Die Ursprünge des heutigen Stadions an der Melanchthonstraße reichen in die 1920er Jahre zurück. Der DSC Arminia Bielefeld pachtete damals von einem Bauern namens Lohmann ein landwirtschaftlich genutztes Gelände, auf dem zunächst kaum mehr als ein unebener Acker ohne echte Rasenfläche zur Verfügung stand. Am 1. Mai 1926 wurde die neue Spielstätte mit einem Freundschaftsspiel gegen Victoria Hamburg eröffnet, das die Gäste vor rund 2.000 Zuschauern mit 5:1 gewannen.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Anlage schrittweise: 1954 wurde erstmals eine geschlossene Rasenfläche eingesät und die Haupttribüne mit Betonstufen versehen, 1967 kam eine Südtribüne mit rund 3.000 Stehplätzen hinzu. 1970 folgten eine Sitzplatztribüne auf der Westseite und eine Osttribüne aus Stahlrohr, außerdem wurde am 4. Dezember 1970 vor 28.000 Zuschauern gegen Hertha BSC die erste Flutlichtanlage in Betrieb genommen – ein Ausbau, der damals rund 1,5 Millionen Mark kostete. 1978 entstand nach einem Aufstieg eine weitere Stahlrohrtribüne auf der Nordseite. So wuchs aus dem einfachen Acker der Vorkriegszeit über Jahrzehnte hinweg Bielefelds traditionsreiche Fußballarena, die im Volksmund bis heute als „Alm" bekannt ist.
Die SchücoArena liegt im Bielefelder Stadtteil Mitte an der Melanchthonstraße, nur rund 1,5 Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt und mit der Stadtbahn über mehrere Haltestellen erreichbar. Nach dem letzten großen Umbau verfügt das Stadion offiziell über rund 26.750 Plätze, aufgeteilt in Sitz- und Stehplatzbereiche; unmittelbar nach Fertigstellung der neuen Haupttribüne 2008 wies der Verein sogar eine Kapazität von 27.332 Plätzen aus, bestehend aus 19.392 Sitz- und 7.940 Stehplätzen.
Ein architektonisches Markenzeichen ist die Glasdachkonstruktion mit integrierten Solarzellen, die im Zuge des Umbaus 2008 installiert wurde. Bereits 1999 war zudem eine Rasenheizung nach den damaligen DFB-Vorgaben eingebaut worden, um auch im Winter bespielbare Bedingungen zu gewährleisten. Seit Juli 2019 verfügt die Arena außerdem über einen bundesweit einzigartigen, schallisolierten Rückzugsbereich für autistische Fans in den Panoramaboxen sowie über 41 Rollstuhlplätze mit ebenso vielen Begleitplätzen.
Nach der Grundsteinlegung in den 1920er Jahren erlebte das Stadion mehrere größere Umbauwellen. In den 1980er Jahren, nach der Heysel-Katastrophe 1985, wurde die Osttribüne aus Sicherheitsgründen in Betonfertigteilen neu errichtet. Zwischen 1997 und 2000 folgte ein umfassender Umbau: Nord- und Westtribüne wurden abgerissen und durch neue Tribünenbauten ersetzt, die Südtribüne erneuert und eine moderne Rasenheizung installiert – ein Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Mark.
Der bislang letzte große Umbauschritt erfolgte von 2006 bis 2008, als die Haupttribüne auf der Gegengeraden komplett neu gebaut und die Südtribüne als reine Stehplatztribüne umgestaltet wurde; die Kosten stiegen dabei von ursprünglich geplanten 11 Millionen auf rund 19 Millionen Euro. Die offizielle Einweihung des modernisierten Stadions fand am 1. Juni 2008 mit einem Konzert von Herbert Grönemeyer vor rund 25.000 Zuschauern statt.
Seit November 2018 gehört das Stadion nicht mehr der Arminia selbst, sondern der eigens gegründeten „Bündnis Alm GmbH", an der unter anderem die Dr. August Oetker KG, die Gauselmann-Gruppe und weitere Bielefelder Unternehmen beteiligt sind; der Verein hat das Stadion langfristig zurückgemietet und sich ein Vorkaufsrecht gesichert.
Ihren traditionellen Namen „Alm" oder „Alm-Stadion" verdankt die Spielstätte einer Anekdote aus den 1920er Jahren: Ein Vereinsmitglied soll beim Anblick des noch kargen Geländes ausgerufen haben, es sehe hier aus „wie auf der Alm". Der offizielle, im Grundbuch eingetragene Name lautet bis heute „Stadion an der Melanchthonstraße".
Seit dem 13. Januar 2004 trägt das Stadion aus Vermarktungsgründen den Namen des ostwestfälischen Fensterbau- und Solartechnikkonzerns Schüco, der die Namensrechte zunächst bis 2025 sicherte; der Vertrag wurde mehrfach verlängert und läuft laut Vereinsangaben inzwischen bis zum 30. Juni 2028. Unter Fans und in der Bielefelder Öffentlichkeit hat sich der ursprüngliche Name „Alm" parallel zur SchücoArena bis heute gehalten, gelegentlich wird das Stadion für einzelne Anlässe sogar offiziell wieder in „Alm" umbenannt.
Der offizielle Zuschauerrekord der Bielefelder Spielstätte datiert vom ersten Spieltag der Saison 1978/79, als 34.882 Zuschauer die Partie gegen Schalke 04 verfolgten – bis heute der höchste dokumentierte Wert in der Stadiongeschichte. Zum Vergleich: Nach dem Umbau in den 1970er Jahren hatte das Fassungsvermögen zunächst rund 30.000 Plätze betragen, sank aber im Zuge der schrittweisen Modernisierung deutlich, auf 26.601 im Jahr 1999 und auf die heute gültige Größenordnung nach dem Umbau 2006 bis 2008.
Die Bielefelder Arena war wiederholt Schauplatz von Länderspielen unterschiedlicher deutscher Auswahlmannschaften. In den 1970er Jahren traten hier die deutschen Amateure unter anderem gegen England, Spanien, Frankreich und China an. Die deutsche Frauennationalmannschaft war mehrfach Gast, etwa am 31. März 1994 mit einem 12:0 gegen Wales im Rahmen der EM-Qualifikation – bis 2003 der höchste Sieg der DFB-Frauen überhaupt – sowie unter anderem 2009 gegen China, 2012 gegen Rumänien, 2017 gegen Frankreich und 2022 gegen Portugal.
Am 20. Mai 2008 fand mit der Partie Türkei gegen die Slowakei das erste A-Länderspiel zweier ausländischer Nationalmannschaften in der SchücoArena statt. Bei der U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2010 war Bielefeld offizieller Austragungsort; im Finale bezwang die deutsche Auswahl vor 24.633 Zuschauern Nigeria mit 2:0. Auch überregionale Pokalpartien wurden hier ausgetragen, etwa 2001 SC Paderborn gegen Bayern München im DFB-Pokal; im Juni 2020 wich sogar der 3.-Liga-Aufsteiger SC Verl wegen eines Corona-Ausbruchs beim Fleischverarbeiter Tönnies mit einem Aufstiegsspiel gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig in die SchücoArena aus.
Neben dem Fußball diente die Arena wiederholt als Konzertbühne für große Namen der Musikszene, darunter Peter Maffay (1988), Joe Cocker und BAP (1989), Roxette (1992), Meat Loaf (1994) und Elton John zum 100-jährigen Vereinsjubiläum 2005. Die offizielle Wiedereröffnung nach dem großen Umbau feierte der Verein am 1. Juni 2008 mit einem Konzert von Herbert Grönemeyer vor rund 25.000 Besuchern.
2016 sorgte ein Jubiläumsfestival mit den Fantastischen Vier, Wirtz und Jamie-Lee für rund 12.500 Besucher, und im Juni 2024 spielte der Rapper Casper vor mehr als 26.000 Fans in seiner Heimatstadt – ein Live-Mitschnitt des Konzerts erreichte im Dezember 2024 Platz 1 der deutschen Album-Charts. 2006 war das Stadion zudem Schauplatz eines Spiels im Rahmen der Fußball-WM für Menschen mit Behinderung.
Heute ist die SchücoArena mit rund 26.750 Plätzen die Heimspielstätte des DSC Arminia Bielefeld, der aktuell in der 2. Bundesliga spielt. Getragen wird das Stadion seit 2018 von der „Bündnis Alm GmbH", während Arminia als langjähriger Mieter mit Vorkaufsrecht weiterhin die sportliche Nutzung verantwortet.
Mit ihrer markanten Glasdach- und Solarkonstruktion, der seit 1999 bestehenden Rasenheizung und speziellen Rückzugsbereichen für Fans mit Autismus gilt die Arena als eine der modernisierten Traditionsspielstätten im deutschen Profifußball, ohne dass sie ihren im Volksmund bis heute gebräuchlichen Namen „Alm" verloren hätte.