Rams Park

İstanbul  •  53.978 Plätze
Stadt
İstanbul
Adresse
İstanbul Çevre Yolu, Aslantepe
PLZ
34396
Kapazität
53.978 Plätze
Rasenart
Naturrasen
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Heimverein
Galatasaray
Süper Lig
Die Geschichte des Stadions

Baugeschichte & Eröffnung

Das heutige Stadion von Galatasaray im Istanbuler Stadtteil Seyrantepe, im Bezirk Sarıyer, wurde nötig, weil das traditionsreiche Ali-Sami-Yen-Stadion im Stadtteil Mecidiyeköy räumlich nicht mehr erweiterbar war. Als Ersatzstandort erwarb der Verein ein Grundstück auf einem Hügel in Seyrantepe, den die Fans später in Anlehnung an das Vereinswappen in „Aslantepe“ (Löwenhügel) umtauften. Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. Dezember 2007, der Bau wurde jedoch durch mehrfache Wechsel der ausführenden Baufirmen verzögert und erst Ende 2010 abgeschlossen. Die feierliche Eröffnung fand am 15. Januar 2011 mit einem Freundschaftsspiel gegen Ajax Amsterdam statt, während im alten Ali-Sami-Yen-Stadion nur wenige Tage zuvor, am 12. Januar 2011, das letzte Spiel ausgetragen worden war. Die Baukosten werden mit rund 120 bis 250 Millionen US-Dollar angegeben, abhängig davon, welche Bauabschnitte und späteren Erweiterungen in die Berechnung einbezogen werden. Für die Planung zeichneten das Stuttgarter Büro asp Architekten gemeinsam mit Obermeyer Planen + Beraten aus München, dem Ingenieurbüro Schlaich Bergermann und Partner sowie dem türkischen Büro Yüksel Proje verantwortlich; als Hauptauftragnehmer fungierte ein Konsortium aus Varyap und Uzunlar in Zusammenarbeit mit der staatlichen Wohnungsbaubehörde TOKİ.

Architektur

Das Stadion ist charakteristisch in einen halb künstlich aufgeschütteten Hügel eingebettet, wodurch die unteren Ränge teils in das umgebende Gelände eingesenkt wirken. Zur ursprünglichen Ausstattung gehörten rund 45.000 reguläre Sitzplätze sowie 150 bis 180 VIP-Logen, die nach der Eröffnung schrittweise auf über 200 Skyboxen ausgebaut wurden. Die Gesamtkapazität lag zur Eröffnung 2011 bei 52.695 Plätzen und wurde in den folgenden Jahren mehrfach angepasst, unter anderem im Zuge von Erweiterungen der Business-Bereiche auf zuletzt rund 53.000 bis knapp 54.000 Plätze. Unter dem Stadion befindet sich eine Tiefgarage mit rund 4.500 Stellplätzen. Ein Markenzeichen der Anlage ist das einfahrbare Dach, das bei Bedarf über weite Teile der Tribünen geschlossen werden kann.

Umbauten & Modernisierungen

Der ursprüngliche Naturrasen wurde im Januar 2018 durch einen SISGrass-Hybridrasen ersetzt, der Natur- und Kunstrasenfasern kombiniert und pflegeleichter ist. Die bauliche und technische Weiterentwicklung des Stadions setzte sich mit der im März 2021 mit dem Energieversorger Enerjisa vereinbarten Installation einer der größten Stadion-Solaranlagen der Welt fort: Auf einer Fläche von rund 16.700 Quadratmetern wurden mehr als 10.000 Photovoltaikmodule mit einer Leistung von 4,3 Megawatt verbaut, die rund 63 Prozent des Energiebedarfs des Stadions decken. Diese Anlage wurde von Guinness World Records als leistungsstärkstes solarbetriebenes Stadion der Welt ausgezeichnet und brachte dem Bauwerk 2025 einen Platz unter den umweltfreundlichsten Stadien weltweit gemäß einer Rangliste des Weltwirtschaftsforums ein. Ab dem Sommer 2025 wurde ein umfassendes Modernisierungsprogramm eingeleitet, in dessen Rahmen unter anderem zwei neue, jeweils rund 240 Quadratmeter große LED-Videowände installiert wurden, die deutlich größer sind als die zuvor genutzten Anzeigetafeln, sowie die Pressetribüne nach europäischen Standards erneuert wurde.

Namensgeschichte

Seit seiner Eröffnung 2011 hat das Stadion mehrfach den Namen gewechselt, was maßgeblich mit wechselnden Namenssponsoren und einer politisch motivierten Regelung zusammenhängt. Von 2011 bis 2017 trug es als „Türk Telekom Arena“ den Namen seines ersten Namensgebers, der sich die Namensrechte für rund 10,25 Millionen US-Dollar pro Jahr über zehn Jahre gesichert hatte. Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan 2017 die Verwendung des Begriffs „Arena“ in Stadionnamen untersagt hatte, wurde daraus ohne Sponsorwechsel die „Türk Telekom Stadyumu“, ein Name, der bis 2021 Bestand hatte. Anschließend übernahm der Immobilienentwickler NEF die Namensrechte, sodass das Stadion von 2021 bis 2023 als „Nef Stadyumu“ firmierte – laut zeitgenössischen Berichten der größte Stadion-Namenssponsoringvertrag der türkischen Sportgeschichte mit einem Volumen von 725 Millionen türkischen Lira zuzüglich Mehrwertsteuer für zehn Spielzeiten. Seit dem 21. Juli 2023 trägt die Anlage im Rahmen eines Fünfjahresvertrags mit dem Unternehmen Rams Global den Namen „Ali Sami Yen Spor Kompleksi Rams Park“, gebräuchlich meist verkürzt als „Rams Park“.

Zuschauerrekord & Kapazität

Die höchste dokumentierte Zuschauerzahl im Stadion wurde am 19. Mai 2024 erreicht, als 53.755 Besucher das Süper-Lig-Derby zwischen Galatasaray und Fenerbahçe verfolgten. In der UEFA Champions League wurde mit 51.792 Zuschauern beim Spiel gegen Bayern München am 24. Oktober 2023 der höchste europäische Besucherwert erzielt, in der UEFA Europa League waren es 51.739 Zuschauer beim Spiel gegen Tottenham Hotspur am 7. November 2024. Bei Länderspielen der türkischen Nationalmannschaft wurde mit 49.532 Zuschauern beim Spiel gegen Deutschland am 7. Oktober 2011 der bislang höchste Wert verzeichnet. Bereits kurz nach der Eröffnung stellte das Stadion am 18. März 2011 zudem einen von Guinness World Records anerkannten Lärmrekord auf, als die Geräuschkulisse der Fans mit 131,76 Dezibel als lautester jemals in einem Sportstadion gemessener Publikumsjubel dokumentiert wurde – ein Rekord, der später von US-amerikanischen NFL-Stadien übertroffen wurde.

Bedeutende Spiele & Ereignisse

Bereits in der ersten vollen Saison nach dem Umzug sicherte sich Galatasaray in der neuen Arena die türkische Meisterschaft 2011/12. Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Stadion insbesondere durch die Champions-League-Partie gegen Juventus am 10. Dezember 2013, die wegen starken Schneefalls in der 32. Minute beim Stand von 0:0 unterbrochen und erst am folgenden Tag zu Ende gespielt wurde. In der Saison 2013/14 fungierte das Stadion außerdem als einer der Austragungsorte der U-20-Fußball-Weltmeisterschaft, deren Finale am 13. Juli 2013 zwischen Frankreich und Uruguay (0:0 nach Verlängerung) vor 20.601 Zuschauern ausgetragen wurde. Zu den prägendsten Vereinsspielen der jüngeren Vergangenheit zählen die beiden Champions-League-Partien der Saison 2023/24 gegen Bayern München und Manchester United, die beide vor mehr als 51.700 Zuschauern stattfanden.

Sonstige Nutzung

Neben dem Fußball wird das Stadion regelmäßig auch als Konzertarena genutzt, wobei die Kapazität durch zusätzliche Bühnenflächen auf über 70.000 Besucher erweitert werden kann. Bereits am 8. Juli 2011, wenige Monate nach der Eröffnung, gab Bon Jovi das erste große Konzert im neuen Stadion. Am 7. Juni 2012 folgte im Rahmen ihrer MDNA-Tour ein Auftritt von Madonna, den nach verfügbaren Angaben rund 47.789 Menschen besuchten. Das Stadion fand darüber hinaus sogar Eingang in die Popkultur, etwa als Schauplatz in Tom Clancys 2012 erschienenem Thriller „Threat Vector“.

Das Stadion heute

Rams Park ist bis heute die Heimspielstätte von Galatasaray und gilt als eines der modernsten und medienwirksamsten Fußballstadien der Türkei. Mit seiner Solaranlage zählt es zu den ökologisch fortschrittlichsten Sportstätten weltweit, während laufende Modernisierungsprojekte bei Bildschirmtechnik und Infrastruktur die internationale Ausrichtung des Stadions unterstreichen. Das Bauwerk wird zudem als möglicher Austragungsort für die von der Türkei mitausgetragene UEFA Euro 2032 gehandelt.

Recherchiert: 09.09.2026
Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026 05:31 Uhr