PreZero Arena

Sinsheim  •  30.150 Plätze
Stadt
Sinsheim
Adresse
Sinsheim, Baden-Württemberg
Kapazität
30.150 Plätze
Rasenart
Naturrasen
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Heimverein
TSG Hoffenheim
1. Bundesliga
Die Geschichte des Stadions

Baugeschichte & Eröffnung

Ursprünglich sollte das neue Stadion der TSG 1899 Hoffenheim nicht in Sinsheim, sondern im benachbarten Heidelberg-Eppelheim entstehen. Diese Pläne scheiterten jedoch im Sommer 2006 an Auseinandersetzungen mit der Stadt Heidelberg über Umweltbelange und über parallele Erweiterungspläne des Unternehmers Hans-Peter Wild. In der Folge entschied man sich für einen Standort in Sinsheim in der Nähe des Technik Museums und der neu errichteten Anschlussstelle Sinsheim-Süd der Bundesautobahn 6.

Der erste Spatenstich erfolgte am 25. Mai 2007. Innerhalb von nur 22 Monaten Bauzeit entstand nach den Plänen des Generalplaners agn Niederberghaus & Partner aus Ibbenbüren ein komplett neues, rundum überdachtes Stadion. Finanziert wurde der Bau maßgeblich durch den Unternehmer und langjährigen TSG-Förderer Dietmar Hopp, der dem Verein bereits zuvor mit dem 1999 errichteten Dietmar-Hopp-Stadion in Zuzenhausen eine moderne Spielstätte für den Amateur- und Nachwuchsbereich finanziert hatte, sowie durch weitere Unternehmen aus der Rhein-Neckar-Region.

Eröffnet wurde die Arena am 24. Januar 2009 mit einem Testspiel der TSG 1899 Hoffenheim gegen eine Auswahl der Metropolregion Rhein-Neckar, das die Hoffenheimer 6:2 gewannen; den ersten Treffer im neuen Stadion erzielte Christian Bolm von Wormatia Worms, während Francisco Copado in diesem Spiel seinen Abschied von der TSG vor seinem Wechsel zur SpVgg Unterhaching feierte. Das erste Bundesligaspiel im neuen Stadion fand am 31. Januar 2009 statt, als Hoffenheim Energie Cottbus mit 2:0 bezwang.

Architektur

Die Arena wurde von Beginn an als modernes, komplett überdachtes Fußballstadion mit zwei Zuschauerrängen geplant. Heimkurve der TSG-Fans ist die Südtribüne. Die Anlage verfügt über 1.364 Business-Sitzplätze sowie 40 Business-Logen für jeweils mindestens zehn Personen, die sämtlich auf der Westtribüne untergebracht sind. Zur Grundausstattung gehören außerdem rund 2.500 Parkplätze für Besucher sowie weitere 2.500 Plätze für Medienvertreter, Geschäftspartner und Reisebusse.

Ein wesentliches architektonisches Merkmal ist die Umwandelbarkeit der Stehplatzbereiche: Die 6.750 Stehplätze können für internationale Spiele, bei denen nach den Vorgaben von FIFA und UEFA ausschließlich Sitzplätze zugelassen sind, in Sitzplätze umgerüstet werden, wodurch sich die Gesamtkapazität um rund 4.500 Plätze reduziert. Verkehrlich ist das Stadion über die circa einen Kilometer entfernte S-Bahn-Station Sinsheim-Museum/Arena an der Elsenztalbahn sowie über Shuttlebusse vom Sinsheimer Hauptbahnhof erreichbar; mit dem Auto ist die Anlage über die Anschlussstelle Sinsheim-Süd der A 6 zu erreichen. Betrieben wird das Stadion von der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Besitzgesellschaft mbH & Co. KG, einer Tochtergesellschaft der DH-Holding Verwaltungs GmbH, die bis 2012 als Verwaltungsgesellschaft des Golfclubs St. Leon-Rot firmierte.

Umbauten & Modernisierungen

Im Unterschied zu vielen anderen Bundesligastadien hat die heutige PreZero Arena seit ihrer Eröffnung 2009 keine grundlegende bauliche Erweiterung oder Kapazitätsaufstockung erfahren; die ursprünglich geplante Grundkapazität von 30.150 Plätzen besteht im Kern bis heute unverändert. Die einzige regelmäßig vorgenommene bauliche Anpassung betrifft die temporäre Umrüstung der Stehplatzbereiche in Sitzplätze für internationale Wettbewerbe, wodurch sich die nutzbare Kapazität für solche Partien auf rund 25.600 Plätze reduziert.

Statt struktureller Erweiterungen hat der Verein in den vergangenen Jahren vor allem in die ökologische Modernisierung der Anlage investiert: Seit Anfang 2022 verfolgt die TSG zusammen mit dem Namenssponsor PreZero das Ziel, das erste Zero-Waste-Stadion Deutschlands zu etablieren. Umgesetzt wurden unter anderem ein Mehrwegbechersystem sowie die Weiterverarbeitung des beim Rasenschnitt anfallenden Grasschnitts zu Graspapier, das etwa für Autogrammkarten verwendet wird. Im April 2023 erhielt die Arena als erstes europäisches Stadion die TÜV-Süd-Zertifizierung „Zero Waste“ in Bronze, im Mai 2024 als erster Bundesligaverein überhaupt die Zertifizierung in Silber.

Namensgeschichte

Bei ihrer Eröffnung 2009 trug die Arena zunächst den neutralen Namen Rhein-Neckar-Arena, der die Verwurzelung des Vereins in der Metropolregion Rhein-Neckar betonte. Im Juli 2011 veräußerte die TSG die Namensrechte an die Wirsol Solar AG aus Waghäusel, sodass das Stadion bis Januar 2019 als Wirsol Rhein-Neckar-Arena firmierte. Im Januar 2019 wurde der Entsorgungsdienstleister PreZero, eine Tochtergesellschaft der Schwarz-Gruppe (zu der auch Lidl und Kaufland gehören), neuer Namenssponsor; seither trägt das Stadion den Namen PreZero Arena. Der entsprechende Sponsoringvertrag läuft bis zum 30. Juni 2025.

Für internationale Turniere wie die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 galten unabhängig vom Namenssponsoring die neutralen Stadionbezeichnungen der jeweiligen Verbände, wie es bei solchen Turnieren in Deutschland üblich ist.

Zuschauerrekord & Kapazität

Die PreZero Arena bietet in ihrer Standardkonfiguration Platz für 30.150 Zuschauer, davon 23.400 Sitzplätze und 6.750 Stehplätze. Für internationale Spiele, bei denen reine Sitzplatzkapazität vorgeschrieben ist, reduziert sich die nutzbare Kapazität um etwa 4.500 Plätze. Als kleinste Spielstätte der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 – Sinsheim selbst hat nur rund 35.000 Einwohner – war die Arena bei den dort ausgetragenen Partien regelmäßig gut gefüllt.

Zu den am besten dokumentierten Zuschauerzahlen zählt das mit 25.100 Zuschauern ausverkaufte Finale der U-19-Fußball-Europameisterschaft 2016 zwischen Frankreich und Italien, in dem der spätere Weltstar Kylian Mbappé zum Einsatz kam und Frankreich mit 4:0 gewann. Auch das DEL-Winter-Game der Deutschen Eishockey Liga am 7. Januar 2017 zwischen den Adler Mannheim und den Schwenninger Wild Wings zog mit 25.022 Zuschauern eine der höchsten je in der Arena verzeichneten Besucherzahlen an. Beim Freundschaftsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Uruguay am 29. Mai 2011 war das Stadion ebenfalls ausverkauft.

Bedeutende Spiele & Ereignisse

Die PreZero Arena war 2011 einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen und damit die kleinste der zwölf deutschen Spielstätten dieses Turniers. Am 25. Juli 2009, im Vorfeld dieses Turniers, hatte bereits die deutsche Frauennationalmannschaft hier mit 6:0 gegen die Niederlande gespielt. Am 29. Mai 2011 empfing die deutsche Männer-Nationalmannschaft in einem Freundschaftsspiel Uruguay und gewann vor ausverkauftem Haus mit 2:1.

Einen sportgeschichtlich bemerkenswerten Moment bildete das Finale der U-19-Fußball-Europameisterschaft 2016 im Juli 2016, in dem Frankreich mit dem jungen Kylian Mbappé Italien vor 25.100 Zuschauern mit 4:0 bezwang. Ihr internationales Debüt im Vereinsfußball feierte die Arena am 15. August 2017 mit dem Champions-League-Qualifikationsspiel der TSG 1899 Hoffenheim gegen den FC Liverpool. Kurios war zudem eine Episode aus dem DFB-Pokal im August 2009: Der Sechstligist SpVgg Neckarelz musste sein Heimspiel gegen den FC Bayern München wegen zu geringer Kapazität seines eigenen Stadions in die damalige Rhein-Neckar-Arena verlegen, die dafür ausverkauft war. Im September 2024 war die Arena zudem Schauplatz des bislang einzigen Heimspiels der TSG-Frauen in der Bundesliga, einer 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg vor 7.109 Zuschauern.

Sonstige Nutzung

Über den Fußball hinaus dient die PreZero Arena regelmäßig auch anderen Sportarten und Veranstaltungsformaten. Am 7. Januar 2017 war sie Schauplatz eines DEL-Winter-Games im Freien, bei dem die Adler Mannheim die Schwenninger Wild Wings im badisch-württembergischen Eishockey-Derby vor 25.022 Zuschauern mit 7:3 bezwangen. Im American Football war die Arena 2024 Schauplatz eines Spiels der European League of Football zwischen den Stuttgart Surge und den Munich Ravens (27:5), das mit 8.432 Zuschauern einen neuen baden-württembergischen Zuschauerrekord für diese Sportart aufstellte.

Daneben wird die Anlage regelmäßig für Tagungen, Kongresse und private Veranstaltungen genutzt. Als Stadionsprecher wirkte von der Eröffnung 2009 bis 2023 der frühere Radio-Regenbogen-Moderator Mike Diehl, seither übernimmt Nils Hachmann, der zuvor im Social-Media-Bereich des Vereins tätig war, diese Aufgabe. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Arena zuletzt durch ihre Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit im Rahmen der Zero-Waste-Initiative mit dem Namenssponsor PreZero.

Das Stadion heute

Die PreZero Arena ist bis heute die Heimspielstätte der TSG 1899 Hoffenheim für Bundesliga- und DFB-Pokal-Partien und bietet mit ihrer unveränderten Grundkapazität von 30.150 Plätzen eine der moderneren, aber auch kompakteren Spielstätten der Bundesliga. Anders als viele Vereine hat die TSG seit der Eröffnung 2009 auf große bauliche Erweiterungen verzichtet und stattdessen den Fokus auf Nachhaltigkeit gelegt.

Mit der Zero-Waste-Zertifizierung positioniert sich das Stadion als eines der ökologisch fortschrittlichsten in Deutschland: Nach der Bronze-Zertifizierung durch den TÜV Süd im April 2023 als erstes europäisches Stadion überhaupt folgte im Mai 2024 die Silber-Zertifizierung, mit der die TSG als erster Bundesligaverein diese Stufe erreichte. Der aktuelle Namenssponsoringvertrag mit PreZero läuft bis zum 30. Juni 2025, sodass sich in den kommenden Jahren an dieser Front noch Veränderungen ergeben könnten. Bis dahin bleibt die PreZero Arena ein fester Bestandteil der Bundesliga-Stadionlandschaft und Heimat der TSG 1899 Hoffenheim.

Recherchiert: 09.09.2026
Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026 05:16 Uhr