Die Geschichte der heutigen Spielstätte des 1. FC Köln beginnt weit vor dem eigentlichen Fußballstadion, im 1923 eröffneten Sportpark Müngersdorf. Unter dem damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer erwarb die Stadt ab 1920 auf dem nach dem Ersten Weltkrieg freigewordenen Festungsgelände im Westen der Stadt große Flächen für ein modernes Sportzentrum. Am 22. September 1921 beschloss der Stadtrat den Bau für rund 15,4 Millionen Reichsmark, im Oktober 1921 begannen die Arbeiten. Am 16. September 1923 wurde das 80 Hektar große Areal feierlich eröffnet: Es umfasste eine Hauptkampfbahn mit rund 80.000 Zuschauerplätzen, zwei kleinere Stadien, eine Radrennbahn, ein Freibad sowie Tennis- und Hockeyplätze und galt damit als die größte deutsche Sportanlage bis zum Bau des Berliner Olympiastadions 1936.
Die heutige Fußballspielstätte in ihrer Grundform entstand gut fünfzig Jahre später. Ursprünglich sollte Köln Austragungsort der Weltmeisterschaft 1974 werden, doch die dafür veranschlagten Kosten für einen Neubau ließen die Stadt aus dem Kreis der WM-Städte herausfallen; in der Saison 1973/74 mussten die beiden Kölner Bundesligisten deshalb übergangsweise in der benachbarten Radrennbahn spielen. Der Neubau des Stadions kostete letztlich 45 Millionen D-Mark und bot 61.000 Plätze; parallel investierten die Kölner Verkehrs-Betriebe sieben Millionen D-Mark in einen eigenen Stadtbahnhof. Eröffnet wurde die neue Anlage am 12. November 1975 mit der Stadtderby-Partie 1. FC Köln gegen Fortuna Köln, die der FC 3:0 gewann.
Der entscheidende bauliche Neustart folgte im Zuge der Bewerbung um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006: Das bisherige Mehrzweckstadion erfüllte die FIFA-Vorgaben für ein WM-Stadion nicht mehr, sodass ein kompletter Neubau auf dem Gelände notwendig wurde. Der erste Spatenstich erfolgte am 20. Dezember 2001. Nach rund 30 Monaten Bauzeit und Kosten von 117,5 Millionen Euro wurde das neue, reine Fußballstadion am 31. Januar 2004 eröffnet. Bemerkenswert war die Bauweise in einzelnen Etappen entlang der vier Tribünenseiten, durch die der 1. FC Köln während der gesamten Bauzeit ohne Umzug in ein Ausweichstadion weiterspielen konnte.
Verantwortlich für die 2001 bis 2004 realisierte Neugestaltung war das Hamburger Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp), das sich damit in die Reihe der von ihm entworfenen deutschen WM-2006-Stadien einordnete. Für die Tragwerksplanung zeichnete das Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner verantwortlich, die technische Gebäudeausrüstung übernahm HL-Technik, als Generalunternehmer fungierte die Baufirma Max Bögl.
Das Ergebnis ist ein reines Fußballstadion ohne Leichtathletikbahn, dessen Ränge auf allen vier Seiten nah an das Spielfeld herangeführt sind. Mit einer Grundfläche von rund 220 mal 180 Metern und einer Dachhöhe von 33,25 Metern überspannt das Dach eine Fläche von etwa 15.400 Quadratmetern und schützt sämtliche Ränge witterungsunabhängig, ohne den Innenraum vollständig zu verschließen. Die vier Tribünen, deren markanteste die 2018 in Hans-Schäfer-Südkurve umbenannte Südtribüne ist, wurden so konstruiert, dass sich das Stadion in einzelnen Bauabschnitten realisieren ließ, während auf den übrigen Seiten weiter Bundesligafußball gespielt wurde – eine bautechnisch anspruchsvolle Lösung, die dem Verein einen Umzug in ein Ausweichstadion ersparte.
Für seine gestalterische und funktionale Qualität wurde das RheinEnergieStadion 2005 vom Internationalen Olympischen Komitee und der International Association for Sports and Leisure Facilities (IAKS) mit einer Bronzemedaille als eine der weltweit besten Sportstätten ausgezeichnet, unter 93 bewerteten Stadien aus 25 Ländern. Eine seiner baulichen Besonderheiten zeigt sich zudem alljährlich in der Adventszeit: Vom ersten bis zum vierten Advent werden alle Eckpfeiler des Stadions beleuchtet, sodass das Bauwerk regelmäßig als „Europas größter Adventskranz“ bezeichnet wird.
Nach der grundlegenden Neuerrichtung zwischen 2001 und 2004 – die durch die etappenweise Umsetzung entlang der vier Tribünenseiten selbst schon einer Serie kleinerer Umbauten glich – bot das Stadion zunächst 50.000 Plätze, davon 41.825 Sitz- und 8.175 Stehplätze; nach den strengeren internationalen Vorgaben für Länderspiele und Europapokal reduzierte sich die nutzbare Kapazität auf rund 46.195 beziehungsweise 45.965 Plätze.
Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2024, für die Köln erneut als Spielort ausgewählt wurde, wurde der Oberrang des Stadions modifiziert; dadurch erhöhte sich die Gesamtkapazität geringfügig auf 49.827 Plätze. Parallel zu den baulichen Anpassungen wurde im April 2024 der Mietvertrag zwischen dem 1. FC Köln und der städtischen Betreibergesellschaft Kölner Sportstätten GmbH um zehn Jahre bis zum Jahr 2034 verlängert, was dem Verein langfristige Planungssicherheit am Standort Müngersdorf gibt.
Über die baulichen Kapazitätsänderungen hinaus wurde das Stadion seit 2004 immer wieder an neue Nutzungsanforderungen angepasst, etwa durch die zeitweise Umrüstung für American-Football-Spiele der Cologne Centurions zwischen 2004 und 2007 sowie durch wiederkehrende technische Anpassungen für Großkonzerte und Eishockey-Freiluftspiele, die jeweils spezielle Rasenschutz- und Bühnenkonstruktionen im Innenraum erforderten.
Bevor das heutige Fußballstadion entstand, trug die gesamte Sportanlage in Müngersdorf seit ihrer Eröffnung 1923 schlicht den Namen Müngersdorfer Stadion beziehungsweise Sportpark Müngersdorf – ein Name, der bis heute umgangssprachlich für den gesamten Gebäudekomplex verwendet wird, auch nachdem das eigentliche Fußballstadion einen eigenen Namen erhalten hat.
Seit der Neueröffnung 2004 trägt das Fußballstadion durch einen Sponsorenvertrag den Namen des Kölner Energieversorgers RheinEnergie, eines Tochterunternehmens der städtischen Stadtwerke Köln – ein Namensgeber, der die enge Verbindung zwischen dem 1. FC Köln, der Stadt Köln und ihren kommunalen Unternehmen widerspiegelt. Der Name RheinEnergieSTADION ersetzte damit den zuvor gebräuchlichen Namen Müngersdorfer Stadion als offizielle Bezeichnung der Fußballspielstätte, während bei internationalen Turnieren wie der Weltmeisterschaft 2006 oder der Europameisterschaft 2024 aus FIFA- beziehungsweise UEFA-Vermarktungsgründen zeitweise neutrale Bezeichnungen wie „FIFA WM-Stadion Köln“ verwendet wurden.
Auch innerhalb des Stadions hat sich die Namensgeschichte fortgeschrieben: 2018 wurde die Südtribüne zu Ehren der Vereinslegende Hans Schäfer in Hans-Schäfer-Südkurve umbenannt, seit 2014 erinnert zudem ein Denkmal für den früheren FC-Spieler Heinz Flohe vor der Südtribüne an einen weiteren prägenden Spieler der Vereinsgeschichte.
Die heutige Kapazität des RheinEnergieStadions liegt seit der Anpassung vor der Europameisterschaft 2024 bei 49.827 Plätzen; bei der Neueröffnung 2004 waren es 50.000 Plätze, aufgeteilt in 41.825 Sitz- und 8.175 Stehplätze. Für internationale Fußballspiele, bei denen aus Sicherheitsgründen keine Stehplätze zugelassen sind, reduziert sich die nutzbare Kapazität auf rund 45.965 bis 46.195 Plätze; bei der Weltmeisterschaft 2006 und der Europameisterschaft 2024 wurden die Partien in Köln jeweils mit rund 41.500 bis 45.000 Zuschauern gespielt.
Für Konzerte, bei denen auch der Innenraum bestuhlt oder mit Stehplätzen genutzt werden kann, ist die Auslastung deutlich variabler und reicht von rund 37.000 bis zu über 77.000 Besuchern: Beim Auftritt von P!nk im Rahmen ihrer „Beautiful Trauma“-Tournee 2019 wurden 77.313 Zuschauer verzeichnet, beim Konzert von Helene Fischer im Rahmen ihrer „Farbenspiel“-Tournee 2015 rund 74.000.
Auch außerhalb des Fußballs stellte das Stadion Bestmarken auf: Beim DEL Winter Game 2019 zwischen den Kölner Haien und der Düsseldorfer EG verfolgten 47.011 Zuschauer die Partie, die die Haie nach Verlängerung mit 2:3 verloren – ein Rekord für ein Eishockeyspiel im Freien in Deutschland zu diesem Zeitpunkt. Beim DEL Winter Game 2022 zwischen den Kölner Haien und den Adler Mannheim kamen noch einmal 40.163 Zuschauer ins Stadion.
Bereits im alten Müngersdorfer Stadion fanden 1983 bedeutende nationale Endspiele statt, darunter das DFB-Pokalfinale zwischen dem 1. FC Köln und Fortuna Köln, das der FC mit 1:0 für sich entschied. Nach dem Neubau von 2004 avancierte das RheinEnergieStadion rasch zu einer der wichtigsten deutschen Turnierspielstätten: 2005 war Köln einer der Austragungsorte des FIFA-Konföderationen-Pokals mit drei Vorrundenspielen, ein Jahr später, bei der Weltmeisterschaft 2006, fanden hier vier Gruppenspiele sowie ein Achtelfinale statt.
Einen besonderen internationalen Höhepunkt bildete das Endturnier der UEFA Europa League 2019/20, das pandemiebedingt komplett in Nordrhein-Westfalen ausgetragen wurde: Im RheinEnergieStadion fanden ein Viertelfinale, ein Halbfinale sowie schließlich am 21. August 2020 das Endspiel zwischen dem FC Sevilla und Inter Mailand statt, das Sevilla mit 3:2 für sich entschied – wegen der Corona-Pandemie allerdings vor leeren Rängen. 2024 kehrte das große internationale Turnierfußball mit mehreren Partien der Fußball-Europameisterschaft erneut nach Köln zurück.
Auch im nationalen Frauenfußball ist das Stadion regelmäßig Schauplatz bedeutender Ereignisse: Seit 2010 wird das DFB-Pokal-Endspiel der Frauen turnusmäßig im RheinEnergieStadion ausgetragen. Darüber hinaus fanden hier 2010 die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie der Gay Games statt, eines der weltweit größten Sportevents für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen.
Zwischen 2004 und 2007 diente das RheinEnergieStadion als Heimspielstätte der Cologne Centurions, die in der NFL Europe American Football spielten – eine der wenigen Phasen, in denen die Anlage regelmäßig für eine andere Sportart als Fußball genutzt wurde. Auch Eishockey fand hier mehrfach in großem Rahmen statt: Die DEL Winter Games 2019 und 2022 brachten mit den Kölner Haien als Gastgeber jeweils mehr als 40.000 Zuschauer zu Freiluft-Eishockeyspielen ins Stadion.
Schon das alte Müngersdorfer Stadion war traditionell ein bedeutender Leichtathletik-Standort: Hier fanden die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 1933, 1947, 1978 und 1996 statt, ebenso die traditionsreichen ASV-Sportfeste, die von 1934 bis 1999 regelmäßig durchgeführt wurden.
Seit 2005 ist das RheinEnergieStadion zudem eine der wichtigsten deutschen Konzertarenen. Zu den Künstlern, die hier vor jeweils mehreren Zehntausend Zuschauern auftraten, zählen die Rolling Stones, Pink, Queen + Adam Lambert, Beyoncé, Coldplay, Metallica und die Red Hot Chili Peppers. Die Kombination aus Fußball-, Sport- und Konzertnutzung macht das Stadion zu einer der meistgenutzten Großveranstaltungsstätten in Nordrhein-Westfalen.
Das RheinEnergieStadion ist bis heute die Heimspielstätte des 1. FC Köln und mit der Verlängerung des Mietvertrags mit der Kölner Sportstätten GmbH im April 2024 bis zum Jahr 2034 auch langfristig als solche gesichert. Mit einer Kapazität von 49.827 Plätzen nach der Anpassung für die Europameisterschaft 2024 zählt es weiterhin zu den größeren Stadien der Bundesliga und bleibt zugleich international als Turnierspielstätte gefragt, wie die Rolle bei der EM 2024 nach WM 2006, Confed Cup 2005 und Europa-League-Endturnier 2020 zeigt.
Über den reinen Spielbetrieb hinaus hat sich das Stadion zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Köln entwickelt: Als Konzertarena empfängt es regelmäßig internationale Topacts, als Austragungsort des Frauen-Pokalfinales seit 2010 hat es zudem eine feste Rolle im deutschen Frauenfußball. Die winterliche Beleuchtung der Eckpfeiler als „größter Adventskranz Europas“ hat sich zu einem eigenen kleinen Kölner Traditionsereignis entwickelt.
An die Vereinsgeschichte erinnert das Stadion zudem unmittelbar bauperspektivisch: Die 2018 nach Hans Schäfer benannte Südkurve und das seit 2014 vor der Südtribüne stehende Heinz-Flohe-Denkmal verknüpfen die moderne Arena mit der langen Tradition des FC am Standort Müngersdorf, der seit den 1920er-Jahren einer der zentralen Sportorte der Stadt Köln ist.