Das heutige Kazım Karabekir Stadyumu im Erzurumer Stadtteil Yakutiye geht auf ein Stadion zurück, das 1968 errichtet und zunächst nach dem aus Erzurum stammenden vierten türkischen Staatspräsidenten Cemal Gürsel als Cemal Gürsel Stadyumu benannt wurde. Über vier Jahrzehnte diente die Anlage als multifunktionales Fußballstadion der Stadt, bevor sie im Vorfeld der Winter-Universiade 2011 grundlegend modernisiert wurde, um den internationalen Anforderungen dieses Großereignisses zu genügen.
Im Zuge dieser Modernisierung wurde die Anlage zeitweise als Yeni Erzurum Stadyumu (Neues Erzurum-Stadion) bezeichnet, bevor sie 2012 ihren bis heute gültigen Namen erhielt. Das Stadion liegt an der Straße zwischen Erzincan und Erzurum in Yakutiye und gehört zu den wichtigsten Sportstätten Ostanatoliens.
Die Tribünen des Stadions sind vollständig überdacht, was angesichts der langen und harten Winter im Hochland um Erzurum eine wichtige bauliche Notwendigkeit darstellt. Zusätzlich verfügt die Anlage über Heizungssysteme, die sowohl von unten als auch von oben wirken, um Spielern und Zuschauern auch bei winterlichen Temperaturen erträgliche Bedingungen zu bieten. Die Sitzschalen sind in den Vereinsfarben Blau und Weiß gehalten.
Zur Kapazität des Stadions finden sich in verschiedenen Quellen unterschiedliche Angaben, die die bauliche Entwicklung über die Jahre widerspiegeln: Ursprünglich bot die Anlage rund 17.400 bis 17.600 Zuschauern Platz, wobei zunächst nur etwa 60 Prozent der Tribünen überdacht waren. Nach der Modernisierung für die Universiade wird die Kapazität in türkischen Quellen mit bis zu rund 23.700 bis 25.000 Plätzen angegeben, während neuere Übersichten von etwa 21.000 bis 21.400 Sitzplätzen sprechen. Der Rasenplatz entspricht den gängigen Normen für den professionellen Fußball.
Die entscheidende bauliche Zäsur in der Geschichte des Stadions war die umfassende Renovierung im Vorfeld der Winter-Universiade 2011, die in Erzurum ausgetragen wurde. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden unter anderem die Bereiche hinter den Toren zurückgebaut, um die Zuschauerkapazität zu erhöhen, und die Tribünen mit einer durchgehenden Überdachung sowie Heizsystemen ausgestattet, um das Stadion FIFA-tauglich zu machen. Die Renovierungsarbeiten wurden im Wesentlichen bis 2010/2011 abgeschlossen.
Im Februar 2023 wurde das Stadion nach den schweren Erdbeben der Stärke 7,7 und 7,6, die die Region Kahramanmaraş und weite Teile Ostanatoliens am 6. Februar 2023 erschütterten, einer Schadensbegutachtung durch das türkische Umwelt- und Städtebauministerium unterzogen. Aus Vorsicht wurde ein für den 8. März 2023 angesetztes Heimspiel von Erzurumspor FK gegen Ankara Keçiörengücü vorsorglich in die Provinz Rize verlegt, während die technischen Untersuchungen am Bauwerk noch andauerten.
Die Namensgeschichte des Stadions spiegelt unterschiedliche Kapitel der türkischen Sport- und Zeitgeschichte wider. Von seiner Eröffnung 1968 bis 2011 trug es den Namen Cemal Gürsel Stadyumu, benannt nach dem Armeegeneral und späteren Staatspräsidenten Cemal Gürsel, der aus Erzurum stammte. Im Vorfeld der Winter-Universiade 2011 wurde die Anlage vorübergehend in Yeni Erzurum Stadyumu (Neues Erzurum-Stadion) umbenannt.
Dieser neue Name setzte sich in der Bevölkerung jedoch nicht durch: Einheimische und lokale Medien nannten das Stadion weiterhin beim alten Namen Cemal Gürsel Stadı. Die damalige Jugend- und Sportministerin Suat Kılıç ordnete daraufhin eine erneute Umbenennung an, die rechtzeitig zum türkischen Supercup-Finale am 12. August 2012 vollzogen wurde: Seither trägt die Anlage den Namen Kazım Karabekir Stadyumu, benannt nach Kâzım Karabekir Pascha, einem der bedeutendsten Militärführer des türkischen Unabhängigkeitskrieges und engen Weggefährten Mustafa Kemal Atatürks, der in Ostanatolien maßgeblich am Widerstand gegen die armenische und georgische Front beteiligt war.
Belastbare, öffentlich dokumentierte Einzelrekorde zu Zuschauerzahlen oder Ergebnissen im Kazım Karabekir Stadyumu sind in den verfügbaren Quellen nur begrenzt überliefert. Festzuhalten ist, dass die Kapazitätsangaben je nach Bauphase erheblich variierten: von rund 17.400 Plätzen beim ursprünglichen Cemal Gürsel Stadyumu bis zu den nach der Universiade-Renovierung genannten rund 21.000 bis 25.000 Plätzen, je nach Quelle und Erhebungszeitpunkt.
Ein herausragendes sportliches Ereignis war das türkische Supercup-Finale vom 12. August 2012, bei dem sich Galatasaray mit 3:2 gegen den Erzrivalen Fenerbahçe durchsetzte – ein Spiel, das zugleich die offizielle Einweihung des Stadions unter seinem neuen Namen markierte.
Das Stadion war 2011 Schauplatz der Eröffnungs- und der Abschlusszeremonie der Winter-Universiade, eines der bedeutendsten internationalen Sportgroßereignisse, die Erzurum je ausgerichtet hat. Nur ein Jahr später, am 12. August 2012, war es Gastgeber des türkischen Supercup-Finales zwischen Galatasaray und Fenerbahçe, das Galatasaray mit 3:2 für sich entschied.
Seit vielen Jahren ist das Stadion die Heimspielstätte von Erzurumspor FK, der 2025/26 in der Süper Lig antritt, sowie zeitweise auch des Frauen- beziehungsweise Amateurvereins Erzurum Büyükşehir Belediyespor. In dieser Funktion war und ist es regelmäßig Austragungsort von Erstligaspielen des türkischen Profifußballs sowie gelegentlich von Nachwuchs- und Pokalpartien.
Über seine Funktion als Fußballstadion hinaus war die Anlage 2011 zentraler Schauplatz der Winter-Universiade, eines internationalen Multisport-Events für Studierende, dessen feierliche Eröffnungs- und Schlusszeremonien im Stadion stattfanden. Diese Nutzung als Bühne für ein großes Sportfest mit kulturellem Rahmenprogramm war die bedeutendste nicht-fußballspezifische Verwendung der Arena in ihrer jüngeren Geschichte.
Weitere regelmäßige Nutzungen außerhalb des Ligafußballs, etwa als Konzert- oder Veranstaltungsort, sind in den ausgewerteten Quellen nicht belegt.
Heute ist das Kazım Karabekir Stadyumu die feste Heimspielstätte von Erzurumspor FK, das in der Saison 2025/26 in der Süper Lig spielt. Als eines der wenigen vollständig überdachten und beheizten Stadien der Türkei bleibt es angesichts der klimatischen Bedingungen Ostanatoliens eine bauliche Besonderheit im türkischen Profifußball.
Nach den schweren Erdbeben vom Februar 2023 stand die statische Sicherheit des Bauwerks vorübergehend auf dem Prüfstand, was zur vorsorglichen Verlegung eines Heimspiels führte; über das endgültige Ergebnis der technischen Untersuchungen liegen in den ausgewerteten Quellen keine abschließenden Angaben vor. Das Stadion bleibt gleichwohl ein zentraler Bestandteil der Sportinfrastruktur der Stadt Erzurum.