Die Geschichte der heutigen Heimspielstätte des SC Freiburg beginnt mit der Erkenntnis, dass das traditionelle Dreisamstadion – eröffnet am 1. September 1954 und über 67 Jahre lang Heimat des Vereins – den Anforderungen des modernen Profifußballs nicht mehr gewachsen war. Das Spielfeld besaß mit 100,5 mal 68 Metern ein unterdurchschnittliches Format und wies zudem ein Gefälle von 98 Zentimetern auf, das immer wieder für Kritik sorgte. Die Planungen für einen Neubau zogen sich über rund elf Jahre hin; 2015 musste ein Bürgerentscheid über den Standort und die Finanzierung des Projekts entscheiden, bevor es weitergehen konnte.
Nach jahrelanger Vorbereitung begannen im November 2018 die vorbereitenden Arbeiten im Freiburger Stadtteil Brühl, die feierliche Grundsteinlegung folgte am 29. März 2019. Verantwortlich für den Entwurf zeichnete das Düsseldorfer Büro HPP Architekten unter Senior Partner Antonino Vultaggio, als Totalübernehmer fungierte die Köster GmbH aus Osnabrück; Bauherrin war die eigens gegründete Stadion Freiburg Objektträger GmbH & Co. (SFG). Ursprünglich war die Fertigstellung für August 2020 vorgesehen, die Corona-Pandemie sorgte jedoch für erhebliche Verzögerungen. Der Rollrasen wurde am 25. November 2020 verlegt.
Die Baukosten für das Stadion selbst beliefen sich auf rund 76,5 Millionen Euro, hinzu kamen etwa 50 Millionen Euro für die Infrastruktur, sodass sich die Gesamtinvestition auf etwa 126,5 Millionen Euro summierte. Finanziert wurde das Projekt durch einen Eigenanteil des SC Freiburg von 15 bis 20 Millionen Euro, einen Zuschuss des Landes Baden-Württemberg von 16,2 Millionen Euro sowie Fremdkredite von 32,7 Millionen Euro. Die Brauerei Rothaus hatte ursprünglich 12,78 Millionen Euro zugesagt, zog sich im Juli 2018 jedoch aus der Finanzierung zurück, sodass der SC Freiburg die entstandene Lücke selbst decken musste.
Die offizielle Eröffnung erfolgte am 7. Oktober 2021 mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC St. Pauli, das 3:0 gewonnen wurde. Da die ersten drei Saisonspiele der Spielzeit 2021/22 noch im alten Dreisamstadion ausgetragen worden waren, fand das erste Pflichtspiel im neuen Stadion erst am 18. Oktober 2021 statt – ein 1:1 gegen RB Leipzig in der Bundesliga.
Das Europa-Park Stadion besitzt eine markante achteckige Grundform mit Hauptzugängen an den Ecken, die HPP Architekten bewusst gewählt haben: Durch die leicht erhabene Lage auf einer Anhöhe im Stadtteil Brühl sollte das Motiv eines „Pilgerortes“ entstehen und der Anlage eine identitätsstiftende Wirkung verleihen. Wegen der Nähe zum Freiburger Flughafen musste die Bauhöhe auf 25 Meter begrenzt werden, weshalb sich die Architekten für eine flache, orthogonale Dachgeometrie entschieden; charakteristisch sind die diagonal verlaufenden Zugstäbe, die rund um das gesamte Stadion sichtbar sind und dem Bau sein unverwechselbares äußeres Erscheinungsbild geben.
Die Kapazität liegt bei 34.700 Plätzen, davon 22.300 Sitzplätze (rund 64 Prozent) und 12.400 Stehplätze (rund 36 Prozent) – ein Stehplatzanteil, der bewusst an das Verhältnis im alten Dreisamstadion angelehnt wurde. Herzstück ist die einrangige Südtribüne mit 8.000 Stehplätzen, die als „ästhetische und emotionale Heimat“ des Stadions gilt; alle übrigen Tribünenbereiche sind zweirangig ausgeführt. Die Gästefans finden im Nordosten Platz für bis zu 3.500 Personen, während im Westen ein VIP-Bereich mit 2.000 Sitzplätzen und 20 Logen zu je 200 Plätzen untergebracht ist. 144 Plätze sind barrierefrei zugänglich.
Zu den gestalterischen Grundprinzipien zählten laut HPP Kompaktheit, steile Tribünen und größtmögliche Nähe der Zuschauer zum Spielfeld. Rund 170 in das Dach integrierte LED-Flutlichtstrahler sorgen für die Beleuchtung. An allen vier Ecken führen barrierefreie Rampen zu einer das Stadion umlaufenden Promenade. Auf dem Dach war zudem eine große Photovoltaikanlage vorgesehen, die einen Teil des Energiebedarfs an Spieltagen abdecken soll. Zur Anlage gehören außerdem 2.100 Auto- und 3.700 Fahrradstellplätze sowie ein Boulevard und ein Hauptgebäude mit Geschäftsstelle, Logen und Business-Bereich.
Da das Europa-Park Stadion erst seit 2021 in Betrieb ist, hat es bislang keine grundlegenden baulichen Erweiterungen erfahren – anders als sein Vorgänger, das Dreisamstadion, das seit seiner Eröffnung 1954 mehrfach ausgebaut worden war: 1970 kamen 480 überdachte Sitzplätze hinzu, 1980 wurde die Kapazität auf 15.000 Plätze erhöht, zwischen 1993 und 1995 auf 18.000 und 1999 schließlich auf den finalen Stand von 24.000 Plätzen (14.000 Sitz- und 10.000 Stehplätze), wobei für internationale Spiele wegen der UEFA-Vorgaben nur 18.000 Plätze zur Verfügung standen. Eine weitere Renovierung folgte 2004. Diese schrittweisen Ausbaustufen stießen jedoch an die baulichen Grenzen des historischen Standorts, sodass sich der Verein letztlich für einen kompletten Neubau am neuen Standort Brühl entschied.
Am neuen Stadion selbst wurde bislang lediglich mit temporären Maßnahmen experimentiert: Am 16. April 2024 wurde beim Heimspiel gegen den VfL Bochum testweise der Umlauf der Südtribüne in der Halbzeitpause um rund 2.000 Quadratmeter erweitert, indem der Außenbereich bis zur sogenannten „Zäpfle-Hütte“ geöffnet wurde; zusätzliche Verpflegungs- und Sanitärangebote wurden für diesen Bereich aktiviert, um die Kapazitäten im Innenraum während der Pause zu entlasten. Größere strukturelle Umbauten oder Kapazitätserweiterungen des noch jungen Stadions sind öffentlich bislang nicht angekündigt.
Das alte Dreisamstadion trug seinen ursprünglichen, nach dem angrenzenden Fluss benannten Namen von der Eröffnung 1954 bis 2004. Anschließend wechselte der Namensgeber mehrfach: Von Juni 2004 bis 2011 hieß die Anlage Badenova-Stadion, von 2011 bis 2014 MAGE SOLAR-Stadion und ab dem 7. Oktober 2014 bis zum Umzug des Vereins 2021 Schwarzwald-Stadion, benannt nach dem Sponsor Schwarzwald-Touristik. Da dieser Namensgeber seinen Vertrag angesichts des anstehenden Umzugs nicht verlängerte, kehrte die Anlage danach zu ihrem historischen Namen Dreisamstadion zurück; dort spielen seither die zweite Mannschaft und die Frauenmannschaft des SC Freiburg.
Das neue Stadion trug zunächst ab der Eröffnung im Oktober 2021 die Platzhalterbezeichnung „SC-Stadion“, bis zum 31. August 2021 die Namensrechte an den nahegelegenen Freizeitpark verkauft wurden und die Anlage seither offiziell Europa-Park Stadion heißt – nach dem Europa-Park im benachbarten Rust, einem der größten Freizeitparks Europas. Damit war der SC Freiburg einer der ersten Bundesligavereine, dessen Stadion nach einem Freizeitpark benannt ist. Bei UEFA-Wettbewerben wie der Europa League gilt aufgrund der Sponsoring-Richtlinien des Verbands stattdessen die neutrale Bezeichnung „Stadion am Wolfswinkel“.
Mit 34.700 Plätzen bietet das Europa-Park Stadion rund 10.000 Plätze mehr als das alte Dreisamstadion mit seiner letzten Kapazität von 24.000 Zuschauern. Bundesligaspiele des SC Freiburg sind seit dem Umzug regelmäßig ausverkauft oder nahezu ausverkauft, was die gestiegene Nachfrage nach dem Umzug in die größere und modernere Arena widerspiegelt. Am 16. April 2024 wurde zudem testweise eine temporäre Erweiterung der Zuschauerkapazitäten im Bereich der Südtribüne erprobt, um während der Halbzeitpause zusätzliche Außenflächen zu erschließen.
Im alten Dreisamstadion war die höchste dokumentierte Zuschauerzahl bei einem Länderspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft zu verzeichnen: Am 28. Februar 2008 verfolgten rund 20.000 Zuschauer die Partie gegen China, die 2:0 gewonnen wurde – ein bemerkenswerter Wert angesichts der für internationale Spiele auf 18.000 Plätze begrenzten Kapazität der Anlage. Das letzte Bundesligaspiel im Dreisamstadion fand am 26. September 2021 statt und war zugleich das 360. Bundesliga-Heimspiel des SC Freiburg an diesem Standort.
Bereits das alte Dreisamstadion war wiederholt Schauplatz von Länderspielen der deutschen Nationalmannschaften: Am 7. Juni 2000 gewann Deutschland dort 8:2 gegen Liechtenstein, am 9. Mai 2002 folgte ein 7:0 gegen Kuwait, am 27. Mai 2004 ein 7:0 gegen Malta und am 27. Mai 2006 ein weiteres 7:0 gegen Luxemburg. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft spielte dort am 28. Februar 2008 2:0 gegen China, am 26. Mai 2010 war Freiburg mit der Partie Niederlande gegen Mexiko (2:1) Schauplatz eines internationalen Testspiels im Vorfeld der WM 2010, und am 13. August 2013 trat die deutsche U21 dort 0:0 gegen Frankreich an.
Das neue Europa-Park Stadion wurde am 7. Oktober 2021 mit einem 3:0-Freundschaftsspielsieg gegen den FC St. Pauli eröffnet; das erste Bundesliga-Pflichtspiel folgte am 18. Oktober 2021 mit einem 1:1 gegen RB Leipzig. Im Jahr 2022 war Freiburg nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit 18 Jahren wieder Schauplatz eines Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft, womit die Stadt an die Tradition als DFB-Spielort anknüpfte. Sportlich unterstrich der SC Freiburg die wachsende Bedeutung seiner neuen Heimspielstätte zuletzt durch die Teilnahme an der UEFA Europa League in der Saison 2025/26, in der die Mannschaft unter anderem im Viertelfinale gegen Celta Vigo ein Heimspiel mit 3:0 gewann.
Das Europa-Park Stadion ist in erster Linie als reine Fußballarena für den SC Freiburg konzipiert und wird bislang überwiegend für den Spielbetrieb genutzt. Neben den Bundesligaspielen verfügt die Anlage jedoch auch über Tagungs- und Veranstaltungsflächen, die unabhängig vom Spielbetrieb für Kongresse, Firmenveranstaltungen und ähnliche Anlässe genutzt werden können; das Freiburger Convention Bureau listet das Stadion entsprechend als Tagungslocation.
Große Konzerte oder vergleichbare Massenveranstaltungen auf dem Rasen selbst sind bislang öffentlich nicht in nennenswertem Umfang dokumentiert; damit unterscheidet sich das Stadion von größeren Mehrzweckarenen, die regelmäßig auch als Konzertbühnen dienen. Die Nutzung bleibt somit vorwiegend auf den Fußball und begleitende Geschäftsveranstaltungen konzentriert.
Das Europa-Park Stadion ist heute die Heimspielstätte des SC Freiburg in der Bundesliga und gilt als eines der modernsten Fußballstadien Deutschlands. Mit seiner kompakten Bauweise, den steilen Rängen und der großen einrangigen Südtribüne für 8.000 stehende Fans hat sich die Arena schnell als atmosphärische Spielstätte etabliert; Bundesligaspiele sind regelmäßig ausverkauft. Der sportliche Erfolg des Vereins, der sich zuletzt wiederholt für internationale Wettbewerbe qualifizierte und in der Saison 2025/26 bis ins Viertelfinale der UEFA Europa League vorstieß, hat die Bedeutung des Standorts weiter gestärkt.
Eigentümerin des Stadions ist die Stadt Freiburg. Aus Rücksicht auf die umliegende Wohnbebauung gelten strenge Lärmschutzauflagen: Bundesligaspiele dürfen unter der Woche nicht nach 20 Uhr beginnen, sonntags nicht zwischen 13 und 15 Uhr; Ausnahmen gelten für Spiele der Champions League, der Europa League und des DFB-Pokals, seit 2021 sind zudem bis zu 18 Flutlichtspiele pro Jahr nach den bundesweit angepassten Regelungen erlaubt. Kleinere betriebliche Anpassungen wie die 2024 getestete temporäre Erweiterung der Südtribünen-Umläufe zeigen, dass der Betrieb der noch jungen Arena weiterhin optimiert wird, ohne dass grundlegende bauliche Erweiterungen der Zuschauerkapazität bislang notwendig oder angekündigt wären.