Das İsmetpaşa Stadyumu in İzmit, der Hauptstadt der Provinz Kocaeli, entstand im Rahmen eines landesweiten türkischen Programms der 1970er-Jahre, in dessen Zuge in zahlreichen Provinzzentren neue Fußballstadien errichtet wurden. Nach überwiegender Quellenlage wurde das Stadion 1976 fertiggestellt und 1978 offiziell eröffnet; die englischsprachige Wikipedia nennt demgegenüber bereits 1972 als Baujahr, sodass die genaue Datierung in den verfügbaren Quellen nicht vollständig einheitlich ist.
Das Stadion lag an der Ankara Caddesi beziehungsweise, je nach Quellenangabe, an der Fernstraße zwischen Istanbul und İzmit (D-100) und wurde von der kommunalen Jugend- und Sportbehörde der Provinz Kocaeli betrieben. Über Jahrzehnte war es die feste Heimspielstätte von Kocaelispor und damit einer der zentralen Fußballorte am östlichen Rand des Marmarameeres.
In seiner ursprünglichen Form bestand die Anlage zunächst aus einfachen, unüberdachten Betonstufen; erst im Laufe der Jahre wurden die Tribünen vollständig überdacht und mit Sitzschalen sowie einer Flutlichtanlage für Abendspiele ausgestattet. Das Spielfeld maß rund 68 mal 105 Meter und war mit Naturrasen bespielt.
Die Kapazitätsangaben schwanken je nach Quelle und Erhebungszeitpunkt erheblich: Genannt werden ursprüngliche Werte von rund 15.000 bis 20.000 Plätzen, in einzelnen Quellen bis zu rund 16.750, während die Kapazität in späteren Jahren – möglicherweise infolge sicherheitsbedingter Anpassungen – auf teilweise nur noch rund 13.000 bis 15.500 Plätze angegeben wird. Diese Schwankungen dürften auch mit unterschiedlichen Zählweisen und dem Umbau der Tribünenbereiche über die Jahrzehnte zusammenhängen.
Eine größere Modernisierung erfolgte in den Jahren 2006 bis 2008: Der Rasen wurde komplett erneuert, die Zugangskontrollen für die Zuschauer verbessert, die Pressetribüne erweitert und die Ausstattung für Mannschaften und Schiedsrichter auf einen zeitgemäßeren Stand gebracht. Diese Maßnahmen sollten die Anlage unter anderem auch für internationale Freundschaftsspiele der türkischen A- und Nachwuchsnationalmannschaften tauglich machen.
Einen bemerkenswerten Beleg für die bauliche Substanz des Stadions lieferte das schwere Erdbeben vom 17. August 1999, das die Region Kocaeli mit Epizentrum in unmittelbarer Nähe verwüstete: Das Stadion überstand die Erschütterungen den Quellen zufolge ohne strukturelle Schäden.
Das Stadion trug während seiner gesamten Nutzungszeit den Namen İsmetpaşa Stadyumu und wurde nie umbenannt. Namensgeber war İsmet Paşa, besser bekannt als İsmet İnönü (1884–1973), der engste Weggefährte Mustafa Kemal Atatürks im türkischen Unabhängigkeitskrieg, mehrfacher Ministerpräsident und ab 1938 als Nachfolger Atatürks der zweite Staatspräsident der Republik Türkei.
Die Benennung von Sportstätten nach İnönü war in der Türkei der Ein- und frühen Mehrparteienzeit weit verbreitet, wie auch das bekannteste Beispiel, das İnönü-Stadyumu in Istanbul, zeigt; das İzmiter Pendant reiht sich in diese Tradition ein.
Präzise, quellenmäßig belegte Einzelrekorde zu Zuschauerzahlen oder Spielergebnissen im İsmetpaşa Stadyumu liegen nicht in belastbarer Form vor. Festzuhalten ist lediglich die oben beschriebene Bandbreite der Kapazitätsangaben zwischen rund 13.000 und 20.000 Plätzen im Verlauf der Vereinsgeschichte.
Als bemerkenswert gilt in mehreren Quellen, dass das Bauwerk das schwere Erdbeben vom 17. August 1999 unbeschadet überstand, was angesichts des Ausmaßes der Zerstörung in der Region als bauliche Besonderheit hervorgehoben wird.
Das İsmetpaşa Stadyumu war über Jahrzehnte die Heimstätte von Kocaelispor und damit Schauplatz der bis heute erfolgreichsten Phase des Vereins: In dieser Zeit gewann Kocaelispor zweimal die Türkiye Kupası, den türkischen Fußballpokal, und zwar in der Saison 1996/97 gegen Trabzonspor sowie in der Saison 2001/02 mit einem 4:0-Erfolg im Finale gegen Beşiktaş. In der Folge dieser Pokaltitel nahm der Verein auch am internationalen Europapokalgeschehen (UEFA-Pokal beziehungsweise Europapokal der Pokalsieger) teil.
Darüber hinaus war das Stadion Austragungsort zahlreicher Partien türkischer Nachwuchs- und Nationalmannschaften; als prominentestes Beispiel wird ein Freundschaftsspiel der türkischen A-Nationalmannschaft gegen Chile im Jahr 2008 genannt.
Über seine Funktion als Fußballstadion für Liga-, Pokal- und internationale Vereinsspiele sowie gelegentliche Nationalmannschaftspartien hinaus ist aus den ausgewerteten Quellen keine bedeutende zusätzliche Nutzung des Stadions – etwa für Konzerte oder andere Großveranstaltungen – belegt.
Als einzige nennenswerte nicht-sportliche Bedeutung wird sein Fortbestand nach dem Erdbeben von 1999 hervorgehoben, in dessen Folge Sportstätten wie diese vorübergehend auch eine gesellschaftliche Rolle als intakte öffentliche Infrastruktur in einer schwer betroffenen Region einnehmen konnten.
Das İsmetpaşa Stadyumu existiert heute nicht mehr. Nachdem 2013 die Verlagerung des Grundstücks an die Bauverwaltung zwecks Abriss angekündigt worden war, wurde mit der Fertigstellung eines neuen, rund 33.000 Zuschauer fassenden Stadions im Stadtteil Kartepe beziehungsweise Alikahya das alte Stadion entbehrlich. Die Abrissarbeiten begannen im Frühjahr 2018 – die Angaben schwanken zwischen Ende April und Mai 2018 – und sollten nach Angaben der ausführenden Firma rund drei Monate in Anspruch nehmen.
Für das rund 100.000 Quadratmeter große Grundstück waren zunächst ein Einkaufszentrum und Wohnbebauung vorgesehen; spätere Ankündigungen sprachen stattdessen von einem sogenannten Millet Bahçesi, einem öffentlichen Bürgerpark. Nach den ausgewerteten Quellen war zum Zeitpunkt der Recherche keines dieser Vorhaben abschließend umgesetzt. Erwogen wurde zudem, charakteristische Elemente des alten Stadions, darunter zwei markante Fußball-Skulpturen, im Rahmen eines Freilichtmuseums in der Innenstadt von İzmit zu bewahren.