Signal Iduna Park

Dortmund  •  81.365 Plätze
Stadt
Dortmund
Adresse
Strobelallee 50 44139 Dortmund, North Rhine-Westphalia
Kapazität
81.365 Plätze
Rasenart
Naturrasen
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Heimverein
Borussia Dortmund
1. Bundesliga
Die Geschichte des Stadions

Baugeschichte & Eröffnung

Der heutige Signal Iduna Park entstand zwischen 1971 und 1974 als eines der Austragungsstadien der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland. Nachdem die Stadt Dortmund 1972 offiziell als WM-Spielort bestimmt worden war, beschloss der Stadtrat den Neubau eines modernen Stadions. Unter der Leitung der Architekten Ulrich Drahtler und des Büros GSP Dortmund entstand die Anlage in kostengünstiger Betonfertigbauweise, dem sogenannten Palettenstadion-System. Die Gesamtbaukosten betrugen 31,7 Millionen D-Mark, von denen der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen den überwiegenden Teil trugen.

Eröffnet wurde das Stadion am 2. April 1974 mit einem Benefizspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04, das Schalke mit 3:0 gewann. Zur Eröffnung verfügte die Anlage über eine Kapazität von 54.000 Zuschauern. Bereits kurz nach der Fertigstellung war das Stadion Schauplatz mehrerer WM-Partien; am 17. April 1974 bestritt die deutsche Nationalmannschaft hier zudem ihr erstes Länderspiel im neuen Stadion, ein 5:0 gegen Ungarn.

Das erste Bundesligaspiel im neuen Stadion nach der WM fand am 2. April 1976 zwischen dem VfL Bochum und dem FC Schalke 04 statt, das 1:4 endete; Erwin Kremers erzielte dabei das erste Bundesliga-Tor in der neuen Arena. Von diesem vergleichsweise bescheidenen Beginn mit 54.000 Plätzen in reiner Zweckbauweise entwickelte sich das Stadion über die folgenden fünf Jahrzehnte zur größten Fußballarena Deutschlands.

Architektur

Charakteristisches architektonisches Merkmal des Stadions sind seine markanten gelben Stahlpylonen, die seit der dritten Ausbaustufe 2002/2003 die Dachlast an den Ecken der Anlage nach außen abtragen und weit über die Stadtgrenzen Dortmunds hinaus als Wahrzeichen sichtbar sind. Sie ersetzten die zuvor innenliegenden Dachstützen und ermöglichten zugleich die vollständige Schließung der bis dahin offenen Stadionecken.

Zentrales bauliches Herzstück bleibt bis heute die Südtribüne, die mit exakt 24.454 Plätzen als reine Stehplatztribüne die größte ihrer Art in Europa ist und unter dem Namen „Gelbe Wand“ international bekannt wurde. Ihre schiere Größe und die schwarz-gelb gekleidete Fankulisse gelten seit Jahrzehnten als eines der eindrucksvollsten Stimmungsbilder im europäischen Fußball.

Eine technische Besonderheit ist das innovative Druckentwässerungssystem der Dachkonstruktion, das nach dem Saugheberprinzip funktioniert: Regenwasser wird dabei über Rohrleitungen im Dach zunächst rund sechs Meter angehoben, bevor es außen an den Fallrohren der Fassade abgeführt wird – eine Lösung, die aufwendige, sichtbare Regenrinnen im Innenraum überflüssig macht. Ergänzt wird die Anlage seit 2011 durch eine auf dem Nordtribünendach installierte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 924 Kilowatt, deren Solarmodule in der Form des BVB-Logos angeordnet sind.

Umbauten & Modernisierungen

Die Entwicklung von der ursprünglichen 54.000-Plätze-Arena zum heutigen Stadion vollzog sich in mehreren großen Ausbaustufen. 1992 wurden im Zuge der Umwandlung von Steh- in Sitzplätzen auf der Nordtribüne zunächst nur noch 42.800 Plätze gezählt. Die erste große Ausbaustufe zwischen 1995 und 1999 brachte durch die Aufstockung von West- und Osttribüne eine Kapazität von rund 55.000 Plätzen, die zweite Ausbaustufe 1999 durch die Erweiterung von Nord- und Südtribüne bereits 68.600 Plätze. Verantwortlich für diese beiden Bauphasen waren die Architekten Ulrich Drahtler sowie Gustav Schulze und Partner, die Tragwerksplanung übernahmen die Engels Ingenieure aus Dortmund, ausgeführt wurden die Arbeiten von der Hochtief AG beziehungsweise der Köster AG aus Osnabrück.

Die dritte Ausbaustufe 2002/2003 unter den Architekten Schröder Schulte-Ladbeck schloss schließlich die bis dahin offenen Stadionecken und brachte durch die neuen, außengeführten gelben Stahlpylonen sowie eine verglaste Nordtribüne mit neuer Gastronomie eine Kapazität von rund 83.000 Plätzen. Im Sommer 2005 folgte im Rahmen der vierten Ausbaustufe zur Weltmeisterschaft 2006, geplant von der Planungsgruppe Drahtler GmbH, der Einbau eines elektronischen Zugangssystems, die Aufwertung der Plätze für Menschen mit Behinderung sowie der Umbau von VIP-Bereichen, Spielerkabinen und sanitären Anlagen; dabei fielen rund 1.500 Plätze weg, sodass die Kapazität auf 81.264 sank.

In den folgenden Jahren wurde die Kapazität mehrfach in kleineren Schritten angepasst: 2006/07 auf 80.708 Plätze durch zusätzliche Sicherheits- und Rettungswegmaßnahmen auf der Südtribüne, 2008/09 auf 80.552 durch den Abbau schlecht einsehbarer Plätze, danach über mehrere weitere kleine Anpassungen bis zur heutigen Kapazität von 81.365 Plätzen. Parallel dazu wurde 2012 der Rasen komplett modernisiert, eine neue Rasenheizung installiert und Seitenlinien- sowie Aufwärmbereich mit Kunstrasen ausgestattet; zudem entstanden sieben neue Logen auf der Osttribüne und der Unterrang der Südtribüne wurde gegen Schwingungen verstärkt. 2019 kam eine digitale Oberrangbande sowie eine LED-Flutlichtanlage hinzu, die den Stromverbrauch bei Abendspielen deutlich senkte.

Namensgeschichte

Von seiner Eröffnung 1974 bis Ende 2005 trug das Stadion durchgehend den Namen Westfalenstadion – eine Bezeichnung, die im allgemeinen Sprachgebrauch und bei den Fans bis heute weiterlebt, auch nachdem der offizielle Name sich geändert hat. Am 1. Dezember 2005 wurde das Stadion im Rahmen eines Namensrechte-Vertrags mit der Versicherungsgruppe Signal Iduna offiziell in Signal Iduna Park umbenannt. Der Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2031 und soll dem BVB bei optimalem sportlichem Erfolg geschätzte jährliche Einnahmen von rund fünf Millionen Euro einbringen.

Zur Bewahrung des Traditionsnamens beschloss die Bezirksvertretung Innenstadt-West Anfang 2006, eine nahegelegene Straße „Am Westfalenstadion“ zu benennen. Auch der Nahverkehr wurde angepasst: Mitte Dezember 2006 erhielt der Bahnhaltepunkt „Dortmund-Westfalenhalle“ den neuen Namen „Dortmund Signal-Iduna-Park“.

Bei internationalen Turnieren und UEFA-Wettbewerben gilt aus Vermarktungsgründen ein werbefreier Name: Bei Champions-League- und Europa-League-Spielen tritt das Stadion offiziell als „BVB Stadion Dortmund“ auf, während der WM 2006 hieß es entsprechend „FIFA WM-Stadion Dortmund“. Eine kuriose Episode ereignete sich am 2. Dezember 2003, als aus Sicherheitsgründen ein Champions-League-Spiel zwischen Galatasaray Istanbul und Juventus Turin wegen Terrorgefahr nach Dortmund verlegt wurde; für diesen Abend wurden die Namenstafeln des Stadions mit dem Schriftzug „Ali-Sami-Yen-Stadion“ verdeckt, dem damaligen Heimstadion von Galatasaray.

Zuschauerrekord & Kapazität

Mit einer aktuellen Kapazität von 81.365 Plätzen ist der Signal Iduna Park das größte Fußballstadion Deutschlands und gilt – je nach Zählweise – als viert- bis sechstgrößtes Vereinsstadion Europas. Von der ursprünglichen Kapazität von 54.000 Plätzen bei der Eröffnung 1974 wuchs die Kapazität über mehrere Ausbaustufen auf zeitweise rund 83.000 Plätze nach dem dritten Ausbau 2002/2003, bevor WM-bedingte Umbauten und Sicherheitsauflagen sie in den folgenden Jahren wieder auf den heutigen Wert absenkten. Bei internationalen Spielen ohne Stehplatzanteil stehen aktuell rund 65.718 Sitzplätze zur Verfügung.

In der Bundesliga hält der Signal Iduna Park mehrere Zuschauerrekorde: In der Saison 2015/16 kamen insgesamt 1.948.880 Zuschauer zu den 17 Heimspielen des BVB, ein Schnitt von 81.178 Zuschauern pro Spiel bei einer Auslastung von 99,88 Prozent – seinerzeit ein europäischer Rekordwert für eine Fußballspielstätte. Der bis dahin gültige Rekord aus der Saison 2012/13 hatte bei 80.543 Zuschauern im Schnitt (1.380.023 Gesamtbesucher) gelegen. Seit der Saison 1998/99 verzeichnet Borussia Dortmund ununterbrochen den höchsten Zuschauerschnitt der Bundesliga.

Auch im DFB-Pokal wurde hier ein Zuschauerrekord aufgestellt: Beim Halbfinale zwischen dem BVB und Carl Zeiss Jena im März 2008 (3:0) verfolgten 80.708 Zuschauer die Partie, ein Rekord für diesen Wettbewerb. In der UEFA Europa League stellte der BVB am 6. August 2015 im Qualifikationsspiel gegen den Wolfsberger AC mit 65.190 Zuschauern einen weiteren Zuschauerrekord auf.

Bedeutende Spiele & Ereignisse

Bei der Weltmeisterschaft 1974 war das neu errichtete Stadion Austragungsort mehrerer Partien, darunter das erste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft im Stadion am 17. April 1974 gegen Ungarn (5:0). Von diesem Spiel an blieb die deutsche Nationalmannschaft 32 Jahre lang ungeschlagen im Stadion – eine Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage, davon elf Siege, die erst im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2006 gegen Italien endete, das Deutschland nach Verlängerung mit 0:2 verlor.

Zu den bedeutendsten internationalen Vereinsspielen im Stadion zählt das UEFA-Pokal-Finale vom 16. Mai 2001, in dem der FC Liverpool den FC Deportivo Alavés im „goldenen Tor“ nach Verlängerung mit 5:4 bezwang. Auch bei der Europameisterschaft 2024 war Dortmund erneut deutscher Spielort. Wegen seiner Größe, Infrastruktur und Fankulisse wurde das Stadion von der UEFA zum Elitestadion der Kategorie 4 erklärt, was es grundsätzlich für die Ausrichtung von Champions-League- oder Europa-League-Endspielen berechtigt.

Daneben ist der Signal Iduna Park regelmäßig Schauplatz von Rekordspielen im DFB-Pokal und in der Europa League, wie das Zuschauerrekord-Halbfinale gegen Carl Zeiss Jena 2008 und das Qualifikationsspiel gegen den Wolfsberger AC 2015 zeigen. Die konstant außergewöhnlich hohe Auslastung, allen voran der Bundesliga-Zuschauerrekord der Saison 2015/16, hat das Stadion zu einem der bekanntesten und atmosphärisch dichtesten Fußballstadien weltweit gemacht.

Sonstige Nutzung

Unter der Südtribüne befand sich bis 2015 ein Landesleistungszentrum für Boxsport des Westdeutschen Amateur-Box-Verbandes; die Räumlichkeiten beherbergen heute das Lernzentrum des BVB sowie einen Bereich für die ehrenamtlichen Volunteers des Vereins. Seit 2007 finden dort außerdem unter dem Titel „Kino im Stadion“ Filmvorführungen im Innenraum während der sommerlichen Saisonpause statt.

Das Stadion ist regelmäßig Schauplatz größerer nicht-sportlicher Veranstaltungen: Die TU Dortmund nutzt es traditionell für die Erstsemesterbegrüßung, an der 2011 mehr als 4.000 Personen teilnahmen. Am 23. Juni 2019 fand hier der Abschlussgottesdienst des Deutschen Evangelischen Kirchentags statt. 2002 diente das Stadion außerdem als Drehort für das Musikvideo zum Song „This Is My Time“ von Sasha.

Während der Corona-Pandemie richtete der BVB im April 2020 in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe in der Nordtribüne ein Corona-Behandlungszentrum ein. Seit dem 19. Dezember 2008, dem 99. Geburtstag des Vereins, beherbergt die Nordostecke außerdem das Borusseum, ein Museum zur Vereinsgeschichte Borussia Dortmunds, das 2011 für den Europäischen Museumspreis nominiert wurde. Seit 2013/14 verfügt das Stadion zudem über ein kostenloses WLAN-Netz mit rund 900 Access Points, das gleichzeitigen Internetzugang für etwa 46.000 Zuschauer ermöglicht.

Das Stadion heute

Der Signal Iduna Park ist heute unangefochten das größte Fußballstadion Deutschlands und mit seiner traditionsreichen Südtribüne, der „Gelben Wand“, eines der bekanntesten Stadien im Weltfußball. Seit der Saison 1998/99 verzeichnet der BVB hier ununterbrochen den höchsten Zuschauerschnitt der Bundesliga, was das Stadion zu einem verlässlichen wirtschaftlichen wie identitätsstiftenden Zentrum des Vereins macht.

Der Verein investiert kontinuierlich in Infrastruktur und Nachhaltigkeit: Nach der 2011 installierten, 924 Kilowatt starken Photovoltaikanlage auf dem Nordtribünendach ergänzte der BVB die Anlage 2025 um ein weiteres, nach eigenen Angaben weltweit besonders leistungsstarkes Photovoltaiksystem auf dem Stadiondach. Im Sommer 2026 flossen zudem zweistellige Millionenbeträge in weitere Infrastrukturmaßnahmen, darunter zusätzliche Rollator-Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Besucher, angepasste Sicherheitstechnik und neu gestaltete Hospitality-Bereiche.

Sportlich bleibt das Stadion das Herzstück des BVB und seiner internationalen Ambitionen; die UEFA-Einstufung als Kategorie-4-Elitestadion sichert ihm grundsätzlich die Berechtigung zur Austragung großer Europapokal-Endspiele. Mit Borusseum, Fanshop, dem August-Lenz-Haus mit Biergarten und regelmäßigen kulturellen Veranstaltungen hat sich der Signal Iduna Park längst über den reinen Spieltagsbetrieb hinaus zu einem ganzjährig belebten Ort der Dortmunder Stadtgesellschaft entwickelt.

Recherchiert: 09.09.2026
Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026 05:11 Uhr