur

Der heutige Sportpark Ronhof fasst 16.626 Zuschauer, aufgeteilt in rund 8.500 Sitz- und 8.126 Stehplätze, wobei sämtliche Plätze überdacht sind. Das Stadion besteht aus vier Tribünenteilen: der modernen, mehrgeschossigen Haupttribüne mit VIP-Bereichen und Konferenzräumen, der Nordtribüne mit vier Blöcken – darunter ein Ultra-Block –, der eher niedrigen Gegengerade sowie der Südkurve, die mit rund 8.300 Plätzen die größte und einzige bebaute Kurve des Stadions ist und nach dem früheren Fanbeauftragten Edgar „Lohner" Burkart benannt wurde.

Seit 2010 sind alle Sitzplätze in den Vereinsfarben Weiß und Grün gehalten, an der Gegengerade prangt der Schriftzug „Kleeblatt". Zur Ausstattung gehören eine seit 2007 verlegte Rasenheizung, eine großformatige Videowand mit den Maßen 9,23 mal 6,78 Metern sowie seit 2018 ein Biergarten im Bereich hinter der Gegengerade.

Umbauten & Modernisierungen

Nach dem Wiederaufbau der Haupttribüne 1951 blieb die Anlage über Jahrzehnte weitgehend unverändert, bevor 1997 im Zuge der Umbenennung in „Playmobil-Stadion" eine grundlegende Modernisierung erfolgte: Nord- und Gegentribüne wurden neu errichtet und eine Videoleinwand installiert. 1999 folgte der Umbau der Südtribüne samt neuer Flutlichtanlage.

In den 2000er Jahren kamen 2003 und 2006 neue, größere Videowände hinzu, 2007 wurde eine Rasenheizung verlegt und die Sitze der Haupttribüne erneuert, während 2008 die Nordtribüne überdacht und ein VIP-Gebäude errichtet wurde. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga 2012 wurde die Südtribüne komplett neu gebaut und überdacht, wodurch die Kapazität auf rund 18.000 stieg.

Der bislang größte Umbau betraf zwischen 2016 und 2018 die 60 Jahre alte Haupttribüne: Sie wurde abgerissen und in zwei Phasen – Rohbau 2016/17, Innenausbau mit VIP- und Konferenzbereichen 2017/18 – komplett neu errichtet. 2018/19 wurde schließlich die Lücke zwischen Nordtribüne und neuer Haupttribüne geschlossen. Der Pachtvertrag zwischen dem Stadioneigentümer und der SpVgg wurde 2015 bis zum Jahr 2050 verlängert.

Namensgeschichte

Bis 1997 firmierte die Anlage offiziell schlicht als „Sportplatz am Ronhofer Weg gegenüber dem Zentral-Friedhof" beziehungsweise kurz als Sportpark Ronhof. 1983 hatte der Playmobil-Erfinder und -Unternehmer Horst Brandstätter das wirtschaftlich angeschlagene Stadion von der SpVgg übernommen; 1997 erhielt es im Zuge dessen den Namen „Playmobil-Stadion". Zur Saison 2010/11 erwarb die Mederer Süßwarenvertriebs GmbH, bekannt für die Marke Trolli, die Namensrechte, sodass das Stadion bis 2014 „Trolli-Arena" hieß.

Nach Auslaufen dieses Vertrags trug es zwischen 2014 und 2016 übergangsweise den neutralen Namen „Stadion am Laubenweg". Seit Februar 2016 heißt die Spielstätte „Sportpark Ronhof | Thomas Sommer", benannt nach dem in Fürth geborenen Immobilienunternehmer Thomas Sommer, der die Namensrechte erwarb. Der ursprünglich bis 2021 befristete Vertrag wurde im August 2019 ligaunabhängig verlängert – zu einem Sponsoringvolumen von rund einer halben Million Euro pro Jahr –, im November 2019 dann bis 2025 fortgeschrieben. Im März 2025 hatte Sommer zunächst signalisiert, sein Engagement nach Vertragsende auslaufen zu lassen, entschied sich jedoch um: Am 14. November 2025 gab er eine erneute Verlängerung um zwei weitere Jahre bekannt.

Zuschauerrekord & Kapazität

Der bis heute gültige Zuschauerrekord des Sportparks Ronhof stammt vom 3. April 1952: 32.000 Besucher sahen das Frankenderby gegen den 1. FC Nürnberg, das 3:3 endete. Bereits ein Jahr zuvor, am 1. April 1951, hatten 30.000 Zuschauer dasselbe Derby verfolgt, wobei ein Zaun zum Spielfeld unter dem Ansturm zusammenbrach; die Partie blieb dennoch friedlich und endete 1:0. Beide Rekordwerte stammen damit noch aus der Zeit vor dem großen Kapazitätsrückbau der Nachkriegsjahrzehnte und liegen weit über der heutigen Kapazität von 16.626 Plätzen.

Bedeutende Spiele & Ereignisse

Der Sportpark Ronhof war mehrfach Schauplatz von Länderspielen der deutschen Frauennationalmannschaft, darunter am 23. September 1999 gegen die Ukraine, am 4. März 2004 gegen China, am 8. April 2015 gegen Brasilien und am 7. Juli 2023 gegen Sambia. Die feierliche Eröffnung des modernisierten „Playmobil-Stadions" am 19. Juli 1997 bestritt die SpVgg gegen den TSV 1860 München und gewann 1:0. Vereinshistorisch bedeutsam war zudem der Aufstieg in die Bundesliga 2012, der den folgenden Umbau der Südtribüne auslöste.

Sonstige Nutzung

Über den reinen Spielbetrieb hinaus wird der Sportpark Ronhof ganzjährig für Firmen- und Konferenzveranstaltungen genutzt, wofür im Zuge der Umbauten seit 2008 eigene VIP- und Konferenzräume in der Haupttribüne entstanden sind. Seit 2018 lädt zudem ein Biergarten im Bereich der Gegengerade auch außerhalb der Spieltage zum Verweilen ein. Bereits 2005 und 2006 testete und etablierte der Verein ein von Fans mitfinanziertes Kopfhörer-Kommentarsystem für sehbehinderte Besucher unter dem Motto „Hören, was andere sehen".

Das Stadion heute

Heute ist der Sportpark Ronhof Thomas Sommer mit einer Kapazität von 16.626 Plätzen die Heimspielstätte der SpVgg Greuther Fürth, die aktuell in der 2. Bundesliga antritt. Der langfristige Pachtvertrag bis 2050 und der 2025 um zwei weitere Jahre verlängerte Namenssponsoring-Vertrag mit Thomas Sommer sichern der traditionsreichen Anlage, die inzwischen zu den am längsten durchgängig genutzten Fußballstandorten Deutschlands zählt, auch für die kommenden Jahre Planungssicherheit.

Recherchiert: 09.09.2026
Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026 05:21 Uhr