Die Geschichte der heutigen MHPArena beginnt in den Jahren 1929 bis 1933, als im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt im Rahmen der Vorbereitungen auf das 15. Deutsche Turnfest die „Stuttgarter Kampfbahn“ errichtet wurde. Entworfen wurde die Anlage von den Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer, die dem Bauwerk mit einer freitragenden, stützenfreien Betondachkonstruktion über der Haupttribüne eine für die damalige Zeit technisch bahnbrechende Lösung gaben – die erste ihrer Art in Deutschland. Am 25. Juni 1933 fand mit rund 30.000 Zuschauern ein erstes Vorführspiel statt, die offizielle Einweihung folgte am 23. Juli 1933 durch Stuttgarts Oberbürgermeister Karl Strölin unter dem im nationalsozialistischen Deutschland vergebenen Namen „Adolf-Hitler-Kampfbahn“. Das erste Spiel des VfB Stuttgart im neuen Stadion war ein Freundschaftsspiel gegen Schalke 04 am 20. August 1933, das erste Stuttgarter Stadtderby folgte am 21. Januar 1934.
Zur Eröffnung bot die Anlage Platz für etwa 40.000 Zuschauer, davon rund 2.500 auf überdachten Sitzplätzen. Bereits 1935 wurde die Kapazität durch provisorische Holztribünen auf bis zu 70.000 Plätze erweitert; aus Sicherheitsgründen wurden diese hölzernen Erweiterungen jedoch 1938 wieder zurückgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Stadion weitgehend intakt und konnte bereits am 10. Oktober 1948 wieder für ein internationales Fußballspiel genutzt werden. In den folgenden Jahren wurde die Anlage durch feste Erweiterungen der Gegen- und Kurventribünen bis 1951 auf eine Kapazität von zeitweise nahezu 100.000 Plätzen ausgebaut, was allerdings zunehmend Sicherheitsbedenken aufwarf. Ein Freundschaftsspiel gegen die Schweiz am 22. November 1950 verzeichnete rund 103.000 Zuschauer.
Das ursprüngliche, von Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer entworfene Bauwerk zählte zu den fortschrittlichsten Stadionbauten seiner Zeit in Deutschland, vor allem wegen der freitragenden Betondachkonstruktion über der Haupttribüne, die ohne störende Stützen errichtet wurde. Über die Jahrzehnte wurde die Anlage immer wieder grundlegend umgebaut, ohne dass die ursprüngliche Bausubstanz vollständig erhalten blieb.
Im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde die Haupttribüne abgerissen und durch einen neuen, dreigeschossigen Bau ersetzt, die Gegentribüne wurde überdacht und eine alphanumerische Anzeigetafel im Rang installiert; die Kapazität lag danach bei rund 72.000 Plätzen, wovon für internationale Spiele wegen Pressebereichen etwa 70.000 nutzbar waren. 1986 kam mit einer vollfarbigen Videowand die erste ihrer Art in Deutschland hinzu, was die Kapazität leicht auf knapp 70.000 reduzierte. Für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1993 wurde das Stadion für rund 27,3 Millionen Euro erneut grundlegend saniert: Eine durchgehende Membrandachkonstruktion überspannte fortan sämtliche Tribünen, eine neue Flutlichtanlage wurde installiert und Stehplatzbereiche in Sitzplätze umgewandelt, wodurch die Kapazität auf 53.700 Plätze (47.600 Sitzplätze) sank.
Der bislang umfassendste Umbau erfolgte zwischen 2009 und 2011, als das Stadion zu einer reinen Fußballarena umgestaltet wurde: Die Untertürkheimer Kurve wurde komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, unter dem die 2.000 Zuschauer fassende Sporthalle Scharrena entstand; das Spielfeld wurde um 1,30 Meter abgesenkt, damit Haupt- und Gegentribüne um fünf Reihen nach unten erweitert werden konnten, und die charakteristische Cannstatter Kurve mit 8.100 Stehplätzen wurde geschaffen. Die Dachkonstruktion wurde um einen zusätzlichen Ring über den Kurven erweitert. 2017 wurde die seit 1993 bestehende Dachmembran nach 24 Jahren für rund 9,75 Millionen Euro erneuert. Im Zuge der Modernisierung für die Euro 2024 (2022–2024, rund 130 Millionen Euro) wurde die untere Ebene der Haupttribüne komplett neu errichtet und bis an die Dachträger herangeführt; neue Umkleiden, ein Medienzentrum, Businessbereiche und eine Produktionsküche entstanden. Ergänzend wurden eine mehrfarbige LED-Beleuchtung sowie eine Photovoltaikanlage mit rund 300 Kilowatt Spitzenleistung im Dach installiert. Auf dem einstigen Rasenoval befand sich bis zum Umbau 2009 zudem eine grüne Laufbahn, die als Besonderheit unter deutschen Leichtathletikstadien galt.
Nach der Erweiterung der Nachkriegsjahre folgte 1963 der Einbau einer ersten modernen Flutlichtanlage, rechtzeitig zum Bundesliga-Aufstieg des VfB Stuttgart. Die nächste große Ausbaustufe kam mit der Fußball-Weltmeisterschaft 1974: Haupttribüne und Gegentribüne wurden erneuert beziehungsweise überdacht, die Kapazität stieg auf rund 72.000 Plätze. 1986 wurde die erste vollfarbige Videowand Deutschlands installiert.
Für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1993 investierte die Stadt rund 27,3 Millionen Euro in eine komplette Neugestaltung mit durchgehendem Membrandach; die Kapazität sank durch die Umwandlung von Stehplätzen auf 53.700 Plätze. Zwischen 1999 und 2003 wurde in einer ersten Ausbauphase der zweite Rang der Haupttribüne abgerissen und durch einen neuen Oberrang mit 44 Logen zwischen den Rängen ersetzt; ein Vorbau mit Gastronomie und Parkhaus kam hinzu. In einer zweiten Phase (2004–2005, rund 51,25 Millionen Euro) erhielt auch die Gegentribüne einen neuen Oberrang, die bisherige zentrale Anzeigetafel wurde durch zwei neue, abgehängte Videowände ersetzt, wodurch zuvor verdeckte Sitzplätze wieder freigegeben wurden. Die Kapazität stieg auf 55.896 Plätze (53.198 reine Sitzplätze); vor der WM 2006 wurde außerdem eine grüne Laufbahn verlegt.
Der bislang größte Umbau fand zwischen 2009 und 2011 statt und wandelte das Mehrzweckstadion endgültig in eine reine Fußballarena um. Nach ersten Vorarbeiten im April 2009 erfolgte der offizielle erste Spatenstich am 18. Mai 2009; zwischen Mai und Juli 2009 wurde die Untertürkheimer Kurve komplett abgerissen, im Juli 2009 das Spielfeld um 1,30 Meter abgesenkt. Im August 2011 war die neue Cannstatter Kurve mit 8.100 Stehplätzen fertiggestellt, im November 2011 öffnete das Fanzentrum. Die Gesamtkosten des Umbaus beliefen sich auf rund 74,76 Millionen Euro (inklusive der Sporthalle Scharrena rund 77,81 Millionen Euro); die neue Kapazität lag bei 60.449 Plätzen (49.224 Sitz- und 11.225 Stehplätze). 2017 wurde die Dachmembran für 9,75 Millionen Euro erneuert.
Für die Euro 2024 wurde das Stadion zwischen 2022 und 2024 für rund 130 Millionen Euro (ursprünglich mit 98,5 Millionen Euro budgetiert) erneut modernisiert: Die untere Ebene der Haupttribüne wurde komplett neu gebaut, während der Bauzeit sank die Kapazität in der Saison 2022/23 vorübergehend auf 47.500 Plätze. Mit Abschluss der Arbeiten im März 2024 stieg die Kapazität auf den heutigen Wert von 60.058 Plätzen (50.998 Sitzplätze), ergänzt um Rollstuhlfahrerplätze in der Cannstatter Kurve, modernisierte Kioske und ein neues Leitsystem.
Kaum ein deutsches Stadion hat eine derart wechselhafte Namensgeschichte wie die heutige MHPArena. Als „Stuttgarter Kampfbahn“ 1929 bis 1933 errichtet, wurde die Anlage bei ihrer Einweihung 1933 in „Adolf-Hitler-Kampfbahn“ umbenannt – ein Name, der bis 1945 bestand. Nach Kriegsende trug das Stadion unter US-amerikanischer Besatzung kurzzeitig die Bezeichnung „Century Stadium“, danach von 1945 bis 1949 schlicht „Kampfbahn“. 1949 erfolgte die Umbenennung in „Neckarstadion“, ein Name, der bis 1993 Bestand hatte.
1993 wurde die Anlage anlässlich der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in „Gottlieb-Daimler-Stadion“ umbenannt, benannt nach dem Stuttgarter Automobilpionier. Diese Umbenennung basierte auf einem 1992 geschlossenen, zunächst nicht öffentlich bekannten Vertrag mit der Daimler-Benz AG, der dem Konzern zeitlich unbefristete Namensrechte zusicherte. Am 1. Juli 2008 wurde daraus im Zuge einer globalen Markenstrategie des Automobilherstellers die „Mercedes-Benz Arena“; diesen Namen trug das Stadion bis 2023. Mercedes-Benz verzichtete freiwillig auf die weitere Nutzung der Namensrechte, sodass das Stadion am 1. Juli 2023 in „MHPArena“ umbenannt wurde – benannt nach dem Ludwigsburger IT- und Beratungsunternehmen MHP, einem Tochterunternehmen von Porsche. Der Vertrag mit MHP läuft bis 2033.
Für internationale Turniere wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und die Fußball-Europameisterschaft 2024 galt aufgrund der UEFA- beziehungsweise FIFA-Regularien gegen kommerzielle Namensnennungen bei solchen Wettbewerben die neutrale Bezeichnung „Stuttgart Arena“.
Die heutige MHPArena bietet Platz für 60.058 Zuschauer, davon 50.998 Sitzplätze und rund 9.060 Stehplätze, die für internationale Spiele in Sitzplätze umgewandelt werden können. Die Kapazität hat im Laufe der Geschichte stark geschwankt: Von anfänglich rund 40.000 Plätzen 1933 über zeitweise fast 100.000 Plätze in den frühen 1950er-Jahren (mit einem belegten Zuschauerrekord von rund 103.000 beim Freundschaftsspiel gegen die Schweiz am 22. November 1950) wurde die Kapazität aus Sicherheitsgründen im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich reduziert – über rund 72.000 Plätze nach dem Umbau zur WM 1974, 53.700 Plätze nach der Leichtathletik-WM 1993, 55.896 Plätze nach dem Ausbau 2004/05 bis zu 60.449 Plätzen nach dem Umbau zur reinen Fußballarena 2009/11 und schließlich dem heutigen Wert nach der Euro-2024-Modernisierung.
Besondere Bedeutung für die Rekordgeschichte des Stadions hat die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1993: Über die gesamte Dauer der Veranstaltung wurden rund 585.000 Besucher gezählt – bis heute die höchste je bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften erzielte Gesamtzuschauerzahl. Auch die Leichtathletik-Europameisterschaften 1986 verzeichneten mit rund 300.000 Besuchern trotz durchwachsenen Wetters hohe Zahlen und wurden mit dem UNESCO-Fairplay-Preis ausgezeichnet. Für Europapokalendspiele wie das Finale des Europapokals der Landesmeister 1959 zwischen Real Madrid und Stade Reims wurden rund 80.000 Zuschauer gezählt, für das Endspiel 1988 zwischen PSV Eindhoven und Benfica Lissabon rund 70.000.
Das Stadion in Bad Cannstatt zählt zu den ganz wenigen Spielstätten weltweit, die Endspiele aller drei großen europäischen Vereinswettbewerbe ausgetragen haben: Am 3. Juni 1959 fand hier das Finale des Europapokals der Landesmeister zwischen Real Madrid und Stade Reims vor rund 80.000 Zuschauern statt, am 5. September 1962 das Wiederholungsspiel des Endspiels im Europapokal der Pokalsieger zwischen Atlético Madrid und AC Fiorentina, am 25. Mai 1988 das Endspiel des Europapokals der Landesmeister zwischen PSV Eindhoven und Benfica Lissabon vor rund 70.000 Zuschauern und am 17. Mai 1989 das Rückspiel des UEFA-Cup-Finales, in dem der VfB Stuttgart nach einer 1:2-Hinspielniederlage 3:3 gegen den SSC Neapel spielte.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurden im Stadion vier Partien ausgetragen, darunter Polen gegen Argentinien (3:2), Argentinien gegen Italien (1:1), Polen gegen Italien (2:1) und Polen gegen Schweden (1:0). Bei der Europameisterschaft 1988 fanden hier England gegen Irland (0:1) sowie das Halbfinale Italien gegen die Sowjetunion (0:2) statt. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war das damalige Gottlieb-Daimler-Stadion mit sechs Partien einer der Austragungsorte, darunter das Viertelfinale England gegen Ecuador (1:0) und das Spiel um Platz drei, in dem Deutschland Portugal mit 3:1 bezwang. Bei der Europameisterschaft 2024 war die als „Stuttgart Arena“ bezeichnete MHPArena erneut Austragungsort mehrerer Turnierspiele.
Das Stadion war zudem mehrfacher Schauplatz von DFB-Pokal-Endspielen, unter anderem 1967, 1971 und 1981, sowie Gastgeber der Leichtathletik-Europameisterschaften 1986 und der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1993. Am 19. Dezember 1990 fand hier das erste Spiel der gesamtdeutschen Nationalmannschaft nach der Wiedervereinigung statt. Von 1994 bis 1997 war das Stadion zudem viermal in Folge Schauplatz des European-Football-League-Finals „Eurobowl“ im American Football. Am 27. März 2024 wurde die Arena zum ersten Stadion Deutschlands, in dem 1.000 Bundesligaspiele ausgetragen wurden.
Über den Fußball hinaus war das Stadion wiederholt Austragungsort bedeutender Leichtathletikveranstaltungen, darunter die Europameisterschaften 1986 und die Weltmeisterschaften 1993 sowie mehrere IAAF/World-Athletics-Finals in den Jahren 2006 bis 2008. Von 1994 bis 1997 fand hier alljährlich das Endspiel der European Football League im American Football, der „Eurobowl“, statt; für 2025 war die Meisterschaftsendrunde der European League of Football in der Arena geplant.
Als Konzertlocation hat das Stadion eine lange Tradition: 1976 spielten die Rolling Stones hier das erste Open-Air-Konzert überhaupt in einem deutschen Fußballstadion, wofür zum Schutz des Rasens ein PVC-Bodenbelag verlegt werden musste. 1989 folgte ein Konzert von Pink Floyd, 2007 von Herbert Grönemeyer, 2008 von Bon Jovi, 2013 von Robbie Williams, 2015 und 2018 von Helene Fischer, 2018 kehrten die Rolling Stones zurück, 2019 spielte Phil Collins. Die Anlage dient damit regelmäßig sowohl dem Spitzensport als auch der Unterhaltungsbranche als Großveranstaltungsort.
Die MHPArena ist heute mit 60.058 Plätzen eines der größten Bundesligastadien und zugleich eines der geschichtsreichsten Fußballstadien Deutschlands. Eigentümerin der Anlage ist die Stadion NeckarPark GmbH & Co. KG, an der die Stadt Stuttgart mit 60 Prozent und der VfB Stuttgart mit 40 Prozent beteiligt sind; der VfB hatte sich 2008 mit 27 Millionen Euro als stiller Gesellschafter eingebracht, wovon 20 Millionen Euro aus dem Verkauf der Namensrechte an Daimler stammten. Die Stadt erhält jährlich rund 2,6 Millionen Euro an Pacht- und weiteren Zahlungen sowie 800.000 Euro Erbbauzins.
Mit der Modernisierung zur Europameisterschaft 2024 verfügt das Stadion heute über ein aufgerüstetes 5G-Netz mit MIMO-Technologie für bis zu 120.000 gleichzeitige Nutzer, eine mehrfarbige LED-Dachbeleuchtung und eine Photovoltaikanlage mit rund 300 Kilowatt Spitzenleistung. Die Arena liegt inmitten eines großen Sportkomplexes im Stuttgarter Neckarpark, zu dem auch das Carl-Benz-Center, die Porsche-Arena, die Hanns-Martin-Schleyer-Halle sowie die Trainingsanlagen des VfB Stuttgart gehören. Der Namensrechtevertrag mit dem Ludwigsburger Unternehmen MHP läuft bis 2033, sodass der Name MHPArena den Zuschauern und Besuchern der Spielstätte für die kommenden Jahre erhalten bleiben soll.