Vorgängerin der heutigen Arena war das Ernst-Grube-Stadion im Magdeburger Stadtteil Cracau, das am 18. September 1955 vor rund 40.000 Zuschauern eröffnet wurde. Für die Errichtung wurden nach dem Zweiten Weltkrieg rund 150.000 Kubikmeter Trümmerschutt aus der stark zerstörten Stadt Magdeburg aufgeschüttet und verwendet, das Stadion trug den Namen des NS-Widerstandskämpfers Ernst Grube. In den folgenden Jahrzehnten diente die Anlage verschiedenen Magdeburger Fußballklubs, darunter BSG Stahl Magdeburg, Motor Mitte Magdeburg und SC Aufbau Magdeburg, bevor mit der Gründung des 1. FC Magdeburg am 22. Dezember 1965 der bis heute bestehende Klub in das Stadion einzog.
Nach fast 50 Jahren Nutzung machten zunehmende bauliche Mängel eine grundlegende Entscheidung notwendig: 2004 beschloss der Magdeburger Stadtrat den Abriss des Ernst-Grube-Stadions und den Neubau einer modernen Arena am selben Standort. Das letzte Pflichtspiel im alten Stadion fand am 4. Dezember 2004 gegen den FSV Zwickau statt; anschließend wich der 1. FC Magdeburg von Februar 2005 bis Ende 2006 ins Heinrich-Germer-Stadion aus. Der Abriss des Ernst-Grube-Stadions erfolgte zwischen März und Juni 2005.
Der Neubau wurde von den Dortmunder Architekten Matthias Schröder und Ralf Schulte-Ladbeck (Büro Schröder Schulte-Ladbeck) geplant und Anfang Juli 2005 begonnen; die Bauarbeiten waren Ende November 2006 abgeschlossen, die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 30,9 Millionen Euro. Die feierliche Eröffnung fand am 10. Dezember 2006 im Rahmen eines „Tags der offenen Stadiontür“ statt, zu dem rund 50.000 Besucher kamen; Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper und der frühere Nationalspieler Franz Beckenbauer wirkten an der Eröffnungsfeier mit, ergänzt durch ein Freundschaftsspiel zwischen FCM-Oldstars und DDR-Auswahlspielern, das die Oldstars mit 6:3 gewannen.
Die neue Arena wurde als reine Fußballanlage mit überdachten Tribünen auf allen Seiten konzipiert, ausgestattet mit einer Rasenheizung im Spielfeld, fest installierter Flutlichtanlage auf dem Tribünendach und zwei großen Videoanzeigetafeln. Für den ruhenden Verkehr entstanden rund 1.200 Parkplätze (davon 20 für Reisebusse) sowie – später erweiterte – Fahrradabstellmöglichkeiten für etwa 600 Räder; die Anlage ist über die Straßenbahnlinie 4 und die Bushaltestelle „Arenen“ an der Berliner Chaussee angebunden.
Bereits in der Saison 2015/16 zeigte sich ein gravierendes bauliches Problem: Messungen ergaben, dass rhythmisches Hüpfen der Fans die Tribünenkonstruktion um bis zu drei Zentimeter zum Schwingen brachte, was die kalkulierte Resttragfähigkeit der Bauteile von ursprünglich 50 auf rechnerisch nur noch 17,5 Jahre reduzierte. Nach einem Vorfall bei einem Heimspiel gegen Hansa Rostock im November 2016, bei dem die Schwingungen während des Spiels sicherheitsrelevant wurden, verhängten die Behörden kurzfristig ein Nutzungsverbot für sämtliche Tribünenbereiche, das nach Nachbesserungen und mit der Auflage, synchrones Hüpfen zu unterlassen, wieder aufgehoben wurde.
Diese statischen Probleme waren der wesentliche Auslöser für die umfassende bauliche Ertüchtigung und Kapazitätserweiterung, die 2019/2020 durchgeführt wurde.
Nach der Eröffnung im Dezember 2006 verfügte die Arena zunächst über eine Kapazität von rund 25.500 bis 26.000 Plätzen, bestehend aus etwa 22.750 Sitzplätzen und rund 4.500 Stehplätzen (bei internationalen Spielen umrüstbar auf etwa 2.500 zusätzliche Sitzplätze, wodurch die internationale Kapazität bei rund 25.000 lag). Das erste Testspiel in der neuen Arena fand am 19. Dezember 2006 gegen Eintracht Braunschweig statt (0:0, über 13.000 Zuschauer); das erste Pflichtspiel folgte am 23. Januar 2007 im DFB-Pokal gegen Werder Bremen (0:3-Niederlage, 24.053 Zuschauer), der erste Sieg gelang am 24. März 2007 mit 1:0 gegen Dynamo Dresden vor 20.011 Zuschauern.
Nachdem die 2015/16 festgestellten statischen Probleme der Tribünen behoben werden mussten, nutzte die Stadt Magdeburg die Sanierung zugleich für eine Kapazitätserweiterung: Von Juli 2019 bis Januar 2020 wurde die Arena umfassend umgebaut, wobei auch Tribünenblöcke zeitweise versetzt wurden (unter anderem wurde der „Block U“ vorübergehend an die Südtribüne verlegt, bevor er bis Ende September 2019 wieder in den Nordbereich zurückkehrte). Die Kosten dieser Baumaßnahme beliefen sich auf rund 10,3 Millionen Euro und überschritten damit die ursprüngliche Kostenschätzung von 5,9 Millionen Euro deutlich.
Seit Abschluss der Arbeiten im Januar 2020 verfügt die Arena über eine Gesamtkapazität von 30.098 Plätzen, von denen abhängig von Sicherheitsauflagen rund 28.350 tatsächlich nutzbar sind; die Stehplatzkapazität wuchs dabei auf rund 13.000 Plätze. Ergänzt wird die Anlage durch 15 Logen (180 Plätze), rund 430 Business-Seats, 64 Rollstuhlfahrerplätze und 40 Pressearbeitsplätze. Seit Sommer 2024 hat der 1. FC Magdeburg selbst die Vermarktung der Namensrechte, die Gastronomie sowie die Platzpflege der Arena übernommen, die zuvor bei der städtischen Veranstaltungsgesellschaft MVGM gelegen hatten.
Nach der Fertigstellung 2006 trug die neue Arena zunächst den schlichten Namen Stadion Magdeburg. Im Juli 2009 sicherte sich das Telekommunikationsunternehmen MDCC Magdeburg-City-Com GmbH die Namensrechte, wodurch die Anlage in MDCC-Arena umbenannt wurde – dieser Name blieb bis zum 30. Juni 2024 in Gebrauch. Zum 1. Juli 2024 übernahm das US-amerikanische Elektronikunternehmen Avnet das Namenssponsoring, seither firmiert die Spielstätte offiziell als Avnet Arena.
Unter den Fans des 1. FC Magdeburg hat sich daneben inoffiziell die Bezeichnung „Heinz-Krügel-Stadion“ (kurz HKS) etabliert, mit der die Anhänger den 1974 mit dem Verein siegreichen Trainer Heinz Krügel würdigen, unabhängig vom jeweils aktuellen Namenssponsor.
Das Vorgängerstadion am selben Standort hieß von seiner Eröffnung 1955 bis zum Abriss 2005 durchgehend Ernst-Grube-Stadion, benannt nach dem Magdeburger NS-Widerstandskämpfer Ernst Grube.
Das Ernst-Grube-Stadion wurde am 18. September 1955 vor rund 40.000 Zuschauern eröffnet und bot in seiner Bestehenszeit eine Kapazität von rund 25.800 Plätzen. Bei der Eröffnung der neuen Arena am 10. Dezember 2006 kamen rund 50.000 Besucher zum „Tag der offenen Stadiontür“ – diese Zahl bezieht sich allerdings auf einen ganztägigen Besucherandrang außerhalb regulärer Spielkapazität und nicht auf eine einzelne Zuschauerzahl im Stadioninneren.
Der offizielle Zuschauerrekord der heutigen Arena wurde am 2. Juni 2023 (2. Spieltag der Saison 2023/24) beim Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig mit 28.350 Zuschauern aufgestellt. In derselben Saison 2023/24 erzielte der 1. FC Magdeburg zugleich einen neuen Vereinsrekord beim Zuschauerschnitt mit durchschnittlich 25.060 Besuchern pro Heimspiel.
Die bauliche Kapazität wuchs von anfänglich rund 25.500 bis 26.000 Plätzen (2006) über eine für internationale Spiele auf rund 25.000 reduzierte Konfiguration bis zur heutigen Kapazität von 30.098 Plätzen nach dem Umbau 2019/2020.
In die Zeit des alten Ernst-Grube-Stadions als Heimspielstätte fiel die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte des 1. FC Magdeburg: 1974 gewann die Mannschaft unter Trainer Heinz Krügel mit dem Finalsieg gegen den AC Mailand in Rotterdam den Europapokal der Pokalsieger, bis heute der einzige internationale Titel eines DDR-Fußballklubs. Die Heimspiele auf dem Weg zu diesem Erfolg wurden im Ernst-Grube-Stadion ausgetragen.
In der neuen Arena fanden mehrere internationale Auswahlspiele statt, darunter am 29. Juli 2007 ein 4:0-Sieg der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Dänemark im Rahmen der Vorbereitung auf die Heim-Weltmeisterschaft 2007 (10.735 Zuschauer), sowie U-21-Länderspiele der deutschen Auswahl gegen Frankreich (10. Oktober 2008, EM-Qualifikation, 12.550 Zuschauer), Island (2. März 2010, 4.820 Zuschauer) und Rumänien (9. September 2014, 2.163 Zuschauer). Höhepunkt der internationalen Nutzung war das Finale der U-17-Fußball-Europameisterschaft am 18. Mai 2009, bei dem Deutschland nach Verlängerung mit 2:1 gegen die Niederlande gewann.
Im American Football war die Arena 2011 Austragungsort des German Bowl XXXIII, des Endspiels um die deutsche Meisterschaft; die zunächst auf drei Jahre angelegte Partnerschaft mit dem American Football Verband Deutschland wurde jedoch bereits am 21. Juni 2012 im gegenseitigen Einvernehmen wieder beendet. Zudem bewarb sich Magdeburg erfolglos um die Ausrichtung von Partien der Frauen-Weltmeisterschaft 2011, unterlag dabei jedoch anderen deutschen Bewerberstädten.
Über den Fußball hinaus war die Arena 2011 Schauplatz des German Bowl XXXIII im American Football, dem Endspiel um die deutsche Meisterschaft in dieser Sportart. Eine dauerhaft breitere Nutzung für andere Sportarten oder Großveranstaltungen wie Konzerte hat sich an diesem Standort bislang nicht in vergleichbarem Umfang etabliert wie bei größeren deutschen Multifunktionsarenen; die Anlage dient überwiegend dem Fußballbetrieb des 1. FC Magdeburg sowie punktuell Auswahlspielen des DFB.
Seit dem 1. Juli 2024 firmiert die Spielstätte offiziell als Avnet Arena, nachdem der vorherige langjährige Namenssponsor MDCC ausgelaufen war. Mit einer Kapazität von 30.098 Plätzen (davon rund 28.350 nutzbar) ist die Arena die Heimspielstätte des 1. FC Magdeburg, der seit dem Umbau 2019/2020 sowohl in der 2. Fußball-Bundesliga als auch bei internationalen Zweitligarekorden von der erhöhten Kapazität profitiert hat.
Seit Sommer 2024 verantwortet der Verein selbst die Vermarktung der Namensrechte, die gastronomische Versorgung sowie die Pflege des Spielfelds, während zuvor die städtische Magdeburger Veranstaltungsgesellschaft MVGM diese Aufgaben übernommen hatte. Unter den Anhängern bleibt daneben die inoffizielle Bezeichnung „Heinz-Krügel-Stadion“ in Gebrauch, als bleibende Erinnerung an die erfolgreichste Trainerpersönlichkeit der Vereinsgeschichte und den Europapokalsieg von 1974.