Der Bau der Allianz Arena entsprang der Notwendigkeit, in München ein reines Fußballstadion nach modernen Maßstäben zu errichten, da weder das zu klein gewordene Grünwalder Stadion noch das mit einer Leichtathletikbahn ausgestattete Olympiastadion den Ansprüchen von FC Bayern München und TSV 1860 München langfristig genügten. Am 21. Oktober 2001 stimmten die Münchnerinnen und Münchner in einem Bürgerentscheid mit 65,8 Prozent Ja-Stimmen für den Neubau im Stadtteil Fröttmaning, direkt am Autobahnkreuz München-Nord.
Getragen wurde das Projekt von der eigens gegründeten Allianz Arena München Stadion GmbH, an der FC Bayern und TSV 1860 zunächst je zur Hälfte beteiligt waren. Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. Oktober 2002, exakt ein Jahr nach dem Bürgerentscheid. Innerhalb von knapp drei Jahren errichtete das österreichische Bauunternehmen Alpine Bau die Anlage; die Übergabe an die Betreibergesellschaft fand am 30. April 2005 statt.
Die reinen Baukosten des Stadions beliefen sich auf rund 286 Millionen Euro, unter Einrechnung der Finanzierungskosten auf insgesamt etwa 340 Millionen Euro. Hinzu kamen rund 210 Millionen Euro öffentlicher Mittel für die Erschließung des Areals, darunter die Verlängerung der U-Bahn-Linie 6 und der Ausbau der Autobahnanschlüsse. Finanziert wurde der Bau über die Eurohypo AG, die Dresdner Bank AG, einen geschlossenen Immobilienfonds der KGAL-Gruppe sowie Eigenmittel der FC Bayern München AG.
Eingeweiht wurde die Arena an zwei aufeinanderfolgenden Tagen: Am 30. Mai 2005 eröffnete TSV 1860 München gegen den 1. FC Nürnberg mit einem 3:2-Erfolg, tags darauf, am 31. Mai 2005, empfing der FC Bayern die deutsche Nationalmannschaft zu einem 4:2-Erfolg, wobei Sarah Connor vor 66.000 Zuschauern die Nationalhymne sang. Das erste Pflichtspiel folgte am 26. Juli 2005 mit dem DFL-Ligapokal gegen den VfB Stuttgart, die erste Bundesligapartie am 5. August 2005 gegen Borussia Mönchengladbach, das der FC Bayern 3:0 gewann.
Entworfen wurde die Allianz Arena vom Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron, das sich in einem internationalen Wettbewerb durchsetzte und mit dem Stadion sein Konzept einer transluzenten Gebäudehülle weiterentwickelte, das die Architekten zuvor bereits beim St.-Jakob-Park in Basel erprobt hatten.
Das prägendste Merkmal der Arena ist ihre Fassade aus 2.784 rautenförmigen, jeweils rund 0,2 Millimeter dünnen ETFE-Folienkissen, die eine Gesamtfläche von etwa 66.500 Quadratmetern bedecken und die ovale Gebäudehülle vollständig ummanteln. Die Kissen sind um 45 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht angeordnet, selbstreinigend und von innen beleuchtbar. In der ursprünglichen Ausführung sorgten flache, mit Leuchtstoffröhren bestückte Metallkästen für die charakteristische Beleuchtung in Rot bei Heimspielen des FC Bayern, Blau bei Spielen des TSV 1860 und Weiß bei Länderspielen; bei klarer Sicht war das leuchtende Stadion selbst von österreichischen Berggipfeln in über 75 Kilometern Entfernung zu erkennen.
Zwischen Oktober 2014 und August 2015 wurde die komplette Beleuchtungstechnik durch den Hersteller Philips auf LED-Technik umgerüstet: Rund 8.000 Leuchten mit insgesamt etwa 380.000 einzeln ansteuerbaren LEDs ermöglichen seither ein Farbspektrum von 16 Millionen Tönen bei bis zu 60 Prozent geringerem Energieverbrauch. Die neue Anlage, eingeweiht am 12. August 2015, zählt zu den größten LED-Fassaden der Welt. Unter dem Stadiondach verläuft zusätzlich ein LED-Lichtband, das nach Toren des Heimteams rot-weiß pulsiert.
Für das FC Bayern Museum in der Arena erhielt das Haus 2020 den German Design Award in der Kategorie „Fair and Exhibition“. Ergänzt wird die Anlage durch das mit rund 9.800 Stellplätzen größte Stadionparkhaus Europas sowie die nach dem einstigen jüdischen Vereinspräsidenten benannte Kurt-Landauer-Esplanade, den Fußweg zwischen U-Bahnhof und Stadion.
Seit ihrer Eröffnung wurde die Allianz Arena in zahlreichen Schritten erweitert und modernisiert. Bereits im Januar 2006 genehmigten die Behörden eine erste Kapazitätsaufstockung auf 69.901 Plätze. Zur Saison 2012/13 kamen durch den Einbau zweier zusätzlicher Sitzreihen im Oberrang rund 71.137 Plätze hinzu. Der bislang größte Umbauschritt erfolgte 2014, als im Unterrang der Südkurve ein versenkbares Sitz-Steh-System nach dem sogenannten „Stuttgarter Modell“ installiert wurde: Bei nationalen Spielen erlaubt es rund 75.024 Plätze, davon knapp 18.300 Stehplätze, während für internationale Begegnungen Sitzschalen eingeklappt werden und die Kapazität auf 69.344 Plätze sinkt.
Parallel dazu wurde zwischen Oktober 2014 und August 2015 die komplette Fassadenbeleuchtung auf LED-Technik umgestellt. 2017 folgten neue LED-Flutlichtanlagen sowie auf jeweils rund 200 Quadratmeter vergrößerte Videowände an Nord- und Südtribüne. Zur Saison 2018/19 wurde der komplette Innenraum in den Vereinsfarben neu gestaltet: Rund ein Drittel der über 75.000 Sitzschalen wurde ausgetauscht, Setzstufen und Wände in Bayern-Rot gestrichen und Schriftzüge wie „Mia san mia“ auf den Rängen angebracht.
Seit Mai 2020 verfügt die Arena über eine eigene 5G-Mobilfunkinfrastruktur. Für die ab 2022 in München ausgetragenen NFL-Spiele wurde das Spielfeld 2022 um fünf Meter verlängert, die Rasenheizung erweitert und die Kabinenbereiche vergrößert; nach mehreren Jahren mit Hybrid- und reinem Naturrasen kehrte die Arena 2023 zu einem Hybridrasen neuerer Bauart zurück. Zum Gedenken an Franz Beckenbauer erhielt das Stadion zum 1. Mai 2025 zudem die neue Adresse Franz-Beckenbauer-Platz 5.
Die Allianz Arena trägt ihren Namen seit der Eröffnung 2005 nach dem Münchner Versicherungskonzern Allianz, mit dem der FC Bayern bereits seit dem Jahr 2000 als Sponsor zusammenarbeitet. Die Namensrechte selbst wurden im Zuge einer weitreichenden Kapitalbeteiligung gesichert: Am 11. Februar 2014 erwarb die Allianz SE für 110 Millionen Euro exakt 8,33 Prozent der Anteile an der FC Bayern München AG; der Erlös diente der Tilgung der aus dem Stadionbau verbliebenen Verbindlichkeiten. Im Gegenzug sicherte sich der Versicherungskonzern die Namensrechte an der Arena bis zum Jahr 2041, während die eigentliche Sponsoringpartnerschaft im März 2023 um zehn weitere Jahre bis 2033 verlängert wurde.
Bei internationalen Turnieren, bei denen die FIFA oder UEFA eigene Sponsorenregeln durchsetzen, muss die Arena unter neutralem Namen auftreten. Zur Weltmeisterschaft 2006 hieß sie offiziell „FIFA WM-Stadion München“, wofür der Allianz-Schriftzug zeitweise demontiert und vor dem Haus der Kunst aufgestellt wurde – ein Aufwand von rund 150.000 Euro. Bei der Europameisterschaft 2021 und erneut 2024 firmierte das Stadion als „Fußball Arena München“.
Auch die Eigentümerstruktur der Betreibergesellschaft veränderte sich im Lauf der Jahre. Die 2001 gegründete Allianz Arena München Stadion GmbH gehörte ursprünglich je zur Hälfte dem FC Bayern und dem TSV 1860 München. Da der finanziell angeschlagene TSV 1860 seinen Anteil nicht halten konnte, übernahm der FC Bayern die Anteile der Löwen sukzessive zwischen 2006 und 2011 – zuletzt 2011 für eine Ablösesumme von 11 Millionen Euro zuzüglich Zinsen – und ist seither alleiniger Eigentümer der Betreibergesellschaft.
Die Allianz Arena bietet heute bei nationalen Spielen Platz für 75.024 Zuschauer, davon rund 61.682 Sitz- und 13.342 Stehplätze; bei internationalen Begegnungen reduziert sich die Kapazität aufgrund von UEFA- und FIFA-Vorgaben auf 69.344 Sitzplätze, seit dem UEFA-Pilotprojekt zu Stehplätzen bei Europapokalspielen 2022/23 kann in Einzelfällen aber ebenfalls die volle Kapazität von 75.024 genutzt werden. Bei ihrer Eröffnung 2005 fasste die Arena zunächst 66.000 Plätze; über mehrere Ausbaustufen – 2006 auf 69.901, zur Saison 2012/13 auf 71.137 und schließlich 2014/15 auf den heutigen Wert – wuchs die Kapazität kontinuierlich.
Schon in der allerersten Saison 2005/06 verzeichnete die Arena bei 49 Spielen insgesamt 2.633.080 Zuschauer, was einem Schnitt von 67.588 bei Bayern- und 41.932 bei 1860-Heimspielen entsprach. Die „magische“ Marke von einer Million Zuschauern in einer Saison überschritt der FC Bayern in der Arena bereits im Januar 2008 so früh wie nie zuvor in der Vereinsgeschichte.
Im Frauenfußball stellte die Allianz Arena am 6. September 2025 beim Bundesliga-Auftaktspiel der FC-Bayern-Frauen gegen Bayer Leverkusen mit 57.762 Zuschauern einen neuen deutschen Zuschauerrekord im Vereinsfrauenfußball auf; das Spiel gewann Bayern 2:0. Bei internationalen Endspielen wie dem Champions-League-Finale 2025 zwischen Paris Saint-Germain und Inter Mailand (5:0) waren es aus UEFA-Vorgaben heraus 64.327 Zuschauer. Bei ausverkauften Bundesligaspielen ist die Arena mit ihren 75.024 Plätzen regelmäßig komplett gefüllt.
Ihren größten sportlichen Auftritt hatte die Allianz Arena zunächst bei der Weltmeisterschaft 2006, als sie mit sechs Partien – darunter vier Gruppenspiele, ein Achtelfinale und ein Halbfinale – ebenso viele Begegnungen austrug wie die Stadien in Berlin, Dortmund und Stuttgart. Am 9. Juni 2006 eröffnete hier die deutsche Mannschaft ihre Gruppenphase mit einem 4:2-Erfolg gegen Costa Rica.
Zum bislang emotionalsten Vereinsspiel der Stadiongeschichte wurde das Champions-League-Finale am 19. Mai 2012, als der FC Bayern im eigenen Stadion auf den FC Chelsea traf. Nach einem 1:1 nach Verlängerung verlor Bayern das Elfmeterschießen mit 3:4 – damit war der FC Bayern erst die vierte Mannschaft in der Geschichte des Wettbewerbs und die erste seit 1993, die das Endspiel im eigenen Stadion erreichte, es aber verlor. Vor 62.500 Zuschauern erstrahlte die Fassade in den Farben des Champions-League-Logos.
Bei der Europameisterschaft 2021 war München mit drei Gruppenspielen und einem Viertelfinale vertreten, wenn auch wegen der Corona-Pandemie zunächst nur vor 14.500 Zuschauern; international Aufsehen erregte dabei die von der UEFA abgelehnte Bitte des Münchner Stadtrats, die Fassade beim Spiel Deutschland gegen Ungarn am 23. Juni 2021 in Regenbogenfarben zu beleuchten. Bei der Heim-EM 2024 wurde München zudem als Schauplatz des Eröffnungsspiels am 14. Juni 2024 ausgewählt und war insgesamt mit sechs Partien bis hin zu einem Halbfinale am 9. Juli 2024 vertreten. Am 31. Mai 2025 war die Arena schließlich Schauplatz des Champions-League-Finales zwischen Paris Saint-Germain und Inter Mailand, das PSG mit 5:0 gewann – der höchste Sieg in einem Endspiel der Wettbewerbsgeschichte.
Neben dem Fußball hat sich die Allianz Arena seit 2022 auch als Schauplatz für American Football etabliert: Im Rahmen der NFL International Series trug die Liga hier am 13. November 2022 die Partie Indianapolis Colts gegen San Francisco 49ers (16:21) vor 69.811 Zuschauern aus, am 10. November 2024 folgte die Begegnung New York Giants gegen Carolina Panthers (20:17 nach Verlängerung) vor 70.132 ausverkauften Rängen. Für die NFL-Auftritte wurden eigens die Spielfeldmarkierungen, die Kabinenbereiche und die Rasenheizung angepasst.
Auch der Frauenfußball spielt in der Arena eine wachsende Rolle: Die Bayern-Frauen bestritten hier am 22. März 2022 ihr erstes Spiel in der UEFA Women's Champions League gegen Paris Saint-Germain, es folgten weitere internationale und nationale Auftritte bis hin zum Rekordspiel vom September 2025. Bereits am 29. Juni 2013 war die Arena mit 46.104 Zuschauern beim Länderspiel Deutschland gegen Japan Schauplatz eines damaligen Zuschauerrekords im deutschen Frauenfußball.
Konzerte finden in der Allianz Arena bislang nur in begrenztem Umfang statt, weil der ursprüngliche Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt München die Nutzung des Geländes über Jahrzehnte im Wesentlichen auf den Fußballbetrieb beschränkte. Erst im Zuge der mehrjährigen Sanierung des Münchner Olympiastadions, die der Stadtrat am 26. Juli 2023 beschloss und die das Olympiastadion von Herbst 2025 bis voraussichtlich Frühjahr 2027 für Großveranstaltungen sperrt, stimmte der Kommunalausschuss am 9. November 2023 einer befristeten Aussetzung der Nutzungsbeschränkung zu, sodass in der Allianz Arena in dieser Zeit einzelne Konzerte stattfinden können.
Die Allianz Arena ist heute das unangefochtene Zentrum des FC-Bayern-Vereinslebens. Im angeschlossenen FC Bayern Museum, das im Mai 2012 eröffnete und seit dem 27. Februar 2020 diesen Namen trägt, dokumentiert der Klub auf mehreren Etagen seine Vereinsgeschichte; allein in der Saison 2023/24 zählte das für seine Ausstellungsgestaltung 2020 mit dem German Design Award ausgezeichnete Museum mehr als 500.000 Besucher. Wer mehr sehen möchte, kann zwischen mehreren Führungsformaten wählen, von der reinen Museumsbesichtigung über den kombinierten Museums- und Arena-Rundgang bis zur exklusiven Arena-VIP-Tour, bei der Besucher Kabinen-, Presse- und Logenbereiche aus der Perspektive von Mannschaft oder VIP-Gästen erleben.
Sportlich bleibt die Arena das Herzstück des Klubs, gleichzeitig hat sie sich zu einer national wie international gefragten Turnier- und Eventarena entwickelt: Nach den Europameisterschaften 2021 und 2024 sowie dem Champions-League-Finale 2025 zählt sie zu den europaweit renommiertesten Spielstätten. Seit 2022 ist sie zudem fester Bestandteil der NFL International Series und wechselt sich dabei mit dem Frankfurter Deutsche Bank Park als deutsche NFL-Spielstätte ab.
Angesichts gestiegener Energiekosten reduzierte der FC Bayern seit 2022 unter anderem die Betriebsdauer der Fassadenbeleuchtung und treibt die Umstellung der bislang gasbetriebenen Rasenheizung auf eine elektrische, mit Solarstrom gespeiste Wärmepumpenanlage voran. Laut Vereinsführung ist die Statik des Bauwerks theoretisch sogar für einen vierten Rang ausgelegt, ein solcher Ausbau gilt derzeit aber als fernliegende Zukunftsoption. Zum Gedenken an die im Januar 2024 verstorbene Klublegende Franz Beckenbauer erhielt die Arena zum 1. Mai 2025 die neue Adresse Franz-Beckenbauer-Platz 5, nachdem zuvor bereits ein überdimensionales Trikot mit seiner Rückennummer 5 unter dem Stadiondach installiert worden war.