Mewa Arena

Mainz  •  34.000 Plätze
Stadt
Mainz
Adresse
Eugen-Salomon-Straße 1
PLZ
55128 Mainz
Kapazität
34.000 Plätze
Rasenart
Naturrasen
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Heimverein
FSV Mainz 05
1. Bundesliga
Die Geschichte des Stadions

Baugeschichte & Eröffnung

Vor dem Bau der heutigen Mewa Arena spielte der 1. FSV Mainz 05 im Stadion am Bruchweg im Stadtteil Hartenberg-Münchfeld, das 1929 eröffnet worden war und zuletzt eine Kapazität von rund 18.700 Plätzen bot; die Anlage wurde im Laufe ihrer Geschichte mehrfach renoviert, unter anderem 1947, 1951, 1953, 1965, 1981, 1997 und 2002. Mit dem Aufstieg in die Bundesliga wurde jedoch schnell klar, dass das Bruchwegstadion den Anforderungen des modernen Profifußballs nicht mehr genügte, sodass sich der Verein 2007 für einen Neubau entschied. Als Standort war zunächst eine Fläche am Europakreisel im Stadtteil Gonsenheim vorgesehen, im Februar 2008 wurde der Standort jedoch um etwa 800 Meter nach Süden in Richtung Bretzenheim verschoben.

Im März 2008 wurde ein europaweiter Teilnahmewettbewerb für die Planung ausgeschrieben, im September 2008 gingen sechs Stadionentwürfe ein, und am 3. Juni 2009 wurde das Siegermodell offiziell präsentiert; den Zuschlag erhielt das Büro KSP Jürgen Engel Architekten. Bauherrin war die Grundstücksverwaltungsgesellschaft der Stadt Mainz mbH (GVG), Projektleiter und Generalbevollmächtigter war deren Prokurist Ferdinand Graffé. Gegen das Projekt bildete sich bereits am 4. Dezember 2008 mit dem Verein „Erhalt des Regionalen Grünzugs – kein Stadionneubau in Mainz-Bretzenheim e. V.“ eine organisierte Gegenbewegung, die sich erst 2019, rund acht Jahre nach der Eröffnung, wieder auflöste.

Die eigentlichen Erdarbeiten begannen am 5. Mai 2009, im Juni 2009 folgten der Bau eines Straßendamms und der Aushub der Baugrube, die im September 2009 an den Generalunternehmer übergeben wurde. Die feierliche Einweihung als „Coface Arena“ fand am 3. Juli 2011 statt. Die reinen Baukosten für das Stadion beliefen sich auf rund 55 Millionen Euro, hinzu kamen etwa 15 Millionen Euro für Erschließung und Grunderwerb, sodass sich das Budget auf insgesamt 62,5 Millionen Euro belief; durch zusätzliche ökologische Ausstattungsmerkmale stiegen die tatsächlichen Gesamtkosten auf schätzungsweise 70 Millionen Euro. Finanziert wurde der Bau über einen Kommunalkredit von 32,5 Millionen Euro, einen Zuschuss des Landes Rheinland-Pfalz von 15 Millionen Euro (je 7,5 Millionen für Infrastruktur und Stadion), 7,5 Millionen Euro der Stadt Mainz für die Infrastruktur sowie einen Eigenanteil des 1. FSV Mainz 05 von 7,5 Millionen Euro zuzüglich zusätzlicher Mehrkosten.

Architektur

Die Mewa Arena bietet ein Fassungsvermögen von 33.305 Zuschauern, aufgeteilt in 16.005 Steh- und 17.300 Sitzplätze; für internationale Wettbewerbe, bei denen ausschließlich Sitzplätze zugelassen sind, reduziert sich die Kapazität auf rund 27.000 Plätze. Zur Ausstattung gehören 700 Logenplätze, 2.000 Business-Sitze, 134 Plätze für Menschen mit Behinderung, 150 Pressearbeitsplätze sowie eine bauliche Ausbaureserve von rund 2.500 zusätzlichen Plätzen. Der rund 2.000 Quadratmeter große Businessclub verfügt über eine etwa 40 Meter breite Glasfassade, die separate Skylounge misst 200 Quadratmeter, und ein ganzjährig geöffnetes Restaurant ergänzt das gastronomische Angebot.

Zu den architektonischen Besonderheiten zählen Glasfronten an allen vier Ecken des Stadions sowie klappbare Sitze anstelle fest montierter Sitzschalen. Sämtliche Tribünen sind vollständig überdacht, was den Komfort der Zuschauer deutlich erhöht; besonders bekannt ist die Nordwestkurve für ihre gute Akustik, in der die aktive Fanszene des Vereins ihren Platz hat. Auf dem Stadiondach ist eine Photovoltaikanlage installiert, die zur umweltfreundlichen Stromerzeugung beiträgt; die gesamte Anlage ist barrierefrei zugänglich. Das Spielfeld besteht aus Naturrasen mit Unterflur-Rasenheizung. Die Heimkabine misst 340 Quadratmeter, die Gästekabine 190 Quadratmeter. Die Arena liegt in unmittelbarer Nähe der Johannes Gutenberg-Universität und der Fachhochschule Mainz; seit Ende 2016 verbinden drei Straßenbahnhaltestellen das Gelände mit der Innenstadt, und über die Koblenzer Straße führt seit einem eigenen Architektenwettbewerb (Baubeginn Sommer 2013) eine Fußgängerbrücke zum Stadion.

Umbauten & Modernisierungen

Seit ihrer Eröffnung 2011 hat die Mewa Arena im Vergleich zu älteren Bundesligastadien nur vergleichsweise wenige bauliche Veränderungen erfahren, da sie von Beginn an nach modernen Standards konzipiert wurde. Zu den wichtigsten Ergänzungen zählte der Bau einer Fußgängerbrücke über die Koblenzer Straße, für die 2013 ein eigener Architektenwettbewerb ausgeschrieben wurde und deren Bau im Sommer 2013 begann, um die Anbindung an die Innenstadt zu verbessern. Ende 2016 wurde zudem die verkehrliche Erreichbarkeit durch die Einrichtung von drei neuen Straßenbahnhaltestellen in unmittelbarer Stadionnähe deutlich verbessert.

An der eigentlichen Zuschauerkapazität von rund 33.305 Plätzen hat sich seit der Eröffnung nichts Grundlegendes geändert; die im Bauplan vorgesehene Ausbaureserve von etwa 2.500 zusätzlichen Plätzen wurde bislang nicht in einen konkreten Erweiterungsbau umgesetzt.

Namensgeschichte

Bei ihrer Eröffnung am 3. Juli 2011 erhielt die Arena zunächst den Namen Coface Arena, nachdem der Kreditversicherer Coface Deutschland bereits seit 2007 als Sponsor mit dem Verein verbunden war und dafür rund 1,8 Millionen Euro pro Jahr zahlte; dieser Name war bis zum 30. Juni 2016 gültig. Zum 1. Juli 2016 übernahm der Automobilhersteller Opel die Namensrechte, sodass das Stadion bis zum 30. Juni 2021 als Opel Arena firmierte. Seit dem 1. Juli 2021 trägt die Anlage den Namen Mewa Arena, benannt nach dem Wiesbadener Textildienstleister MEWA Textil-Service, der bereits seit 2013 Sponsor des Vereins war, bevor er 2021 die Namensrechte übernahm; der aktuelle Vertrag sieht eine jährliche Zahlung von rund 2,3 Millionen Euro vor und läuft bis 2026.

Zuschauerrekord & Kapazität

Die Mewa Arena bietet regulär Platz für 33.305 Zuschauer, bei internationalen Wettbewerben mit reiner Sitzplatzpflicht reduziert sich die Kapazität auf rund 27.000. Einen neuen Zuschauerrekord für ein Europapokalspiel in Mainz stellte die Partie gegen Rosenborg Trondheim in der Play-off-Runde der UEFA Conference League am 28. August 2025 auf: Rund 30.000 Zuschauer verfolgten das Spiel und übertrafen damit deutlich den bisherigen Rekord von 21.317 Zuschauern, der im Oktober 2016 bei der Europa-League-Gruppenspielpartie gegen RSC Anderlecht aufgestellt worden war. Zum Vergleich: Beim vorherigen Europapokal-Heimspiel im Dezember 2016 gegen den FK Qabala waren lediglich 12.680 Zuschauer gekommen, sodass sich die Zuschauerzahl bei europäischen Heimspielen binnen wenigen Jahren mehr als verdoppelte.

Bedeutende Spiele & Ereignisse

Bereits kurz nach der Eröffnung war die neue Arena Schauplatz des LIGA total! Cups 2011, eines Vorbereitungsturniers am 19. und 20. Juli 2011. Am 6. Juni 2014 empfing die deutsche Fußballnationalmannschaft in Mainz Armenien zu einem Freundschaftsspiel – das letzte Vorbereitungsspiel vor der Reise zur Weltmeisterschaft 2014 nach Brasilien und zugleich das erste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Mainz überhaupt. Am 11. Juni 2019 folgte im Rahmen der Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 die Partie Deutschland gegen Estland.

Im Europapokal war die Arena mehrfach Schauplatz bedeutender Heimspiele des 1. FSV Mainz 05: Im Oktober 2016 kamen 21.317 Zuschauer zum Gruppenspiel der Europa League gegen RSC Anderlecht, im Dezember desselben Jahres 12.680 Zuschauer gegen den FK Qabala. Einen vorläufigen Höhepunkt bildete das Play-off-Spiel der UEFA Conference League gegen Rosenborg Trondheim am 28. August 2025, das mit rund 30.000 Zuschauern einen neuen Europapokal-Zuschauerrekord für das Stadion aufstellte und die gewachsene internationale Anziehungskraft des Vereins und seiner Spielstätte unterstrich.

Sonstige Nutzung

Die Mewa Arena wird über den reinen Spielbetrieb hinaus regelmäßig für Firmenevents, Tagungen und Konferenzen genutzt; der Verein bietet dafür über sein Business-Programm eigene Veranstaltungsformate in der Arena an. Große Musikkonzerte oder vergleichbare Massenveranstaltungen finden dagegen bewusst nicht statt, da entsprechende Großveranstaltungen wegen der Lärmbelastung für die umliegende Wohnbebauung ausgeschlossen sind. An spielfreien Tagen werden die Parkflächen rund um das Stadion unter anderem für Tagungen und im Zusammenhang mit dem nahegelegenen Universitätsbetrieb genutzt.

Eine Besonderheit der Anlage ist ihr ökologisches Konzept: Der 1. FSV Mainz 05 bezeichnete sich 2011 als erster klimaneutraler Bundesligaverein Deutschlands, was maßgeblich auf die Ausstattung des Stadions mit einer Photovoltaikanlage, energieeffizienten Glasfassaden und nachhaltigen Baumaterialien zurückgeführt wurde. Für dieses Konzept wurde die Arena am 11. Mai 2012 für den TheStadiumBusiness Award nominiert.

Das Stadion heute

Die Mewa Arena ist bis heute die Heimspielstätte des 1. FSV Mainz 05 in der Bundesliga. Der aktuelle Namenssponsor MEWA Textil-Service ist bis 2026 vertraglich gebunden und zahlt dafür rund 2,3 Millionen Euro pro Jahr. Als Pächter zahlt der Verein für die Nutzung der Arena eine Miete, die sich je nach Ligazugehörigkeit unterscheidet: In der 2. Bundesliga fielen zuletzt rund 2,3 Millionen Euro pro Jahr an, in der Bundesliga rund 3,3 Millionen Euro; die zugrundeliegenden Kredite sind auf eine Laufzeit von idealerweise bis zu 15, höchstens jedoch 30 Jahren angelegt.

Sportlich hat sich die Bedeutung der Arena zuletzt weiter gesteigert: Mit der Teilnahme an der UEFA Conference League und dem neuen Zuschauerrekord beim Spiel gegen Rosenborg Trondheim im August 2025 hat sich das Stadion endgültig auch als Bühne für internationale Wettbewerbe etabliert. Das frühere Stadion am Bruchweg, einst die Heimat des Vereins, dient inzwischen als Trainings- und Nachwuchsstandort und ist seit der Saison 2024/25 zugleich die Heimspielstätte der Frauenmannschaft des 1. FSV Mainz 05.

Recherchiert: 09.09.2026
Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026 05:16 Uhr