Die Ursprünge des heutigen Holstein-Stadions am Westring reichen bis in das Jahr 1911 zurück: Am 15. Oktober 1911 wurde die Anlage unter dem Namen „Holstein-Platz“ mit einem Freundschaftsspiel gegen den Berliner FC Preußen eröffnet, das mit 3:4 verloren ging. Das Gelände für die Anlage stellte die Familie Witthöft zur Verfügung. Die Baukosten der ersten Anlage lagen bei rund 14.500 Mark, wovon etwa 8.800 Mark auf den Spielfeldbau und rund 5.700 Mark auf eine hölzerne Tribüne mit rund 200 Plätzen entfielen.
Bereits in den ersten Jahrzehnten musste die Anlage mehrfach wiederaufgebaut werden. Ein schwerer Sturm im Herbst 1921 zerstörte die erste Holztribüne vollständig. Der anschließende Wiederaufbau 1922 brachte eine neue, aus Stein und Holz errichtete Tribüne mit rund 420 Plätzen, die am 6. August 1922 eingeweiht wurde und rund 600.000 Mark kostete – eine Kostensteigerung, die die Inflation der frühen Weimarer Republik widerspiegelt.
Das Holstein-Stadion ist im Kern eine traditionelle, kompakte Fußballanlage im Kieler Stadtteil am Westring, deren Tribünen historisch bedingt sehr nah am Spielfeld liegen; die im Zuge des Umbaus 2006 errichtete Westtribüne etwa liegt nur rund acht Meter von der Torauslinie entfernt, was der Anlage eine besonders enge, kesselartige Atmosphäre verleiht.
Die 1950 neu errichtete Haupttribüne blieb in ihrer grundlegenden Struktur über Jahrzehnte weitgehend unverändert und prägte lange das äußere Erscheinungsbild der Anlage. Erst mit den seit 2006 durchgeführten Um- und Neubauten entstanden schrittweise moderne Stahlrohrtribünen an mehreren Seiten des Stadions, wodurch sich der bauliche Charakter der Anlage in den letzten rund zwei Jahrzehnten grundlegend gewandelt hat, ohne dass bislang ein vollständiger Neubau realisiert wurde.
Für den zukünftigen Ausbau zu einem Stadion mit rund 25.000 Plätzen liegen mehrere Architekturentwürfe vor, die unter anderem eine Drehung des Spielfelds um 90 Grad oder eine teilweise Verlagerung der Anlage innerhalb des bestehenden Areals am Westring vorsehen; über die konkrete Ausführung war zum Zeitpunkt der letzten verfügbaren Beschlüsse noch nicht abschließend entschieden.
Nach dem Wiederaufbau von 1922 wuchs die Stehplatzkapazität bis 1923 auf rund 8.000 Plätze. In den Jahren 1927/28 erfolgte eine deutliche Erweiterung auf rund 15.000 Plätze zu Kosten von etwa 70.000 Reichsmark, wobei zugleich eine Asche-Laufbahn für Leichtathletikwettbewerbe angelegt wurde. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Anlage Bombenschäden, die nach Kriegsende beseitigt werden mussten, sodass der Spielbetrieb erst im Dezember 1945 wieder aufgenommen werden konnte.
Am 28. Juni 1950 wurde eine neue, modernisierte Haupttribüne eröffnet (2:2 gegen Schalke 04); 1957 folgte die Installation einer Flutlichtanlage, eine der ersten in Norddeutschland. Mit dem Aufstieg in die Bundesliga 1965 wurde die Anlage offiziell in „Holstein-Stadion“ umbenannt, verbunden mit Plänen für einen Ausbau auf rund 38.000 Plätze, die jedoch nicht realisiert wurden. Finanzielle Schwierigkeiten führten 1973 zum Verkauf des Stadiongeländes an die Stadt Kiel; in der Folge sank die Kapazität bis in die 1990er Jahre auf rund 8.000 Plätze, bevor eine Sanierung um die Jahrtausendwende die Kapazität wieder auf rund 13.500 Plätze anhob.
Einen entscheidenden Modernisierungsschub brachte der Umbau 2006: Für rund 1,6 bis 1,8 Millionen Euro wurden die abgängigen Erdwälle durch zwei neue Stahlrohrtribünen ersetzt – die 119 Meter lange Nordtribüne mit 954 Sitz- und insgesamt rund 2.400 Stehplätzen sowie die 81 Meter lange Westtribüne mit rund 3.380 Stehplätzen, die besonders nah am Spielfeld liegt. Die wiedereröffnete Anlage ging am 9. August 2006 mit einem 5:0-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg in Betrieb, bei einer Kapazität von rund 10.200 Plätzen.
In den folgenden Jahren erfolgten zahlreiche weitere, meist auflagenbedingte Ausbaustufen: 2009 wurden vier neue, rund 40,3 Meter hohe Flutlichtmasten (800 Lux, aufrüstbar auf 1.200 Lux) installiert, verbunden mit Gesamtinvestitionen von etwa 4,2 Millionen Euro zur Erfüllung der Auflagen für die 3. Liga. Im August 2011 kam eine erste LED-Videowand mit rund 40 Quadratmetern Fläche für etwa 200.000 Euro hinzu, 2013 folgte eine Rasenheizung mit Warmwassersystem für rund 750.000 Euro, 2015 Sicherheitsnachrüstungen für insgesamt rund 900.000 Euro. Im Zuge des Aufstiegs in die 2. Bundesliga 2017 wurde ein zweistufiger Ausbauplan mit Gesamtkosten von rund 10,4 Millionen Euro aufgelegt (finanziert unter anderem mit 6,93 Millionen Euro vom Land Schleswig-Holstein sowie je 1,73 Millionen Euro von Stadt und Verein); im Juni 2018 wurde die alte Osttribüne abgerissen, wodurch die Kapazität vorübergehend auf rund 10.400 Plätze sank, bevor im April 2019 eine provisorische, rund 22 Meter hohe und 77 Meter breite neue Osttribüne mit rund 7.000 Plätzen (3.960 Stehplätze, 2.814 Sitzplätze) für rund vier Millionen Euro eröffnet wurde – seither liegt die Gesamtkapazität bei 15.034 Plätzen.
Nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga zur Saison 2023/24 investierte der Verein im Sommer 2024 rund 1,8 Millionen Euro in weitere Auflagenerfüllung, unter anderem die Wiederherstellung einer Flutlichtstärke von 1.600 Lux, eine vergrößerte Mixed Zone und mehr Pressearbeitsplätze (Erhöhung von 65 auf 112) sowie mehr Gästekapazität (Erhöhung von 300 auf 800 Plätze). Am 18. Juli 2024 beschloss der Kieler Stadtrat den Grundsatzbeschluss für einen deutlich größeren Stadionneubau mit rund 25.000 Plätzen, veranschlagt mit rund 75 Millionen Euro Gesamtkosten; als Baubeginn wurde zunächst Herbst 2025 angepeilt, finanziert unter anderem durch das Land Schleswig-Holstein (20 Millionen Euro), die Stadt Kiel (10 Millionen Euro), den privaten Investor Gerhard Lütje (20 Millionen Euro) sowie einen Kredit der Stadion-Betreibergesellschaft (25 Millionen Euro).
Von der Eröffnung 1911 bis 1965 trug die Anlage den Namen „Holstein-Platz“. Mit dem Aufstieg des Vereins Holstein Kiel in die Bundesliga 1965 wurde die Anlage in „Holstein-Stadion“ umbenannt; dieser Namenswechsel war ursprünglich mit weitreichenden, letztlich nicht umgesetzten Ausbaupläne auf rund 38.000 Plätze verbunden, mit denen der Verein auf den erwarteten Erstliga-Zuschauerzuspruch reagieren wollte.
Anders als viele andere deutsche Profistadien wurde das Kieler Stadion bislang nicht nach einem klassischen Namenssponsor umbenannt, sondern führt bis heute durchgängig den traditionellen Namen Holstein-Stadion, ergänzt um den Standortzusatz „am Westring“.
Die Kapazität der Anlage entwickelte sich über die Jahrzehnte stark schwankend: von rund 15.000 Plätzen in den 1920er Jahren über einen Tiefstand von nur noch rund 8.000 Plätzen in den 1990er Jahren, als die Anlage baulich stark verwahrlost war, bis zur heutigen Kapazität von 15.034 Plätzen nach dem Ausbau der provisorischen Osttribüne 2019.
Der offizielle Zuschauerrekord des Stadions stammt vom 23. März 1951: Beim 3:3-Unentschieden in der Oberliga Nord gegen den Hamburger SV sollen rund 30.000 Zuschauer anwesend gewesen sein – eine Zahl, die weit über der damaligen offiziellen Kapazität lag und die bis heute als höchste je gemessene Besucherzahl im Holstein-Stadion gilt.
Ein weiterer bemerkenswerter Zuschauerwert stammt aus dem Mai 1943: Beim Meisterschafts-Viertelfinale gegen den FC Schalke 04, das Kiel mit 4:1 für sich entschied, wurden rund 18.000 Zuschauer gezählt – bis heute gilt diese Partie in der Vereinstradition als eines der bedeutendsten Spiele der Clubgeschichte.
Sportgeschichtlich bedeutsam war das Meisterschafts-Viertelfinale im Mai 1943 gegen den FC Schalke 04, das Holstein Kiel mit 4:1 gewann und das in der Vereinsüberlieferung als eines der besten Spiele der Clubhistorie gilt. Auch am 23. März 1951 sorgte das 3:3-Unentschieden gegen den Hamburger SV in der Oberliga Nord mit rund 30.000 Zuschauern für ein bis heute unerreichtes Zuschaueraufkommen in der Anlage.
Außerhalb des Fußballs war das Stadion am 2. Juli 1950 Schauplatz des Finales der Deutschen Feldhandball-Meisterschaft zwischen THW Kiel und SV Polizei Hamburg, das THW Kiel mit 10:9 gewann und das mit rund 22.000 Zuschauern belegt war – ein für die Handball-Historie der Region bedeutsames sportliches Großereignis.
Als neueres Beispiel gilt die Wiedereröffnung der Anlage nach dem Umbau am 9. August 2006, die Holstein Kiel mit einem 5:0-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg feierte.
Das Holstein-Stadion war und ist überwiegend eine reine Fußballanlage; die dokumentierte Nutzung für andere Sportarten oder Großveranstaltungen bleibt vergleichsweise begrenzt. Die bedeutendste bekannte Ausnahme bildet das Finale der Deutschen Feldhandball-Meisterschaft am 2. Juli 1950, bei dem THW Kiel gegen SV Polizei Hamburg antrat. Konzerte oder andere kulturelle Großveranstaltungen in vergleichbarem Umfang wie bei größeren deutschen Stadien sind für das Holstein-Stadion nicht in nennenswertem Ausmaß dokumentiert; die Anlage blieb über ihre gesamte Geschichte in erster Linie dem Fußball gewidmet.
Nach dem historischen Aufstieg von Holstein Kiel in die Fußball-Bundesliga zur Saison 2023/24 ist das Holstein-Stadion am Westring mit seiner aktuellen Kapazität von 15.034 Plätzen die kleinste Spielstätte der höchsten deutschen Spielklasse und erfüllt die Lizenzanforderungen nur mit zusätzlichen, im Sommer 2024 vorgenommenen Nachrüstungen bei Flutlicht, Presse- und Gästebereich.
Am 18. Juli 2024 beschloss der Kieler Stadtrat den Grundsatzbeschluss für einen deutlich größeren Neubau mit rund 25.000 Plätzen und einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 75 Millionen Euro, unter Beteiligung von Land Schleswig-Holstein, Stadt Kiel, dem privaten Investor Gerhard Lütje und einer Kreditfinanzierung durch die Stadion-Betreibergesellschaft. Als Baubeginn wurde zunächst Herbst 2025 angepeilt; bis zur Fertigstellung eines Neubaus bleibt die traditionsreiche, mehrfach umgebaute Anlage am Westring die Heimspielstätte des Vereins.